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Brandenburg Mittwoch, 14 September 2016 11:03 |  von Redaktion

Azubis in Brandenburg haben stark erhöhtes Unfallrisiko

Azubis in Brandenburg haben stark erhöhtes Unfallrisiko

Bei den Krankschreibungen unterscheiden sich Berufsanfänger in Brandenburg deutlich von älteren Arbeitnehmern. Auszubildende fallen zum Beispiel sehr viel häufiger auf Grund von Verletzungen aus. Die aktuelle Azubi-Sonderanalyse des DAK-Gesundheitsreports 2016 belegt ein stark erhöhtes Unfallrisiko der Jungen: Während 2015 in Brandenburg über alle Altersgruppen hinweg auf hundert Arbeitnehmer elf Unfälle kamen, waren es bei den 15- bis 19-Jährigen 26 Fälle – 136 Prozent mehr. Bei Erkrankungen des Atmungssystems lagen die Berufsstarter ebenfalls vorn. Ein Erkältungsfall war in ihrer Gruppe mehr als doppelt so häufig wie in der Gesamtheit der DAK-versicherten Arbeitnehmer zwischen 15 und 65 Jahren.  

Auszubildende haben nicht nur häufiger Unfälle, sie verletzen sich auch schwerer: Ältere Arbeitnehmer verstauchen sich den Fuß, Berufsstarter verrenken sich das Knie oder brechen sich das Bein. „Jüngere haben eine größere Risikobereitschaft“, erklärt Elisabeth Thomas, Ärztin bei der DAK-Gesundheit. „Sie treiben riskantere Sportarten und zeigen ein anderes Freizeitverhalten.“  

Der häufigste Grund für eine Krankschreibung bei den Berufsstartern in Brandenburg war 2015 eine Erkrankung des Atmungssystems: Auf hundert DAK-versicherte Azubis kamen mehr als 94 Fälle. Wegen der kürzeren Dauer sind Atemwegserkrankungen jedoch weniger relevant. Sie kosten einen Auszubildenden nur rund fünf Tage im Job, Verletzungen agegen schlagen im Durchschnitt mit zehn Fehltagen zu Buche. Mit einem verrenkten Knie fehlt ein Berufsstarter im Bundesdurchschnitt 20 Tage im Job, mit einem Oberschenkelbruch sogar 55 Tage.
 
Operationen mit kurzem Klinikaufenthalt

„Unfallbedingt lange im Job und in der Berufsschule zu fehlen, kann unter Umständen den Ausbildungserfolg gefährden“, warnt Elisabeth Thomas. Die Ärztin empfiehlt Betroffenen, die operiert werden müssen, verstärkt nach kurzstationären Angeboten zu suchen. „Dadurch lassen sich die Fehlzeiten verkürzen.“ Die DAK-Gesundheit macht ihren Versicherten besondere Behandlungsangebote in einem eigenen Spezialisten-Netzwerk. In ausgewählten Kliniken setzen erfahrene Chirurgen auf besonders schonende Verfahren wie minimal-invasive, mikrochirurgische und endoskopische Operationstechniken, wodurch die Patienten schneller wieder nach Hause und an den Arbeitsplatz können.

Top Ten der Erkrankungsarten in Brandenburg bei den Auszubildenden sowie bei den 15- bis 65-Jährigen:

15- BIS 19-JÄHRIGE AUSZUBILDENDE

1. Atmungssystem (30,7 Prozent)
2. Verletzungen (16,5 Prozent)
3. Infektionen (11,6 Prozent)
4. Verdauung (8,7 Prozent)
5. Muskel-Skelett-Erkrankungen (8,0 Prozent)
6. Unspezifische Symptome (6,5 Prozent)
7. Psychische Erkrankungen (6,4 Prozent)
8. Haut (2,9 Prozent)
8. Nervensystem, Augen, Ohren (2,9 Prozent)
10. Urogenitalsystem (2,2 Prozent)  

15- BIS 65-JÄHRIGE ERWERBSTÄTIGE

1. Muskel-Skelett-Erkrankungen (23,1 Prozent)
2. Atmungssystem (17,2 Prozent)
3. Psychische Erkrankungen (14,5 Prozent)
4. Verletzungen (12,3 Prozent)
5. Verdauung (5,6 Prozent)
6. Kreislaufsystem (4,7 Prozent)
7. Infektionen (4,4 Prozent)
8. Nervensystem, Augen, Ohren (3,9 Prozent)
9. Neubildungen (3,8 Prozent)
10. Unspezifische Symptome (3,3 Prozent)

Foto: Matthias Preisinger  / www.pixelio.de

 

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