Cottbus Sonntag, 01 März 2020 von Redaktion

Obenkino Cottbus im März: Schönheit und Vergänglichkeit

Obenkino Cottbus im März: Schönheit und Vergänglichkeit

Schon vor dem Mauerfall porträtiert der gelernte Fotograf Sven Marquardt, heute auch durch sein markantes Aussehen als Türsteher des Technoclub „Berghain“ bekannt, die subkulturelle Ost-Berliner Szene in ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Fotografien. Nach 25 Jahren Unterbrechung seines künstlerischen Schaffens erfindet sich Marquardt noch einmal neu und erlangt heute mit seinen Ausstellungen und Publikationen Weltruhm. Die Porträts seiner DJs, Musiker, Türsteherkollegen sind erotisch, lässig, schmutzig und existenziell.

In ihrem Film begegnet die Regisseurin Annekatrin Hendel Sven Marquardt und zwei seiner WeggefährtInnen aus der gemeinsamen Ostberliner Punkzeit: Robert Paris und Dominique „Dome“ Hollenstein. Der Film erzählt von drei FreundInnen mit einer gemeinsamen Jugend, deren Werdegang geprägt ist von ihrem künstlerischen Blick auf die Welt, von Radikalität und Offenheit. Und von der unbedingten Sehnsucht nach Individualität und Unangepasstheit, Rebellion, dem Älterwerden, von Liebe und Freundschaft in zwei unterschiedlichen deutschen Werte-Systemen. Dabei werden der Vergänglichkeit immer wieder Momente und Bilder vom unbeschwerten Leben im Ostberlin der 80er Jahre entrissen. So zeigt sich in „Schönheit der Vergänglichkeit“ nicht nur die zarte, sensible, künstlerische Seite des Türstehers Sven Marquardt, sondern auch ein subversiver, zugespitzter Individualismus in einer Kultur, die heute pauschalisierend als „uniform“ bezeichnet wird. Und wir erfahren, wie unterschiedlich die „schrägen Vögel“ der letzten Erwachsenen-Generation der DDR auf ihr Leben schauen und wie selbstbestimmt sie heute leben ...

BRD 2019 79 Min
Regie: Annekatrin Hendel
Filmvorstellungen: Do 05.03. 19.30 Uhr, Fr 06.03. 20 Uhr, Sa 07.03. 19 Uhr
 

Foto: Marquardt

pm/red

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