Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat den Grundstücksmarktbericht 2025 für Cottbus/Chóśebuz veröffentlicht. Die Auswertung von 501 Kaufverträgen zeigt: Die Immobilienpreise in Cottbus stabilisieren sich auf niedrigem Transaktionsniveau – mit Rekordwerten bei neuen Eigentumswohnungen und großen Unterschieden zwischen den Stadtteilen.
Immobilienpreise in Cottbus zeigen ein geteiltes Bild
Insgesamt wechselten 2025 Immobilien für 145,1 Millionen Euro den Eigentümer – fast exakt das Vorjahresniveau. Die Zahl der Kaufverträge stieg nach Angaben des Gutachterausschusses um fünf Prozent auf 501, bleibt damit aber weit unter den Werten von vor 2023, als regelmäßig über 600 Verträge zählten. Fast drei Viertel des Geldumsatzes entfielen auf bebaute Grundstücke.
Auffällig: Die Zahl der vollzogenen Zwangsversteigerungen stieg von einer im Vorjahr auf acht. Getätigt wurden die Käufe überwiegend von Privatpersonen (77 Prozent), rund 22 Prozent der Verkäufe liefen über Makler, etwa acht Prozent der Transaktionen gingen auf ausländische Investoren und Privatpersonen zurück.
Bauland zwischen 15 und 200 Euro je Quadratmeter
Der Markt für Eigenheim-Bauland bleibt klein: Nur 26 auswertbare Verkäufe registrierte die Geschäftsstelle, unter anderem in Branitz, Dissenchen, Gallinchen, Döbbrick, Sandow, Kiekebusch, Sielow, Willmersdorf, Ströbitz und Schmellwitz. Im Schnitt wurden 118 Euro je Quadratmeter gezahlt. In acht Bodenrichtwertzonen zogen die Werte um sechs bis 20 Prozent an, alle übrigen blieben konstant.
Die Spannbreite zwischen den Lagen ist enorm, wie die aktuellen Bodenrichtwerte (Stichtag 1. Januar 2026) zeigen:
| Lage | Bodenrichtwert (€/m²) |
|---|---|
| Neues Wohngebiet Dissenchener Binnendüne I | 200 |
| Windmühlensiedlung, neue Wohngebiete | 190 |
| Grenzstraße neues Wohngebiet 2 (Gallinchen) | 175 |
| Branitzer Siedlung | 160 |
| Kahren Nutzberg | 35 |
| Maiberg | 15 |
Einfamilienhäuser im Bestand mit stabilen Preisen
71 Verkäufe freistehender Ein- und Zweifamilienhäuser konnte der Ausschuss auswerten. Während unsanierte Altbauten mit Baujahr vor 1948 um rund 16 Prozent teurer wurden, gaben unsanierte Häuser der Baujahre 1949 bis 1989 um fünf bis acht Prozent nach. Jüngere Baujahrgruppen blieben stabil.
| Baujahresgruppe | Ø Kaufpreis (€) | Tendenz |
|---|---|---|
| vor 1948, unsaniert | 247.000 | steigend |
| vor 1948, teilsaniert | 287.000 | leicht fallend |
| 1949–1989, unsaniert | 219.000 | fallend |
| 1990–1999 | 349.000 | stabil |
| 2000–2021 | 336.000 | stabil |
Die normierten Wohnflächenpreise reichen von rund 1.050 Euro je Quadratmeter für unsanierte Vorkriegshäuser bis zu 3.750 Euro für sanierte Objekte der Baujahre 1949 bis 1989.
Neue Eigentumswohnungen so teuer wie nie
Beim Wohnungseigentum stieg die Vertragszahl um 17 Prozent auf 161. Der Erstbezug im Neubau erreichte mit durchschnittlich 4.265 Euro je Quadratmeter Wohnfläche einen neuen Höchstwert – allerdings bei nur noch zehn Kauffällen und einem um 49 Prozent eingebrochenen Geldumsatz in diesem Segment. Weiterverkäufe von Neubauwohnungen verteuerten sich auf durchschnittlich 2.392 Euro je Quadratmeter, sanierte Altbauwohnungen aus Umwandlungen lagen bei 2.749 Euro. Am günstigsten bleibt die Platte: In den geschlossenen Wohnquartieren kosteten Wohnungen im Schnitt 1.274 Euro je Quadratmeter.
Cottbus bleibt günstigste große Stadt Brandenburgs
Für die Einordnung liefert der aktuellste Landesbericht des Oberen Gutachterausschusses (Datenjahr 2024) den Vergleich: Ein freistehendes Einfamilienhaus kostete in Cottbus im Schnitt 290.000 Euro – weniger als in Brandenburg an der Havel (323.000 Euro), Frankfurt (Oder) (311.000 Euro) und erst recht Potsdam (613.000 Euro). Der Landesdurchschnitt lag bei 367.000 Euro. Im Lausitzer Umland ist Wohneigentum dagegen deutlich günstiger: In Spree-Neiße wurden im Mittel 188.000 Euro gezahlt, in Oberspreewald-Lausitz 177.000 Euro und in Elbe-Elster 174.000 Euro.
Der komplette Grundstücksmarktbericht 2025 steht kostenlos zum Download bereit: Grundstücksmarktberichte des Landes Brandenburg. Ein Druckexemplar ist gegen eine Schutzgebühr von 50,50 Euro in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses erhältlich.
Weitere aktuelle Meldungen aus der Region
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Zum täglichen Newsüberblick für die Lausitz
Symbolfoto: UK
Red. / Presseinformation






