Eine Störung am Hochofen hat ArcelorMittal Eisenhüttenstadt gezwungen, die Produktion am Standort vorübergehend teilweise herunterzufahren. Das teilt das Unternehmen am Dienstag mit. Anwohner müssen zeitweise mit mehr Lärm rechnen.
Die Produktion läuft vorerst eingeschränkt
„Aufgrund einer prozessbedingten Störung am Hochofen wurde die Produktion an unserem Standort vorübergehend teilweise heruntergefahren“, heißt es in der Mitteilung. Wie groß der betroffene Anteil ist, steht nicht darin.
Die Fachkräfte des Werks arbeiteten „mit hoher Priorität und großem Einsatz“ an der Beseitigung der Störung und an der Stabilisierung der Anlagen. Nach aktuellem Stand gehe man davon aus, kurzfristig in den regulären Produktionsbetrieb zurückzukehren.

Anwohner müssen mit mehr Lärm rechnen
Für die Nachbarschaft hat das Folgen, die man hört. Bei den Maßnahmen zur Wiederherstellung des Normalbetriebs könne es „zeitweise zu einer erhöhten Geräuschentwicklung kommen“, schreibt das Unternehmen. Man wisse, dass das für Anwohner belastend sein könne, und bitte um Verständnis.
Wie lange dieser Zustand anhält, sagt die Mitteilung nicht. Sie nennt weder einen Zeitraum noch eine Tageszeit.
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Das Anschreiben nennt den Hochofen 5A
Die Mitteilung selbst spricht nur allgemein vom „Hochofen“. Im Anschreiben der Mail, mit der sie an die Redaktionen ging, wird Kommunikationsleiterin Sophie Krüger konkreter: Es gehe um „die aktuelle Situation am Hochofen 5A“.
Der Hochofen 5A ist die Anlage, in der bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt das Roheisen entsteht. Steht sie still oder läuft sie gedrosselt, wirkt sich das auf die nachgelagerten Stufen im Werk aus.
Das Werk macht keine weiteren Angaben
Was genau vorgefallen ist, bleibt offen. Das Unternehmen spricht von einer „prozessbedingten Störung“, ohne sie zu beschreiben. Angaben dazu, ob Menschen zu Schaden kamen, enthält die Mitteilung nicht. Ebenso wenig steht darin, was die Unterbrechung für die Beschäftigten bedeutet.
Wir haben ArcelorMittal Eisenhüttenstadt am Dienstagnachmittag zu diesen Punkten befragt: nach der Ursache, nach möglichen Verletzten, nach der Dauer und danach, bis wann der Lärm anhält. Die Antwort kam eine Viertelstunde später. „Über die bereits kommunizierten Informationen hinaus machen wir derzeit keine weiteren Angaben“, teilte Kommunikationsleiterin Sophie Krüger mit und bat um Verständnis.
Damit bleibt offen, wie lange Anwohner mit der erhöhten Geräuschentwicklung rechnen müssen. Die Sicherheit der Anlagen und die sichere Wiederaufnahme der Produktion hätten „oberste Priorität“, heißt es in der Mitteilung vom Vormittag.
Der Standort soll ohnehin umgebaut werden
Das Werk an der Oder ist einer von vier großen Produktionsstandorten des Konzerns in Deutschland und neben Bremen eines von zwei integrierten Flachstahlwerken. Bundesweit beschäftigt ArcelorMittal rund 9.400 Menschen und stellt etwa acht Millionen Tonnen Rohstahl im Jahr her.
Mittelfristig soll die Technik, um die es jetzt geht, ohnehin verschwinden: Die Stahlherstellung in Eisenhüttenstadt und Bremen soll von der kohle- und koksbasierten Erzeugung über Hochofen und Konverter auf Direktreduktion und Elektroöfen umgestellt werden. Bis dahin hängt die Produktion bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt am Hochofen.
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Red. / Presseinformation







