Brandenburg Sonntag, 16 Juni 2019 von Anna Rose

Annas Gedankenwelt: Zensierte Musik

Annas Gedankenwelt: Zensierte Musik

Ich sitze im Auto und wie gewohnt schalte ich das Radio ein. Wow, prompt läuft mein Lieblingssong. Aber dann, was ist das nur für ein Geräusch? Stille, ein seltsames piepsen oder eine akustische Untermalung, die überhaupt nicht zur Melodie zu passen scheint. Da fehlt doch was! Jetzt leuchtet es mir ein: Eine bedenkliche Textstelle wurde aus dem Song genommen. Also wie soll ich das denn finden? Irgendwie klingt gleich der ganze Song komisch. Ich möchte gerne mitsingen, aber ich komme stets aus dem Takt.

Wenn ich nun bei anderen Liedern darauf achte, fällt mir auf, dass gar nicht so wenige Lieder zensiert werden. Ganz aktuell fällt mir dazu Sarah Connor ein, die mit ihrem wundervollen Song „Vincent“  die Radionation spaltet. Dabei geht es um die Textstelle „Vincent kriegt keinen hoch ,wenn er an Mädchen denkt“. Es gibt Radiosender, die sich an dieser Textstelle gar nicht stören und die, die entweder den Song an der Stelle zensieren oder erst gar nicht spielen. Sie rechtfertigen das mit der Aussage, dass es nicht für Kinderohren geeignet wäre. Es ist ein wundervoller Song, der ans Herz geht und genau in die heutige Zeit passt. Er spricht die Art von Toleranz an, die sich angeblich alle so sehr wünschen. Warum dann also Zensur oder gar Boykott? Auch das Zensieren jedes einzelnen „Fuck´s“ halte ich für übertrieben. Nehmen wir doch mal „50 Cent“ und den Song „Candyshop“. Geht es da wirklich um Süßigkeiten? Im Radio wurde der Hit rauf und runter gespielt und keiner sorgte sich um unsere Kinder und Jugend. Warum? Ganz einfach: Es ist in englischer Sprache gesungen. Kinder bis zu einem gewissen Alter verstehen nicht, um was es da geht, aber Jugendliche, denen die englische Sprache nicht fremd ist, wissen das schon. Trotzdem war das kein Grund, den Titel aus dem Programm zu verbannen. Wenn Eltern sich am Abend, wenn das Kind „eigentlich“ schlafen sollte, ein paar schöne Stunden zu zweit machen und plötzlich steht das Kind in der Tür, guckt euch mit großen Augen an und fragt: „Was macht ihr da?“ Dann nehmt ihr euch das Kind zur Seite und erklärt ihm mit allen Regeln der Kunst, was es sich da gerade ansehen musste. Danach schickt ihr es wieder ins Bett und alles ist gut. Wenn Werbung im TV von „Eis.de“ und „Tena Lady“ nicht hinterfragt wird, dann auch sicher nicht „Vincent“, der keinen hoch bekommt. Gewaltverherrlichung, Frauenfeindlichkeit, Drogen usw. lehne auch ich gänzlich ab. Das hat in Kinderzimmern nichts verloren. Da sollte sich das Fernsehen doch mehr Gedanken machen, was es wann ausstrahlt.

Eure Anna Rose

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