Badewannen sind zu klein und Ozeane sind zu voll – doch wenn die Komik auf Dampfhochtouren kommt, halten die Lachmuskeln den Stress nicht mehr aus. Alles krampft und lacht zugleich. Am Dienstagabend, den 30.09.2014, strömten spannungsgeladene Komedieliebhaber in das Stadtmonopol der Cottbuser Stadthalle. Natürlich kann nur von einem verrückten Komödienstar die Rede sein – Kurt ,,Kurte‘‘ Krömer, wo immer er auftaucht, fährt der Puls panisch Achterbahn und die Stimmbänder neigen dazu langsam zu verstummen. Dies ist aber nur der Fall, weil man ihn sehen, hören und hautnah erleben will. Ein Wunsch der in Erfüllung ging.
Mit gestreiften Ernie-Pullover und schlabberiger Pyjamahose hetzte er auf die Bühne und stolperte beinahe über seine eigenen Füße. Der perfekte Einstand zum Tränenlachen. Er liebt sein Publikum wie seine Westentasche. Mit sprungvollem Laufschritt näherte sich der ersten Reihe – wuschelte einer Dame minutenlang wild durchs Haar, einem Herren verpasst er eine Ohrfeige im pöbelndem Ton und einem weiteren Herren wird der Kopf und Hals mit Absperrband umwickelt, um die Zone der Ausgegrenzten deutlich zu machen. Doch niemand protestierte, im Gegenteil, viel Gelächter schallte wie ein Feuerwerk. Es verlieh Krömer federleichte Flügel die Tabus von Intim-und Privatsphäre seiner Fans ungehindert zu überschreiten. Er lacht sich scheckig, verspottet alle und sich selbst. Eine Selbstironie, die höher im Kurs steht als Wertpapiere in Aktienfonds. Durch seine aggressiven Pöbelattacken kam er langsam so ins Schwitzen, sodass ihm seine Brille von der Nase rutschte und er seine feuchten Augen trocken reiben musste. Gagreiche Witze über sein bauchiges Polsterkissen durften nicht fehlen – zwischen zwei Fingern wälzte er ihn hin und her und meinte anschließend: ,,Für mich ist Sex und Essen das Gleiche, ich tue es allein‘‘. Das Publikum konnte sich kaum noch vor lautstarkem Lachen in den Sitzen halten. Dieser Typ ist phänomenal und abgebrüht, sprach Dinge aus, die niemand sonst sich wagen würde.
Die Einzigartigkeit, die er bei seinen Shows an den Tag legt, ist gnadenlos und mit allen Wassern gewaschen. Nach rund zweistündiger Darbietung tobte die Halle und kräftiger Jubel hallte durch den proppevollen Saal. Er bedankte sich für den schönen Abend auf Krömer-Manier. Ein Erlebnis der besonderen Art – die Erinnerungen werden Kreise ziehen und niemals in Vergessenheit geraten. Jeder Begeisterte möchte die Komik leben sehen und daher heißt es: ,,Der Abschied muss ja nicht für immer sein‘‘.











