Die Notfallversorgung in Brandenburg könnte bis 2040 deutlich stärker beansprucht werden. Das geht aus einer Analyse der BARMER hervor. Für den Mittelbereich Lauchhammer-Schwarzheide sagt die Krankenkasse dagegen einen Rückgang ambulanter Notfallbehandlungen im Krankenhaus um 17,7 Prozent voraus.
Lauchhammer-Schwarzheide mit dem stärksten Rückgang im Land
Grundlage ist eine Untersuchung des BARMER-Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg). Demnach könnte die Zahl ambulanter Notfallbehandlungen im Krankenhaus in Brandenburg bis 2040 im Vergleich zu 2024 um 20,2 Prozent zunehmen. Das Land liegt damit auf Platz neun, knapp unter dem Bundesschnitt von 21,1 Prozent. In Berlin werden 28,3 Prozent mehr erwartet, das ist der zweithöchste Wert nach Baden-Württemberg mit 29,2 Prozent. Am Ende steht Sachsen-Anhalt mit minus 8,0 Prozent.
Innerhalb Brandenburgs fällt die Entwicklung laut BARMER sehr unterschiedlich aus. Die Spanne reicht von minus 17,7 Prozent im Mittelbereich Lauchhammer-Schwarzheide bis zu einem Plus von 40,6 Prozent in Eberswalde. Als einen Haupttreiber nennt die Krankenkasse die alternde Bevölkerung.
Bei Rettungsdiensteinsätzen mit Patiententransport prognostiziert die Analyse für Brandenburg ein Plus von 13,9 Prozent, bundesweit sind es 12,7 Prozent. Je nach Region reicht die Spanne im Land von minus 9,8 bis plus 25,1 Prozent.
Regionale Planung der Notfallversorgung statt Gießkanne
„Eine einheitliche Ressourcenplanung nach dem Gießkannenprinzip würde den Unterschieden bei der Notfallversorgung nicht gerecht. Berlin und Brandenburg brauchen gemeinsame Qualitätsstandards, aber keine Versorgung nach einem starren Einheitsmodell“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Berlin und Brandenburg. Gerade in Brandenburg müssten Bevölkerungsentwicklung, hausärztliche Versorgung und regionale Erreichbarkeit aufeinander abgestimmt werden. „Dort, wo hausärztliche Kapazitäten und andere ambulante Angebote fehlen, kann der Druck auf Notaufnahmen und Rettungsdienst erheblich steigen.“
BARMER fordert verbindliche Ersteinschätzung für Patienten
Aus Sicht der Krankenkasse muss die Notfallversorgung stärker als zusammenhängendes System gedacht werden. Dazu gehörten eine verbindliche Ersteinschätzung, gut erreichbare ambulante Angebote und eine engere Verzahnung von Rettungsdienst, Notaufnahmen und vertragsärztlicher Versorgung. „Wer eine Notfallversorgung benötigt, muss schnell und sicher geeignete Hilfe bekommen. Zugleich dürfen Notaufnahmen und Rettungsdienste aber nicht zum Auffangbecken für Beschwerden werden, die anderswo genauso gut oder gar besser behandelt werden können“, sagt Leyh.
Eine bessere Orientierung der Patienten könnte laut Analyse erheblich entlasten. Würde die Inanspruchnahme bis 2040 auf das Niveau der Regionen mit den niedrigsten Werten in Deutschland sinken, gäbe es jeweils mehr als 25 Prozent weniger Behandlungen in Notaufnahmen und Rettungswageneinsätze mit Patiententransport. Auch eine bessere hausärztliche Versorgung würde den Anstieg im Rechenmodell deutlich dämpfen.
Datenbasis sind 8,5 Millionen Versicherte der BARMER
Für die Analyse wurden Daten von etwa 8,5 Millionen BARMER-Versicherten aus dem Jahr 2024 mit der Raumordnungsprognose 2025 des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung und der erwarteten Entwicklung der hausärztlichen Versorgung kombiniert. Betrachtet wurden bundesweit 984 Mittelbereiche, die Planungsebene der hausärztlichen Versorgung. Krankentransporte mit Krankentransportwagen wurden nicht einbezogen. Die Analyse ist unter www.bifg.de/Y925DA abrufbar.
Freie MitarbeitBewerbung bis 23.11.Dozent Kraftfahrzeugtechnik, Honorarbasis (m/w/d)Handwerkskammer Cottbus · CottbusZur Stelle →Alle 419 Stellen in Südbrandenburg →Der Bundestag hat die Reform der Notfallversorgung nach Angaben der BARMER am Donnerstag, 15. Oktober, verabschiedet. Sie sieht unter anderem vor, die Rufnummern 116117 und 112 zu vernetzen, Integrierte Notfallzentren einzurichten und Versorgungswege für Patienten klarer zu regeln.
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