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Cottbus Mittwoch, 27 Oktober 2021 von Daniel Häfner

Protest auf die Spree projiziert: Keine Spreewasser-Entnahme für das Kraftwerk

Protest auf die Spree projiziert: Keine Spreewasser-Entnahme für das Kraftwerk

Mit einer Lichtinstallation auf der Spree protestierte am Dienstagabend die Umweltgruppe Cottbus gegen eine geplante dauerhafte Entnahme von Spreewasser für das Kohlekraftwerk Jänschwalde.

Auf der Wasseroberfläche wurden die Worte „Dieses Wasser gehört in den Spreewald - nicht in den Kühlturm!“ projiziert. Damit fordern die Umweltschützer von der Landesregierung eine Absage an die Pläne des Braunkohleverstromers LEAG. Dieser hat beantragt, Wasser aus der Spree zu entnehmen, um es im Kraftwerk Jänschwalde als Kühlwasser zu verbrauchen. Das ergab eine Akteneinsicht der GRÜNEN LIGA beim Landesamt für Umwelt Brandenburg (LfU). Anders als bei der Flutung von Tagebauen dürfte ein Kraftwerk selbst bei Niedrigwasser das knappe Spreewasser entnehmen.

„Die Spree braucht künftig jeden Kubikmeter Wasser. Jetzt auch noch Spreewasser im Kraftwerk zu verdampfen, wäre unverantwortlich! Was wie ein Plan aus dem letzten Jahrhundert wirkt, ist leider aktuell bei den Landesbehörden beantragt.“, kritisiert René Schuster von der Bundeskontaktstelle Braunkohle der GRÜNEN LIGA. „Während in der Region Seen wie etwa der Pinnower See austrocknen und in Trockenzeiten ein Großteil der Bevölkerung und Wirtschaft mit Einschränkung leben müssen, darf es keine Sonderstellung für die LEAG geben.“, sagt Schuster.

Für das Kraftwerk soll ab dem Jahr 2025 bis zu ein Kubikmeter Wasser pro Sekunde entnommen werden. In trockenen Sommermonaten hat die Spree bei Lübben (Pegel Leibsch) teilweise nur einen Durchfluss von zwei Kubikmetern pro Sekunde. Ein Kubikmeter pro Sekunde ist pro Jahr mehr Wasser (31,5 Mio. m³) als in den drei Jahren seit der „Herstellung der Flutungsbereitschaft“ (Anfang November 2018) aus der Spree zur Flutung des Cottbuser Ostsees abgegeben werden konnte (29 Mio. m³). 80 Prozent des für das Kraftwerk entnommenen Spreewassers soll nach der beim LfU eingesehenen Versorgungsbilanz der LEAG in den Kühltürmen verdampfen und nur 20 Prozent erwärmt in den Fluss zurückfließen.

Bisher wird das Kraftwerk ausschließlich durch abgepumptes Grubenwasser gekühlt, das mit der geplanten Stilllegung des Tagebaues Jänschwalde 2023 zurückgehen dürfte. Mit welcher konkreten Begründung die LEAG die Entnahme von Spreewasser beantragt hat, ist allerdings bis heute nicht öffentlich. Schuster weist darauf hin, dass das Wasser der Spree nicht nur in der Lausitz gebraucht wird, sondern auch die Trinkwasserversorgung von Berlin und Frankfurt (Oder) gewährleistet.

Im Rahmen der Überarbeitung des Bewirtschaftungsplans zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie hat die GRÜNE LIGA dazu bereits umfangreiche Stellungnahmen eingereicht.

(Pressemitteilung Grüne Liga, Umweltgruppe Cottbus)

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