Angesichts der heute beginnenden Erörterung zum Braunkohlenplan Welzow-Süd II wirft der Landesgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Axel Kruschat der Landesregierung das Festhalten an einer anachronistischen Planung vor. Der BUND verweist darauf, dass mit dem Aufschluss von Welzow-Süd II im Jahr 2027 begonnen werden soll. Kruschat: „Zu diesem Zeitpunkt muss aus Gründen des Klimaschutzes der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung vollzogen werden. Wir können nicht von den Entwicklungs- und Schwellenländern Anstrengungen zur Reduzierung der CO2-Freisetzung verlangen und unsere Braunkohlenkraftwerke als Kohlendioxidschleudern Jahrzehnte weiterbetreiben.“
Durch den Braunkohlentagebau würde der Grundwasserspiegel weiter Teile der Lausitz abgesenkt. Eine zum Schutz des Lausitzer Seenlands geplante Dichtwand wird zu nah an der Seenkette errichtet, so dass – wie das von Greenpeace in Auftrag gegebene Gutachten von Ralf E. Krupp beweist – ein Grundbruch zu befürchten ist, der zu einer Rutschung im Bereich Dorfes Lieske (Oberspreewald-Lausitz) führen könnte. Der BUND fordert daher, den Braunkohlenplan zu stoppen, um die Abbaggerung des Dorfes Proschim und von Teilen der Stadt Welzow (Spree-Neiße) zu verhindern. Der BUND fürchtet außerdem eine Beeinträchtigung des nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtline geschützten Naturschutzgebietes „Weißer Berg bei Bahnsdorf“, das sich im Geltungsbereich des Braunkohlenplanes befindet.
Insgesamt hatten etwa 5 000 Bürgerinnen und Bürger Einwände gegen den Braunkohlenplan erhoben, so dass mit einer mehrtägigen Erörterung gerechnet wird.
Fotos: Protest vor Beginn des Erörterungstermins
Quelle und Fotos: BUND Brandenburg






