Brandenburg Freitag, 28 Dezember 2007 von Helmut Fleischhauer

„Gründungsnetz Brandenburg“ bewährt sich

„Brandenburg hat 2007 seine Position als Gründerland Nummer eins in Ostdeutschland weiter gefestigt. Mit einer Selbständigenquote von 12,2 Prozent liegt Brandenburg an der Spitze der Neuen Länder und über dem Bundesdurchschnitt. Einen wesentlichen Beitrag dazu hat das landesweit aktive ‚Gründungsnetz Brandenburg’ geleistet. Darin sind alle wesentlichen Akteure im Land gebündelt, die Existenzgründungen unterstützen. Die Akteure des Gründungsnetz bieten maßgeschneiderte Unterstützung für Gründerinnen und Gründern.“
Dieses Fazit zog heute Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns. Das „Gründungsnetz Brandenburg“ ist im April dieses Jahres aus der Landesinitiative AGiL „Aufbruch: Gründen im Land“ hervorgegangen.
Unter Federführung des Wirtschaftsministeriums hatten bereits im Jahr 2000 vier Ressorts der Landesregierung (Wirtschaft, Arbeit, Wissenschaft, Bildung) ihre Kräfte zur Unterstützung von Existenzgründungen gebündelt. 2002 kamen die brandenburgischen Kammern hinzu, 2003 die Brandenburgische Landesrektorenkonferenz und die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit. Mit der Aufnahme von vier weiteren Partnern im April 2007 - der Bürgschaftsbank Brandenburg GmbH, der InvestitionsBank des Landes Brandenburg (ILB), der ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH (ZAB) sowie der Landesagentur für Struktur und Arbeit (LASA) Brandenburg GmbH - verbindet das „Gründungsnetz“ nun alle für das Gründungsgeschehen wesentlichen Akteure im Land.
„Indem wir die Gründer-Unterstützung auf eine noch breitere Basis gestellt haben, können Existenzgründer im Land Brandenburg noch effektiver unterstützt werden“, erklärte Minister Junghanns.
Ziel des „Gründungsnetzes“ ist es, Brandenburgerinnen und Brandenburger für den Schritt in die Selbstständigkeit zu begeistern, sie fit für die Existenzgründung zu machen und Hilfestellungen bei der Festigung junger Unternehmen zu geben. Gemeinsam mit den neuen Partnern zündeten die Gründungsakteure in 2007 ein ganzes Feuerwerk an Aktivitäten, darunter:
• Das Ministerium für Wirtschaft unterstützt die Deutschen Gründer- und UnternehmerTage (deGUT) als zentrale Informationsplattform für Gründungsinteressierte in der deutschen Hauptstadtregion.
• Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie fördert mit Hilfe der LASA landesweit Lotsendienste, darunter auch einen speziellen Lotsendienst für Migrantinnen und Migranten, außerdem Beratung und Moderation von Unternehmensnachfolgen, die für potenzielle Gründerinnen und Gründer eine Alternative zur Neugründung bieten. Insgesamt waren bereits bis Ende September 2007 39 Unternehmen in der Übernahmebegleitung.
• Die Industrie- und Handelskammern haben mit dem Themenjahr „Chance Unternehmen – gründen, wachsen, sichern“ mit einer Vielzahl von Veranstaltungen dazu beigetragen, das Thema Selbstständigkeit und Existenzgründung stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen.
• Die Handwerkskammern haben mit der Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung zur Vereinfachung der Kreditvergabe mit den regionalen Sparkassen an potenzielle Gründer das Signal ausgesandt, dass auch die Finanzierung der Gründung Anliegen aller Akteure ist.
• Die InvestitionsBank des Landes Brandenburg ist Träger des Businessplanwettbewerbs, des größten regionalen Gründerwettbewerbs in Deutschland. Darüber hinaus zeichnet sie für das Land Brandenburg im kommenden Jahr für die Organisation der deGUT verantwortlich.
• In enger Zusammenarbeit mit der ZAB ZukunftsAgentur Brandenburg ist es gelungen, den Business Angel Club Berlin-Brandenburg als wichtigen Finanzierungs- und Beratungsbaustein im Land zu etablieren. Bisher hat der Club, in dem sich inzwischen mehr als 50 aktive Mitglieder engagieren, rund 1,65 Millionen Euro in über 25 Unternehmen in Berlin und Brandenburg investiert.
• Die Bürgschaftsbank konnte in 2007 den Anteil der Existenzgründer, die mit einer Bürgschaft begleitet wurden, gegenüber dem Vorjahr noch einmal steigern. Seit Gründung der Bürgschaftsbank Brandenburg 1991 stellt die Begleitung von Existenzgründerinnen und Existenzgründern mit 30 bis 40% ihres Geschäftsvolumens einen Schwerpunkt der Tätigkeit der Bürgschaftsbank dar. Dabei ist besonders der Anteil der „Bürgschaft ohne Bank“ zu würdigen, die es jungen Gründern leichter macht, ihre Ideen umzusetzen und eine Bank für ihr Vorhaben zu finden.
• Mit dem Gründerservice der Stadt Potsdam, der kürzlich seine Arbeit aufgenommen hat, konnte ein Modellprojekt zur Beschleunigung und Verschlankung des Gründungsprozesses initiiert werden. Der Gründerservice ist eine Initiative der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer Potsdam sowie der Stadt, Potsdam, um Gründern eine zentrale Anlaufstelle anbieten zu können.
Quelle: Ministerium für Wirtschaft

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