Cottbus Donnerstag, 18 April 2019 von Redaktion

Stephan Märki wird neuer Intendant am Staatstheater Cottbus

Stephan Märki wird neuer Intendant am Staatstheater Cottbus

Der Stiftungsrat der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) hat auf seiner gestrigen Sitzung in Cottbus Stephan Märki zum neuen Intendanten und Operndirektor am Staatstheater Cottbus gewählt. Zuvor hatte eine Findungskommission unter Vorsitz der Stiftungsratsvorsitzenden, Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch, geeignete Kandidaten vorgeschlagen, die sich heute dem Stiftungsrat vorgestellt haben. Der Schweizer Stephan Märki übernimmt die Nachfolge von René Serge Mund. Er wird seine Aufgabe als Intendant und Operndirektor am Staatstheater Cottbus voraussichtlich zur Spielzeit 2020/21 antreten.

 

Die Vorsitzende des Stiftungsrates der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder), Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch: „Der Stiftungsrat musste sich zwischen zwei hoch kompetenten und erfahrenen Kandidaten entscheiden. Stephan Märki ist ein ausgewiesener Fachmann mit langjähriger Erfahrung als Intendant und großen Erfolgen an unterschiedlichen Häusern. Sowohl in Bern als auch in Weimar ist es ihm gelungen, die Theater sowohl organisatorisch als auch künstlerisch zu stabilisieren und voranzubringen. Dabei haben die Häuser unter seiner Ägide mit herausragenden Produktionen Furore gemacht und sind beispielsweise zu den Schweizer und Berliner Theatertagen eingeladen worden. Ich bin davon überzeugt, dass Stephan Märki Brandenburgs einzigem Theater mit vier Sparten als Intendant und Operndirektor künftig neue künstlerische Impulse geben wird und damit die Attraktivität und Strahlkraft des Staatstheaters weiter erhöhen wird. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Stephan Märki.“

Der stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrates der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder), Cottbus Oberbürgermeister Holger Kelch: „Internationalität und ostdeutsche Identität spiegeln das Selbstverständnis unserer Stadt in dem künftigen Intendanten. Mit seiner Wahl ist ein wichtiges Stück Zukunft unseres kulturellen Leuchtturms neu geregelt. Ich bin gemeinsam mit vielen Freunden unseres Staatstheaters gespannt auf neue Handschriften und Akzente. Das Staatstheater ist neben der BTU Cottbus-Senftenberg und dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst eines der herausragenden Beispiele für die Wissenschafts- und Kulturstadt Cottbus, die bis 2023 Sitz des zuständigen Landesministeriums werden soll. Mein Dank gilt an dieser Stelle nochmals dem vormaligen Intendanten und Operndirektor Martin Schüler sowie René Serge Mund für ihre Tätigkeit.“

Der 1955 im schweizerischen Bern geborene Stephan Märki besuchte von 1980 bis 1984 die Schauspielschule in München, wo er 1985 das Teamtheater gründete. 1993 wurde er zum Intendanten des Hans Otto Theaters in Potsdam berufen. Im Jahr 2000 wechselte Märki als Generalintendant an das Deutsche Nationaltheater und Staatskapelle (DNT) in Weimar. Im Jahr 2004 gelang ihm eine viel beachtete Inszenierung mit der Aufführung des Wilhelm Tell auf dem Schweizer Rütli. In den Jahren 2011 und 2012 führte Stephan Märki das Berner Symphonieorchester und das Staatstheater zu einem Vierspartenhaus zusammen. Von 2012 bis 2018 war er Direktor des Konzert Theaters Bern. Seit November 2014 ist Stephan Märki Präsident des Schweizerischen Bühnenverbands.

Die Schweizer Zeitung "Der Bund" berichtet über ihn: "Bis zu seinem Rücktritt im Sommer 2018 war Märki Intendant von Konzert Theater Bern. Als Grund für seinen Abgang gab er seine bis dahin verheimlichte Liebesbeziehung zu Sophie-Thérèse Krempl aus der Geschäftsleitung an, auch Krempl trat zurück. Bereits früher kam es aber zu Unruhen im Berner Stadttheater: So musste die von Märki berufene Schauspielchefin Stephanie Gräve nach kurzer Zeit bereits wieder gehen. Auch ihr Nachfolger Cihan Inan erkärte im Frühling 2018 seinen vorzeitigen Abgang, entschloss sich nach Märkis Rücktritt aber, dennoch am Stadttheater zu bleiben."

In Cottbus kam es ebenfalls 2018 zum großen personellen Paukenschlag. Der Vorsitzende der Brandenburgischen Kulturstiftung Dr. Martin Röder wurde gekündigt, der ehemalige Cottbuser Intendant Martin Schüler trat zurück, der damalige Generalmusikdirektor Evan Christ wurde beurlaubt und sein Vertrag aufgelöst, nachdem Mobbinvorwürfe gegen den Musikdirektor öffentlich wurden. 

Das im Jugendstil gebaute Cottbuser Theater wurde 1908 eröffnet. Im Jahr 1992 wurde das Cottbuser Stadttheater zum Staatstheater ernannt und seit 2004 ist es – neben dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst – Teil der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder). Es ist das einzige Mehrspartentheater mit Musiktheater, Philharmonischem Orchester, Schauspiel und Ballett im Land Brandenburg. Das Land unterstützt das Staatstheater Cottbus mit jährlich mehr als 15 Millionen Euro aus Landesmitteln und Mitteln des Brandenburgischen Finanzausgleichsgesetzes. Die Stadt Cottbus engagiert sich kontinuierlich und ab 2020 mit steigenden Zuschüssen für die Arbeit des Staatstheaters.

pm/red

Foto ©Bernd Uhlig

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