Exakt 109 Laufbegeisterte aller Altersgruppen beteiligten sich am traditionellen Pfannkuchenlauf, den der Verein Cottbuser Parkläufer am Samstag bereits zum 24. Mal veranstaltete. Diese Teilnehmerzahl ist zumindest in den letzten zehn Jahren die höchste und der „fünften Jahreszeit“ entsprechend wohl die bisher am buntesten kostümierte.
Eingewiesen vom Vereinsvorsitzenden Rene Hintz und angeführt von einem Fahrradscout machte sich der gut gelaunte Läuferpulk bei Sonnenschein auf die Strecken zwischen 800 Metern und acht Kilometern durch den Branitzer Park. Für die Cottbuserin Alexa von Bargen war dieser Lauf eine Premiere. „Ich trainiere seit etwa einem Jahr für mich allein und jetzt will ich probieren, wie man das Laufen in einer großen Gruppe erlebt“, sagte die Archäologin aus dem Landesamt für Denkmalpflege.
Die vermutlich weiteste Anreise hatte der 59jährige Physiker Ingo Rehberg aus dem rund 330 Kilometer entfernten oberfränkischen Bayreuth. Er war mit seiner Ehefrau für ein verlängertes Wochenende nach Cottbus gekommen. Der passionierte Hobbyläufer aus der Richard-Wagner-Stadt absolvierte die zwei Vier-Kilometer-Runden vorbei am Schloss Branitz und den Pückler-Pyramiden und zeigte sich danach beeindruckt von der „großartigen Schönheit der Parkanlage“. Aus Jena kam der Entwicklungsingenieur Ronny Gerbach, der als Langstreckler am liebsten Marathon-Landschaftsläufe wie am Rennsteig oder am Kyffhäuser unter die Sohlen nimmt. Er lief gemeinsam mit seiner in Cottbus geborenen Lebensgefährtin und Molekularbiologin Nina Koch, deren Eltern in Branitz wohnen. Als attraktive weiß-grüne „Wasserlilie“ präsentierte sich Ute Kus vom Veranstalter; die Beamtin kümmerte wie zahlreiche andere Vereinsfrauen und -männer um den reibungslosen Ablauf bis hin zur Pfannkuchen- und Urkundenverteilung – dabei stets mit für gute Stimmung sorgend.
Die beiden ältesten Teilnehmer waren übrigens immer noch drahtige ehemalige Konditor Hans Tinius, der in drei Wochen 79 Jahre alt wird und der herzlich begrüßte langjährig-verdienstvolle Vereins-Chef Bodo Stecklina, der im Frühjahr seinen 78. Geburtstag feiert.
Ein Jubiläum der besonderen Art beging bei diesem Pfannkuchenlauf – die wie immer aus der Bäckerei Michelko kamen -, der Cottbuser Ingo Jahn. Der selbständige Mediengestalter (38) läuft nun seit genau zehn Jahren und absolvierte am Samstag seinen insgesamt 10 000. Kilometer. Um exakt diese Zahl erreichen, hängte er extra noch 2000 Meter an die beiden Parkrunden. Eine Leistung, die den groß gewachsenen Mann, der auch regelmäßig Marathons fast schon als Halb-Profi in Angriff nimmt, sichtlich stolz macht. Und das wiederum war ein freudiger Anlass, um zusammen mit seinen Freunden einen Schluck „Rotkäppchen“ zu nippen.




