Landkreis
Brandenburg Sonntag, 08 Februar 2009 von Helmut Fleischhauer

Volksbegehren "Keine neuen Tagebaue" - Der letzte Tag

Volksbegehren "Keine neuen Tagebaue" - Der letzte Tag

Am morgigen Montag können Unterstützer des Volksbegehrens "Keine neuen Tagebaue - für eine zukunftsfähige Energiepolitik" noch ihre Unterschrift auf den Brandenburger Meldeämtern leisten. Einige Ämter schließen erst um 18:00 Uhr, dann kann gezählt werden.
Am 16.12.2008, zur Halbzeit, wurden erst 6.239 Unterstützungsunterschriften eintragungsberechtigter Bürgerinnen und Bürger gezählt.
Die Initiatoren hatten in den verbliebenen 2 Monaten für ihr Anliegen noch einmal kräftig die Werbetrommel gerührt. Sie gehen von einem Erfolg aus und sind davon überzeugt, daß 80.000 Bürgerinnen und Bürger das Begehren mit ihrer Unterschrift unterstützt haben.
Auch wenn die für den Erfolg geforderte Zahl nicht erreicht wird, erfolgreich ist das Volksbegehren dennoch.
Noch nie wurde so intensiv, so häufig und so kritisch über Tagebaue, Braunkohleverstromung geschrieben und diskutiert.
Viele Brandenburger, auch abseits der “großen Löcher” in der Lausitz haben sich vielleicht erstmals mit der Problematik befasst.
Es bleibt zu hoffen, daß die Diskussion ein Umdenken bei den Entscheidenden bewirkt.
Es bleibt zu hoffen, daß in Zukunft die Forschung stärker gefördert wird. Grundlagenforschung in alternative Energiequellen. Energiequellen auch jenseits von Atomkraft, Kohle, Wind, Solar und Biomasse.
Es bleibt zu hoffen, daß der Mensch stärker in den Mittepunkt rückt und nicht die Gier nach Geld und Energie.
Es bleibt zu hoffen, daß die Menschen in Atterwasch, Grabko, Kerkwitz, Proschim und den anderen vom Tagebau bedrohten Lausitzer Dörfern nach dem Volksbegehren nicht einfach vergessen und dem angeblichen Gemeinwohl "billige Energie" geopfert werden.
Ein Scheitern des Volksbegehrens werden die Befürworter der Tagebaue vermutlich als Willensentscheid der Bevölkerung Brandenburgs für die Braukohle deuten.
Das ist es aber nicht; für viele Brandenburger sind die tiefen Löcher weit, weit weg.
Nur wer am Rande eines Tagebaues gestanden, die riesigen Flächen ausgeräumter Natur und Landschaft gesehen und mit den Menschen in den bedrohten Orten gesprochen hat, kann deren Angst vor den scheinbar unaufhaltsam näherkommenden Baggern, dem großen Loch und dem Verlust der Heimat verstehen.

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