Landkreis
Brandenburg Sonntag, 10 Oktober 2021 von Redaktion / Presseinformation

Verbraucherschutz informiert: Kein Widerrufsrecht bei Sonderanfertigungen

Verbraucherschutz informiert: Kein Widerrufsrecht bei Sonderanfertigungen

Das Internet bietet viele Möglichkeiten: Verbraucherinnen und Verbraucher können sich mittlerweile verschiedene Produkte, darunter auch Möbelstücke und Fensterdekorationen, maßangefertigt bestellen und bequem nach Hause liefern lassen. Die Verbraucherzentrale mahnt nun aber zur Vorsicht und informiert darüber, dass bei Sonderanfertigungen kein Widerrufsrecht besteht. Wer sich also Gardinen, Rollos oder Plissees nach Maß bestellt, sollte sich die Kaufentscheidung vorab gut überlegen.

Die Verbraucherzentrale Berlin-Brandenburg teilte dazu mit:

Ein brandenburgischer Verbraucher wollte seinem Wohnzimmer einen neuen Look verleihen. Im Internet stieß er auf ein interessantes Angebot eines polnischen Onlineshops. In wenigen Schritten konfigurierte er vier Fensterrrollos mit dem gewünschten Stoff und individuellen Maßen und schickte die Bestellung ab. Als er am gleichen Tag bessere Rollos bei einem anderen Anbieter fand und den Auftrag stornieren wollte, wunderte er sich über die Information des Verkäufers, dass ihm kein Widerrufsrecht zustehe.  

„Sowohl nach deutschem als auch nach polnischem Recht haben Verbraucher:innen kein Widerrufsrecht, wenn sie individuell angepasste Produkte online bestellen“, erklärt Katarzyna Guzenda, Leiterin des Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrums der Verbraucherzentrale Brandenburg. Denn anders als bei vorgefertigten Waren kann der Händler die individualisierten Sonderanfertigungen unter Umständen nicht wiederverkaufen. „Verbraucher:innen sollten mit Bedacht vorgehen, da sie die Bestellung weder bei Falschabmessungen noch bei Nichtgefallen rückgängig machen können“, so Guzenda.  

Gleichzeitig sind Online-Händler verpflichtet, über den Ausschluss des Widerrufsrechts ausdrücklich zu informieren, damit Kund:innen eine informierte Entscheidung treffen können. Da dies im Fall des Verbrauchers nicht gegeben war, mahnte die Verbraucherzentrale Brandenburg den Anbieter wegen Irreführung ab und erreichte, dass er seinen Internetauftritt anpasste und nun ordnungsgemäß zum Ausschluss des Widerrufsrechts informiert. 

Verbraucher:innen, die rechtliche Fragen zum grenzüberschreitenden Einkauf haben, können sich an das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum der Verbraucherzentrale Brandenburg wenden: 

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Red./ Presseinfo

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