Mit einer Feierstunde in der Kleinen Kapelle hat die Stadt Forst (Lausitz) am 8. Juli das neue Sternenkinder-Grabfeld auf dem Hauptfriedhof offiziell eingeweiht. Der Erinnerungsort richtet sich nach Angaben der Stadt an Familien, die den Verlust eines Kindes während der Schwangerschaft, vor, bei oder kurz nach der Geburt erfahren mussten.
Ein würdevoller Ort für Trauer und Erinnerung
Als Sternenkinder werden Kinder bezeichnet, die in dieser frühen Lebensphase versterben – unabhängig von Schwangerschaftswoche oder Geburtsgewicht. Zwar regelt das Brandenburgische Bestattungsgesetz, ab wann eine Bestattungspflicht besteht. Die Stadt möchte mit dem Grabfeld jedoch allen betroffenen Familien einen geschützten Ort des Gedenkens, der Trauer und der Erinnerung anbieten.
Die Idee entstand aus Anregungen ortsansässiger Bestattungsunternehmen, Hebammen, Trauerrednerinnen und Trauerredner sowie Seelsorgerinnen und Seelsorger. Auch persönliche Schicksale und Berichte aus dem Umfeld hätten gezeigt, wie wichtig ein solcher Ort ist, heißt es von der Stadt.
Brücke in den Sternenhimmel als symbolischer Eingang
Für das Sternenkinder-Grabfeld wurde eine bislang ungenutzte, zentral gelegene und barrierefrei erreichbare Grünfläche auf dem Hauptfriedhof ausgewählt – abgestimmt auf die Friedhofsentwicklungskonzeption und mit den Denkmalbehörden. Das rund 34 Meter lange und 7,5 Meter breite Feld ist von einer Hecke eingefasst und bewusst naturnah gestaltet.
Eine hölzerne Brücke bildet den symbolischen Eingang in den „Sternenhimmel“. Unterschiedlich große Sterne können als Grabzeichen eingebracht und mit Granitpflaster eingefasst werden – die Einfassungen dienen zugleich als Ablage für Blumen, Kerzen und Erinnerungsstücke. Auch ein Namensschild des beigesetzten Kindes kann eingesteckt werden. Holzbänke, Edelrosen, Hochstammrosen und Stauden ergänzen die Anlage, zwei Hortensien markieren den symbolischen Ausgang.

Zeichen der Anerkennung für ein stilles Schicksal
Der Verlust eines Kindes bleibe für viele Eltern ein schweres und oftmals stilles Schicksal, betont die Stadt. Nicht selten fühlten sich Betroffene mit ihrer Trauer allein. Das Grabfeld solle deshalb auch ein Zeichen gesellschaftlicher Anerkennung sein und zeigen, dass diese Trauer einen Platz hat. Die Stadt dankt allen Beteiligten, die Planung und Umsetzung unterstützt haben.
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Fotos: Stadt Forst (Lausitz)/A. Locker | Luftbild: Frank Junge
Red. / Presseinformation






