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Cottbus Samstag, 14 Januar 2017 00:34 |  von Redaktion

Rechte Demonstranten marschieren durch Cottbuser Innenstadt

Rechte Demonstranten marschieren durch Cottbuser Innenstadt

Kurz nach 22 Uhr sind am Cottbuser Altmarkt und der Sprem cirka 100 teils vermummte Personen aufmarschiert und haben, begleitet mit bengalischen Feuern, ausländerfeindliche Parolen skandiert. Laut Augenzeugen waren es großteils Männer im Alter bis Ende 20. Unter anderem war "Nafris raus" und "Deutsche Straßen der Deutschen Jugend" zu hören. Sie trugen auch ein Transparent mit der Aufschrift "Verteidigt Cottbus" mit sich. In den letzten Wochen und Monaten waren immer wieder Aufkleber mit "Defend Cottbus" in der Stadt zu finden. Weiterhin verteilten sie Flyer in der Sprem mit der Überschrift "Cottbus NAFRIfrei". Die Gruppe ist vom Altmarkt her in die Sprem gezogen und hat sich auf Höhe des Spremberger Turms in viele Richtungen verstreut. (Anm. d. Red.: Im Originaltext stand: "Richtung "Am Stadtbrunnen" abgebogen". Das beruhte auf einer Zeugenbescheibung und war augenscheinlich falsch.). Die Polizei erhielt mehrere Notrufe, woraufhin Streifenwagen das Gebiet befuhren. Drei Personen konnten festgestellt werden, sie sind polizeibekannt aus dem rechten Spektrum und es wurde Anzeige wegen möglicher Volksverhetzung erstattet, viele sind laut Polizei in Autos verschwunden und haben die Innenstadt verlassen. Die Demonstration war der Polizei im Vornherein nicht bekannt.

Wenig später war auf reddit.de ein Foto der unangemeldeten Demo zu sehen, unter dem Account "Frauke Petry 2017" und dem Slogan "MAKE GERMANY GREAT AGAIN! #VoteAfD2017". Weiterhin wurde der Flyer vom Account "Verteidigt Cottbus! Demonstration von Cottbus Nafrifrei" hochgeladen. Auch auf Antifaseiten ist ein Foto des Aufmarsches auf dem Altmarkt zu sehen und wurden Informationen veröffentlicht.

Das Wort NAFRI ist in der Silvesternacht in Köln über den Twitteraccount der Kölner Polizei an die Öffentlichkeit gelangt und bedeutet im Funkgebrauch der Polizei "Nordafrikaner". Seitdem wird es auch von rechten Gruppen für Skandierungen gebraucht.

In einem Bericht des Aktionsbündnisses Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit über "Die „Identitären“ in Brandenburg" heißt es: "Indes verstärken sich in der Lausitzstadt (Anm. d. Red.: Cottbus) die Propagandaaktivitäten von „Identitären“. Massenweise werden Aufkleber im Stadtbild verklebt, auf der die Parole „Defend Europe“ zu „Defend Cottbus“ abgewandelt ist.

Ergänzung 10:30 - Oberbürgermeister Holger Kelch äußerte sich zu den Vorfällen: "Solche Leute sollen nicht das Bild von Cottbus bestimmen." Es sei in Cottbus bislang gelungen, den sozialen Frieden zu wahren, und das solle auch so bleiben, so Kelch. Mit der Demonstration und den Handzetteln werde versucht, Angst zu schüren und Hass zu entfachen. Alle demokratischen Kräfte müssten darauf eingerichtet sein, dass sich solche Aktionen im Umfeld der Verhandlung dee Bundesverfassungsgerichte zur NPD sowie mit Blick auf den 15. Februar wiederholen können.
Kelch begrüßte es, dass der Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen hat.

Foto: Cottbuser Antifa Twitteraccount vom Aufmarsch am Altmarkt

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