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Cottbus Donnerstag, 12 April 2012 von Benjamin Andriske

Fanforum des FC Energie Cottbus am gestrigen Mittwoch

Fanforum des FC Energie Cottbus am gestrigen Mittwoch

Nach dem Spiel gegen Hansa Rostock war die Wut vieler Fans groß. Über 200 Anhänger blockierten den Ausgang für die Spieler und verkündeten lautstark ihre Gemütslage. Die Menge ließ sich erst besänftigen, als die Spieler ein Fanforum am Mittwoch anboten. In den Medien wurde dafür geworben, dass die Spieler den Dialog mit der Öffentlichkeit suchen und sich ab 19 Uhr im VIP-Raum des Stadions der Freundschaft stellen. Das Fanherz sollte besänftigt werden und alle Menschen, Fans des FC Energie Cottbus und Interessierte die an dem Abend nicht anwesend sein konnten waren sicher auch an den Ergebnissen des Treffens interessiert. Dafür waren die hiesigen Medien angereist um darüber zu berichten. Schließlich ist Energie ein Verein öffentlichen Interesses und für die Region ein bedeutender emotionaler und wirtschaftlicher Faktor.
An dieser Stelle wollten wir darüber berichten. Es kam jedoch anders.
Spätestens am Eingang wurden die Hoffnung auf eine Berichterstattung jäh zerstört. Als Medienvertreter wurde man vom Sicherheitsdienst darauf hingewiesen, dass die Presse unerwünscht sei.
Es kam die Frage auf, was ein Fanforum soll, bei dem die Fans nicht über die Ergebnisse informiert werden können. Viele Mitglieder des Vereins konnten nicht vor Ort sein, aber auch Nichtmitglieder die die Mannschaft jede Woche unterstützen und Eintritt bezahlen wurden so ausgeschlossen. Auf diese Weise kamen (laut Vereinsaussage) lediglich etwa 150 Fans in den Genuss mit den Spielern zu diskutieren. Für ein breites Verständnis für die Leistung der Mannschaft in den letzten Wochen trägt dieses Verhalten des Vereins nicht bei.
Unsachliche Kritik oder Hetze ist in der Situation nicht angebracht, aber eine Berichterstattung, die auf die Fakten eingeht, sollte selbstverständlich sein.
Vielleicht ist es auch nur der derzeitigen angespannten sportlichen Situation geschuldet, bei der alle etwas nervös sind und eigentlich etwas Gutes wollten, es aber unglücklich kommuniziert und durchgesetzt wurde.

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