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Cottbus Montag, 05 Juli 2021 von Redaktion

Vorreiter in Deutschland: LWG saniert mit Joystick Abwasserkanäle

Vorreiter in Deutschland: LWG saniert mit Joystick Abwasserkanäle

Im vergangenen Jahr hat die LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG in ihrem Verantwortungsbereich insgesamt 3.000 Meter neue Abwasserkanäle verlegt und 1.000 Meter saniert. Mehr und mehr in den Fokus rücken aber auch die vielen Hausanschlüsse, denn auch deren Sanierungsbedarf nimmt mit dem Alter zu.

Doppelt so schnell ohne Baugrube auf dem Grundstück

Um das Tempo der Sanierung zu erhöhen, setzt die LWG als eines der ersten Unternehmen in Deutschland auf ein Sanierungsverfahren der dänischen Firma Aarsleff mit dem Namen „Ferngesteuerte Anschlusssanierung“. Der große Vorteil hierbei ist, dass die Sanierung etwa doppelt so schnell geht wie bei konventionellen Verfahren und dass sie vom Hauptkanal aus in Richtung Haus erfolgt. „Üblicherweise werden Hausanschlüsse genau andersherum saniert, also von einem Revisionsschacht oder von einer Baugrube auf dem Gelände des Grundstückeigentümers aus in Richtung Kanal“, erläutert Marten Eger, Technischer Geschäftsführer der LWG. Das Problem dabei: Es muss in jedem Fall das private Grundstück genutzt werden, im schlimmsten Fall für das Ausschachten einer Baugrube. Angesichts der schön gestalteten Vorgärten und der mitunter schon in die Jahre gekommenen Häuser keine gute Option.

„Mit dem neuen Verfahren können wir nun die Hausanschlüsse im öffentlichen Bereich sanieren, ohne dass die Anwohner dadurch beeinträchtigt werden“, so Marten Eger. Allerdings werden die Grundstückseigentümer bereits in der Planungsphase von der beabsichtigen Sanierung informiert und erhalten so die Möglichkeit, auch den im privaten Bereich liegenden Teil des Hausanschlusses mit prüfen bzw. sanieren zu lassen.

Mitarbeiter der Spezialfirma krempeln den mit Harz getränkten Schlauch in die „Blase“ ein. (Fotos:  LWG/ Röwer)

Spremberger Vorstadt als Vorreiter

Von den Arbeiten selbst zeugen auf den Baustellen nur die Fahrzeuge der Spezialfirma und die oberirdisch erfolgenden Vorbereitungen der Sanierung. Diese verläuft ähnlich wie die Sanierung der großen Hauptkanäle, verlangt aber deutlich mehr Fingerspitzengefühl. Zunächst wird ein mit Harz getränkter Nadelfilz-Schlauch vorbereitet und in eine „Blase“ eingekrempelt. Diese wird dann in den Hauptkanal eingelassen und mittels Kamera und Joystick genau zu der Stelle geführt, an der sich ein Hausanschluss befindet. In diese deutlich kleinere Leitung wird nun  der getränkte Schlauch mittels Wasserkraft wieder ausgekrempelt, so dass er sich wie eine neue Haut an die Innenseite der alten Leitung schmiegt, bevor er dann mit heißem Wasser ausgehärtet wird. „Danach ist der Hausanschluss wieder dicht“, erläutert der Fachmann.

Die erste Sanierung auf diese Art und Weise erfolgte im Juni an 64 Hausanschlüssen in der Spremberger Vorstadt in Cottbus. Bis September folgen weitere 33 Hausanschlüsse in der Bonnaskenstraße und auch für die Parzellenstraße laufen bereits entsprechende Planungen. „Wir sind sehr zufrieden mit diesem innovativen Verfahren und stolz darauf, in Deutschland Vorreiter für diese Art der Sanierung zu sein“, so Marten Eger.

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