Die Stadtverordneten in Guben haben am Mittwoch den Weg für den Umbau der Villa Guben zum Mehrgenerationenhaus frei gemacht. Außerdem steht fest, dass mit dem Bürgerbudget Defibrillatoren angeschafft werden. Das berichtete Bürgermeister Fred Mahro in einer Videobotschaft nach der Sitzung, die erst kurz vor 22 Uhr endete.
Über 30 Tagesordnungspunkte seien behandelt worden, sagte Mahro in dem Video auf seiner Facebook-Seite. Zu Beginn der Sitzung legte er seinen Diensteid ab. Es war das vierte Mal, zweimal als stellvertretender Bürgermeister und zweimal als Bürgermeister.
Umbau der Villa Guben beginnt in der kommenden Woche
Die Villa Guben in der Alten Poststraße 63 soll zum Mehrgenerationenhaus werden, in Verbindung mit einem Kita-Neubau. Das hatten die Stadtverordneten bereits in einem früheren Beschluss festgelegt. Am Mittwoch vergaben sie nun zwei Aufträge für den Umbau. Die Baustelleneinrichtung kostet laut Beschlussvorlage rund 133.000 Euro, die Bauhauptleistungen rund 477.500 Euro. Angefragt hatte die Stadt jeweils 17 Firmen, eingegangen waren jeweils zwei Angebote.
Das Vorhaben wird zu 86,67 Prozent aus dem EFRE-Programm Nachhaltige Stadtentwicklung gefördert. Die Bauarbeiten in der Villa Guben sollen laut Mahro in der kommenden Woche beginnen. Das Haus habe lange leer gestanden und werde nun wieder für einen guten Zweck genutzt, sagte der Bürgermeister. Die meisten Aufträge seien an Firmen aus der Region und aus Guben gegangen.
Auf einer weiteren Baustelle ist laut Mahro ebenfalls Bewegung: Für die neue Rettungswache, die der Landkreis Spree-Neiße in der Flemmingstraße baut, ist am 8. Oktober der offizielle Baustart geplant. Die Arbeiten hätten bereits begonnen.
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Defibrillatoren gewinnen das Gubener Bürgerbudget
Beim Bürgerbudget 2026 hatten die Gubener über die Verwendung von 17.000 Euro abgestimmt. Die Summe richtet sich nach der Einwohnerzahl, pro Einwohner steht ein Euro zur Verfügung. Eingereicht wurden laut Vorlage 30 Vorschläge, 13 davon kamen in die Abstimmung. Vorn lagen öffentlich zugängliche Defibrillatoren im Stadtgebiet und in den Ortsteilen mit 129 Stimmen. Knapp dahinter folgte mit 125 Stimmen die Digitalisierung der Rollfilme der Stadtbibliothek.
Die Stadtverordneten haben das Ergebnis festgestellt und die Verwaltung mit der zügigen Umsetzung beauftragt. Wo die Geräte hängen sollen, wird laut Mahro noch abgestimmt und bekannt gegeben. Er sprach von einem vollen Erfolg, auch bei der Beteiligung.
Guben regelt den Umgang mit dem Bau-Turbo
Nach langer Diskussion haben sich die Stadtverordneten laut Mahro auch auf den Umgang mit dem sogenannten Bau-Turbo geeinigt. Das Bundesgesetz gilt seit Oktober 2025 und soll den Wohnungsbau beschleunigen. Bauherren können damit unter bestimmten Voraussetzungen von einem Bebauungsplan oder von der Umgebungsbebauung abweichen. Die Gemeinde muss dem aber zustimmen.
Dafür gibt es in Guben künftig einen Kriterienkatalog, nach dem Anträge bewertet werden. Über Vorhaben mit bis zu drei Wohnungen entscheidet laut Beschlussvorlage der Bürgermeister, größere Vorhaben kommen in den Hauptausschuss. Die Sonderregel im Baugesetzbuch ist bis Ende 2030 befristet.
Jahresabschlüsse von Wohnungsgesellschaft und Sozialwerken
Mit breiter Mehrheit bestätigten die Stadtverordneten nach Mahros Worten auch die Jahresabschlüsse 2025 der beiden städtischen Gesellschaften. Die Gubener Wohnungsgesellschaft (GuWo) mit ihren 3.331 Wohnungen hat laut Jahresabschluss einen Überschuss von rund 1,28 Millionen Euro erzielt. 2025 wurden 65 Einheiten abgerissen.
Die Gubener Sozialwerke schlossen das Jahr dagegen mit einem Fehlbetrag von rund 1,36 Millionen Euro ab, nach rund 99.000 Euro im Vorjahr. Die Geschäftsführung bezeichnet das Ergebnis im Lagebericht selbst als nicht zufriedenstellend. Die gemeinnützige Gesellschaft beschäftigte im Schnitt 108 Mitarbeiter und betreibt unter anderem das neue Pflegefachzentrum im Hegelquartier. Die Nachfrage nach Plätzen im Betreuten Wohnen dort übersteigt laut Lagebericht die 28 geplanten Plätze um ein Mehrfaches.
Kita Regenbogen beschäftigt die Einwohnerfragestunde
In der Einwohnerfragestunde ging es vor allem um die Kita Regenbogen. Man bleibe dazu im Austausch, sagte Mahro. Allen Beteiligten sei klar, wie schwierig die Lage bei den Kinderzahlen in Guben und im gesamten Landkreis Spree-Neiße sei. Am Ende werde wohl der Landkreis beziehungsweise der Kreistag entscheiden.
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Red. / Presseinformation







