Düstere Aussichten: Neben dem in ländlichen Gegenden bereits spürbaren Ärztemangel droht zukünftig auch ein Mangel an Apothekern. In den nächsten zehn Jahren erreichen 30 Prozent der Apothekeninhaber das Rentenalter, ebenso wie die meisten Pharmazieingenieure. Damit droht die Gefahr, die wohnortnahe Arzneimittelversorgung im Flächenland Brandenburg nicht mehr gewährleisten zu können. Um dem entgegenzuwirken, ergreift die Landesapothekerkammer Brandenburg die Initiative für den dringend benötigten Nachwuchs.
„Neben Bremen sind wir das einzige Bundesland, in dem kein Pharmaziestudium angeboten wird“, bringt Jens Dobbert, Präsident der Landesapothekerkammer Brandenburg, das Problem auf den Punkt. „Dabei gibt es bei diesem Studium eine nahezu hundertprozentige Arbeitsplatzgarantie.“ Um auf die Notwendigkeit eines solchen Studiengangs hinzuweisen, trifft er am 16. Februar 2015 auf Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Begleitet wird er von zwei brandenburgischen Hochschullehrern aus dem Bereich Pharmazie, die dieses Vorhaben unterstützen.
Um der Forderung nach einem Studiengang in Brandenburg Nachdruck zu verleihen, hat die Vertreterversammlung des Berufsstandes eine entsprechende Resolution verabschiedet. „Durch die Nutzung der Ressourcen von bereits bestehenden Studiengängen und die Kooperation mit außeruniversitären Institutionen, würden weniger zusätzliche Kosten entstehen“, so Jens Dobbert.
Zudem besteht die Hoffnung, dass die Studierenden in Brandenburg ihren Lebensmittelpunkt finden und so nach dem Abschluss ihre Arbeit in den brandenburgischen Apotheken aufnehmen können.
Das Pharmaziestudium soll künftigen Abiturienten mit naturwissenschaftlichem Interesse und dem Wunsch nach einem familienfreundlichen Arbeitsplatz eine Perspektive in Brandenburg geben. Neben diesem Engagement kämpft die Landesapothekerkammer auch für den Erhalt ihrer Ausbildungsstätten für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) und Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA). „Auch bei den Apothekenmitarbeitern haben wir einen Nachwuchsmangel zu verzeichnen, obwohl die Arbeitsgebiete vielseitig sind und ein hohes Maß an Verantwortung erfordern“, fasst Jens Dobbert zusammen.
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Weiterführende Informationen rund um die Berufe in der Apotheke finden interessierte Jugendliche auf der Internetseite der Landesapothekerkammer Brandenburg unter www.lakbb.de. Hier gibt es auch einen Stellenmarkt, der deutlich zeigt, wie dringend Nachwuchs gebraucht wird.
Hintergrund:
Die Landesapothekerkammer Brandenburg ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Potsdam. Sie vertritt die beruflichen Interessen der Apotheker. Mitglied der Landesapothekerkammer sind alle Apotheker, die im Land Brandenburg ihren Beruf ausüben oder – falls sie ihren Beruf nicht ausüben – ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Die Landesapothekerkammer hat derzeit 1.600 Mitglieder. Im Land Brandenburg gibt es 590 Apotheken (inklusive 14 Krankenhausapotheken).
Uns bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Wer etwas googelt, bekommt neben den normalen Treffern eine Box mit aktuellen
Nachrichten. Legen Sie NIEDERLAUSITZ aktuell als bevorzugte Quelle fest,
erscheinen unsere Beiträge dort häufiger für Sie – und in den KI-Übersichten
von Google. Ein Klick genügt, danach sind Sie sofort wieder hier.
Falls der Knopf nicht angezeigt wird: niederlausitz-aktuell.de bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Quelle: Landesapothekerkammer Brandenburg




