Eine unruhige Woche liegt hinter dem Stolz der Lausitz. Erst die Breitseite nach dem Spiel vom sportlichen Leiter Roland Benschneider gegen Trainer Krämer, er würde zu lieb mit den Spielern umgehen, dann auf der Pressekonferenz dessen Antwort, er würde sich nicht verbiegen und der Umgang unter Erwachsenen die wissen worum es geht, braucht nicht mit unbegründeter Härte geführt zu werden. Auch das Präsidium saß zusammen, Trainernamen schwirrten durch die Stadt, Brdaric war gesichtet worden, Ex-Uniontrainer Düvel im Gespräch aber auch Thomas Hoßmang wurde genannt. Krämer selbst versuchte sich von dem Drumherum nichts anmerken zu lassen und forderte elf Männer auf dem Platz, die für sich selbst und den Verein die Leistung gegen Aalen in Rostock vergessen zu lassen.
Das gelang unterschiedlich gut und wurde mit einem Punkt belohnt. Gut war, dass wieder gegengepresst wurde, die Rostocker dadurch ihr Spiel oft hinten rum gestalten mussten, was wiederum selten gelang. Gut war auch Sukuta-Pasus Treffer, nach seinem Einstand beim 0:4 nun der erste Treffer für Energie. Auch sein Einsatz und Präsenz auf dem Platz war vorbildlich, er zerrte und zog an den Ketten, die die Rostocker versuchten ihm anzulegen. Gut waren Mattuschkas einddeutige Gesten in der 70. Minute, als Energie nach dem Gegentreffer drohte zu zerfallen und Rostock auf das zweite Tor drängte. Er zeigte den Weg auf, wieder draufgehen, nach vorn schieben und nicht verstecken. In der Schlussviertelstunde gelang das wieder besser und wäre fast von der Nummer 34 selbst vergoldet worden, als er in der Nachspielzeit Maß nahm und Schuhen im Rostocker Kasten die Kugel gerade noch zur Ecke klären konnte. Dann wäre der Emotionskessel wahrscheinlich explodiert. Gut war auch Mimbalas Rückkehr in die Innenverteidigung, er hatte sichtlich Spaß seine Gegenspieler zu nerven, indem er sie weggrätschte und die Bälle von den Füßen spitzelte. Toll war aber auch die Stimmung im Ostseestadion, so macht Fußball Spaß, ganz ohne Rauchbomben oder Bengalos.
Das noch nicht alles wieder rundlief ist völlig klar, daher forderte Krämer nach der Partie auch unmissverständlich an der gezeigten Leistung anknüpfen zu müssen und dadurch wieder in die Erfolgsspur zu finden. Denn Energie agierte anfangs und nach dem Gegentreffer auch zu ängstlich, aber mit Leidenschaft. Der Ausfall von Michel könnte schwer wiegen, da bleiben die Diagnosen abzuwarten, Renno im Kasten musste nur zweimal Können zeigen, das dritte Mal lag er Ball im Tor.
Präsident Neubert äußerte sich nach der Partie eindeutig: „Ich habe im Hotel mit der Mannschaft gesprochen, sie steht voll hinter dem Trainer und das hat man heute auch gesehen. Wir haben unter der Woche viel angesprochen und wollen in Ruhe mit ihm weiterarbeiten.“
Das nächste Spiel wird nicht leichter, Erzgebirge Aue wartete am Freitag um 20:30 auf Energie, Punkte verschenken werden sie sicher nicht, aber der dunkle Tunnel hat ein wenig Licht bekommen.
Alle Szenen des Spiels gibts in der Videozusammenfassung.
Fotos: Christiane Weiland
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