Landkreis
Cottbus Dienstag, 15 Dezember 2020 von Redaktion / Presseinfo

HWK Umfrage: Cottbuser Handwerksbetriebe an finanzieller Belastungsgrenze

HWK Umfrage: Cottbuser Handwerksbetriebe an finanzieller Belastungsgrenze

Handwerksbetriebe in Cottbus kommen an ihre finanzielle Belastungsgrenze. Das zeigen die Ergebnisse einer Blitzumfrage der HWK Cottbus. Jeder dritte Betrieb hat demzufolge noch keine finaziellen Zuwendungen bekommen, die bereits im Oktober beantragt wurden. Knapp ein Viertel der Unternehmen musste im Zeitraum Oktober/November zudem den Ausfall von Fachkräften kompensieren. 

Die HWK Cottbus teilte dazu mit: 

Die angekündigte weitere Schließung von Handwerksbetrieben ist erneut ein schwerer Schlag für die betroffenen Unternehmen. Das zeigen die Ergebnisse einer Blitzumfrage der Handwerkskammer Cottbus (HWK). „Umso wichtiger ist es, dass die wirtschaftlichen Hilfen unverzüglich fließen“, sagt HWK-Präsident Peter Dreißig. Die Verzögerungen bei der Novemberhilfe sind eine Katastrophe. „Hinzu kommt, dass die Betriebe die Dezemberhilfe noch nicht einmal beantragen können.“ Und an Januar sei noch gar nicht zu denken.

Jeder dritte Betrieb noch ohne finanzielle Zuwendung 

Knapp 27 Prozent der antwortenden Handwerksbetriebe haben seit Oktober wirtschaftliche Hilfe beantragt. Jeder dritte Betrieb hat den Angaben zufolge noch kein Geld erhalten. 21 Prozent haben lediglich einen Teil ihrer Ausfälle erstattet bekommen. „Wir haben hier eine große Diskrepanz zwischen dem, was unsere Unternehmen benötigen und dem, was sie bisher bekommen haben“, sagt Peter Dreißig. „Je länger dieser Zustand andauert, desto prekärer wird es für die Firmen. Deshalb müssen die November- und Dezemberhilfen unverzüglich fließen – am besten noch vor Weihnachten und nicht erst im Januar.“

Die Umfrage ist eine Momentaufnahme, die Einblicke in die Betriebe gewährt. 344 haben sich innerhalb von vier Tagen daran beteiligt. Demnach fühlen sich rund 70 Prozent der Handwerksunternehmen, die geantwortet haben, direkt oder indirekt von der Corona-Pandemie betroffen. Das Spektrum reicht von Schließungen, fehlenden Umsätzen wegen ausbleibender Aufträge als Dienstleister bis hin zu ausbleibenden Materiallieferungen.

Knapp ein Viertel der Unternehmen musste im Zeitraum Oktober/November den Ausfall von Fachkräften kompensieren. Je kleiner die Betriebe, desto härter trifft es sie. In jedem fünften Unternehmen fiel bis zur Hälfte der Belegschaft aus. Die Folge sind auch Umsatzausfälle. „Das Handwerk ist eine arbeitsintensive Branche. Die Unternehmen sind auf jede einzelne Fachkraft angewiesen“, so Bäckermeister Peter Dreißig. Je länger Schulen und Kitas geöffnet bleiben, desto besser. Die Hygienemaßnahmen kosten den Unternehmen bares Geld. 381.000 Euro betrugen die Mehrkosten der antwortenden Unternehmen. Im Schnitt sind das 1.300 Euro pro Betrieb. So wurden zum Beispiel zusätzliche Fahrzeuge und Pausenunterkünfte beschafft, damit ihre Mitarbeiter Corona-gerecht zu den Baustellen fahren und so die Regeln einhalten.

Die Betroffenheit der Unternehmen zeigt sich wie folgt:

- Weniger Kunden

- Umsatzeinbrüche, weil Kunden die Monteure nicht in die Wohnungen lassen

- Schleppende Materiallieferungen

- Subunternehmen fallen aufgrund von Quarantäne aus

- Schließungen von Betrieben

- Wäscherei fehlen sämtliche Aufträge aus der Veranstaltungs-, Hotel- und Gaststättenbranche

- Mehrere Baustellen von Privatkunden wurden auf das Frühjahr verschoben

- Mobile Friseurin: Termine in Pflegeheimen fallen aus

- Mitarbeiter sind ständig abwesend (Quarantäne)

- Beeinträchtigung kommt erst, weil Investitionen zurückgehen

- Rückgang der öffentlichen Ausschreibungen

- Weihnachtsmärkte als Einnahmequelle fallen weg

„Ich bin tief beeindruckt von dem Kraftakt, den unsere Handwerkerinnen und Handwerker in den vergangenen Monaten vollbracht haben“, sagt Peter Dreißig. „Der Weg zur Normalität wird noch länger andauern. Ich aber bin fest davon überzeugt, dass wir ihn schaffen. Gemeinsam! Jetzt erst recht!“

Coronavirus in der Lausitz. Aktuelle Lage und Entscheidungen

Alle aktuellen Entwicklungen in der Region haben wir in einer Übersicht zusammengefasst ->> Weiterlesen

Red. / Presseinfo 

Bild: Handwerkskammer Cottbus

Das könnte Sie auch interessieren