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Brandenburg Samstag, 30 Juli 2016 17:20 |  von Redaktion

Schröter lehnt ausschließliche Unterbringung von männlichen Flüchtlingen in Wünsdorf ab

Schröter lehnt ausschließliche Unterbringung von männlichen Flüchtlingen in Wünsdorf ab

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter hat angebliche Pläne Berlins kritisiert, wonach in der Erstaufnahme in Wünsdorf ausschließlich allein reisende Männer untergebracht werden sollen. Der Minister betonte heute in Potsdam: „Aufgrund freier Kapazitäten kann Brandenburg Berlin bei der Unterbringung von Asylsuchenden unterstützen. Das ist aber kein Angebot, um dem Berliner Senat aus der Patsche zu helfen. Vielmehr wollen wir Menschen unterstützen, die von den schwierigen Bedingungen in Berliner Unterkünften besonders betroffen sind. Und das sind in erster Linie Kinder. Es kann nicht sein, dass Familien mit Kindern in Berliner Turnhallen oder sonstigen Behelfseinrichtungen leben müssen, während allein reisende Männer in unserer neu eingerichteten, kinderfreundlichen Erstaufnahme-Außenstelle in Wünsdorf untergebracht werden“.

Berlin hatte aufgrund der starken Überlastung eigener Flüchtlingsunterkünfte Brandenburg um Unterstützung gebeten. Die Verhandlungen zur Unterbringung von Berliner Flüchtlingen in der märkischen Erstaufnahme-Außenstelle in Wünsdorf laufen bereits seit einigen Monaten. Medienberichten zufolge will Berlin 1.000 Männer nach Wünsdorf schicken.

Schröter sagte: „An diesem einen Standort 1.000 Männer unterzubringen kommt aus meiner Sicht nicht infrage. Wünsdorf ist als Außenstelle unserer Erstaufnahmeeinrichtung gerade mit sehr großem Aufwand familienfreundlich hergerichtet worden. Es gibt dort Spielzimmer und Spielplätze sowie Unterrichtsräume. Auch die psychologische Betreuung ist speziell auf Familien ausgerichtet. Deshalb haben wir Berlin gebeten, dort überwiegend Familien unterzubringen. In unserem Entwurf für eine Verwaltungsvereinbarung haben wir konkret vorgeschlagen, dass der Anteil allein reisender Männer an allen Berlin zugewiesenen und von Brandenburg aufgenommenen Flüchtlingen höchstens 30 Prozent betragen sollte. Der Entwurf der Vereinbarung liegt seit 8. Juli beim zuständigen Berliner Senat. Wir warten auf eine Rückmeldung, um dann die Verhandlungen fortsetzen zu können.“

Die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Brandenburg befindet sich in Eisenhüttenstadt. Neben der dortigen Hauptstelle verfügt sie derzeit über acht Außenstellen in verschiedenen Orten des Landes. Insgesamt stehen an den Standorten knapp 4.500 belegbare Plätze zur Verfügung. Aktuell sind dort etwa 1.500 Asylbewerber untergebracht.

pm/red

Foto: Wikipedia, CC 3.0; Roland.h.bueb

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