Brandenburg Dienstag, 27 Oktober 2020 von Redaktion / Presseinfo

Reinigungskräfte in Spree-Neiße fürchten trotz Mehrarbeit um Lohn-Plus

Reinigungskräfte in Spree-Neiße fürchten trotz Mehrarbeit um Lohn-Plus

Rund 500 Reinigungskräften im Landkreis Spree-Neiße könnte eine spürbare Lohnerhöhung verwehrt bleiben. Davor warnte die Gewerkschaft IG BAU. In der laufenden Tarifrunde für das GebäudereinigerHandwerk haben die Arbeitgeber bislang „kein akzeptables Angebot“ vorgelegt. Der Einstiegsverdienst soll von derzeit 10,80 Euro pro Stunde ab kommendem Jahr um lediglich 20 Cent angehoben werden. Die Gewerkschaft kritisiert dies allerdings und fordert ein Plus von 1,20 Euro pro Stunde in allen Lohngruppen, da es sonst für die Beschäftigten fast auf eine Nullrunde hinauslaufen würde. 

Die Gewerkschaft IG Bau Südbrandenburg teilte dazu mit: 

Sie halten Krankenhäuser und Pflegeheime sauber, reinigen Schulen, desinfizieren Behörden und Büros: Die rund 500 Reinigungskräfte im Landkreis Spree-Neiße haben durch die Corona-Pandemie besonders viel zu tun. Doch trotz gestiegener Belastungen könnte ihnen eine spürbare Lohnerhöhung verwehrt bleiben, warnt die IG Bauen-AgrarUmwelt (IG BAU). Der Grund: In der laufenden Tarifrunde für das GebäudereinigerHandwerk haben die Arbeitgeber bislang „kein akzeptables Angebot“ vorgelegt, so die Gewerkschaft.

Gewerkschaft kritisiert Arbeitgeberseite 

„Wenn nun die Infektionszahlen wieder steigen, setzen sich gerade auch Reinigungskräfte einer erhöhten Ansteckungsgefahr aus. Ihre Arbeit ist dabei unverzichtbar“, sagt Regina Grüneberg, Bezirksvorsitzende der IG BAU Südbrandenburg. Für ihren Einsatz hätten sie mehr Anerkennung verdient. Geht es jedoch nach den Arbeitgebern, soll der Einstiegsverdienst von derzeit 10,80 Euro pro Stunde ab kommendem Jahr um lediglich 20 Cent auf elf Euro angehoben werden. „Das liefe für die Beschäftigten fast auf eine Nullrunde hinaus“, kritisiert Grüneberg.

IG Bau fordert Lohn-Plus 

Die Gewerkschaft fordert ein Plus von 1,20 Euro pro Stunde in allen Lohngruppen. Außerdem soll es erstmals ein verpflichtendes Weihnachtsgeld in der Gebäudereinigung geben. „Nur wenn die Einkommen deutlich steigen, können vor allem die vielen Frauen, die meist in Teilzeit arbeiten, der Armutsfalle entgehen“, so Grüneberg.

Großteil verdient unterhalb der Niedriglohnschwelle 

Nach einer Studie der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag des Reinigungsunternehmens Piepenbrock verdient ein Großteil der Beschäftigten der Branche unterhalb der amtlichen Niedriglohnschwelle. Demnach müssen knapp 14 Prozent aller Minijobber und elf Prozent aller Teilzeitbeschäftigten ihr Einkommen durch Hartz-IV aufstocken. Laut Unternehmensangaben stiegen die Umsätze in der Gebäudereinigung, der größten deutschen Handwerkssparte, zwischen 2014 und 2019 um 32 Prozent auf zuletzt 19,6 Milliarden Euro. Die Tarifverhandlungen zwischen der IG BAU und dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) gehen am 3. November in Köln weiter. Es ist bereits die vierte Runde. Grüneberg: „Die Unternehmen sollten jetzt ein solides Lohn-Angebot vorlegen. Ein wachsender Unmut unter Reinigungskräften ist kein guter Begleiter in der Corona-Krise.“

Red. / Presseinfo 

Bild: IG Bau 

Das könnte Sie auch interessieren

Neuste Angebote