Den Samstagabend nutzten tausende Cottbuser und Gäste mit ihren Familien, um bei der 8. Nacht der kreativen Köpfe einerseits hinter die Kulissen verschiedener Einrichtungen und Firmen zu lunschen, andererseits um sich zu informieren und „über Nacht klüger zu werden“. Cottbus lebt und zeigte sich offen für neue Sachen. Es wurde experimentiert und ausprobiert, am BTU Zentralcampus beispielsweise durften Besucher an durch das Sana-Herzzentrum betreuten Ständen Schweineherzen nähen und sie anfassen oder bei Chemieexperimenten des UNEX-Schülerlabors erfahren, was in Duschgels und Parfüms drin ist.
Besonders überrascht waren viele vom Gemeinschaftslabor an der Priormühle. Die Horrorinszenierung kam gut an und überzeugte, aber auch der Blick in die Arbeit des Labors war nicht alltäglich und zog viele Besucher an. Ebenso die RehaVita, deren Gleichgewichttestgerät gut genutzt wurde und von einigen durchaus unterschätzt, wie anspruchsvoll es ist. Der RBB öffnete seine Studiotüren und führte durch TV- und Radioproduktion, ein sorbisches Duo gab ein kurzes Stelldichein und hier wurde auch der Nahrungsaspekt bei der Gesundheit nicht vergessen. Allerlei Gemüsesorten wurden den Neugierigen erklärt und zum probieren gereicht und die Geschmacksnerven gekostet.
Der Tierpark war zum ersten Mal mit von der Partie, die beiden Tigerdamen konnte man quasi Auge in Auge in ihrem neuen Domizil bestaunen. Zoopädagogin Julia Nitsche klärte aber auch in einem Vortrag über die bedrohte Lebenslage weltweit auf, nur noch wenige tausend Tiger gibt es, der Cottbuser Tierpark will daher Nachwuchs züchten und plant für nächstes Jahr mit einem Männchen, um vielleicht bald darauf Tigerbabys präsentieren zu können. Ein blaues Lichtband zeigte das künftige Außengehege, bis der Nachwuchs da ist, soll es auch fertig sein.
Den Abschluss des Abends bildete die Erleuchtung der Stadtmauer rund um die Lindenpforte. Der Nachtwächter und Feuerkünstler leiteten den Countdown ein, zwischendurch sorgten Bürgermeister Holger Kelch und Stadtmarketingchefin Gabi Grube für ein kurzweiliges Grußwort. Die Auftritte der beiden ersteren hätten durchaus kürzer und prägnanter sein können, so wurden die vielen Menschen nachts um eins doch etwas unruhig, da der Nachtwächter viele Dinge mehrfach aus der Phrasenkiste holte und die Feuerkünstler mit ein, zwei Liedern weniger sicher stärker in Erinnerung geblieben wären. Als es dann soweit war und das Licht anging, gab es einen kleinen „Aha“ Effekt, wobei gesagt werden muss, dass das blaue Licht an der Pforte nur an diesem Abend an war und nicht zur neuen Standardbeleuchtung gehört.
Kritik musste Cottbusverkehr einstecken. Die grüne Linie war teils bis zu 30 Minuten verspätet und Busse völlig überfüllt, so dass Zeitpläne der zahlenden Gäste ins Wanken gerieten und des Öfteren der Spruch zu hören war: „Machen die das zum ersten Mal?“, auch Busausfälle gab es laut Besuchern zu beklagen, was eingangs beschriebene Probleme verursachte.
Wenig kreativ war die Nacht leider bei der kulinarischen Darbietung. Hätte man das Thema auch hier konsquent umgesetzt und sich mit frischen, gesunden Speisen an den einzelnen Orten präsentiert, wäre der gute Gesamteindruck der Hauptacts noch besser gewesen. Aber weder die CO2 Bar bei Vattenfall, noch die Bratwurst beim Finale an der Lindenpforte haut erfahrene Besucher noch um, hier wäre mehr Mut sicher belohnt worden. Der RBB und das Lernzentrum zeigten wie es gehen kann, indem sie frische, gesunde Ware zum Verzehr und Kosten anboten. Alles in allem ein schöner Abend mit Wiederholungswert für Groß und Klein, mit Luft nach oben oder wie es die Messgeräte für die Lungenkapazität suggeriert hätten, „da ist noch Puste drin“.
Fotos: Michel Wegener, MB Dexter, Benjamin Andriske
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