Spree-Neiße Freitag, 24 Juli 2020 von Redaktion

Wasserreserven der Spree gefährdet. Gräben und Fließe können austrocknen

Wasserreserven der Spree gefährdet. Gräben und Fließe können austrocknen

Die Untere Wasserbehörde des Landkreises Spree-Neiße/Wokrejsa Sprjewja-Nysa informiert darüber, dass der länderübergreifend festgelegte Mindestabfluss in der Spree weiterhin aufgrund der anhaltenden Niedrigwassersituation und den äußerst knappen Speicherreserven gefährdet ist. Trotz der vereinzelten, starken Niederschläge konnten die Wasserverluste bisher nicht wieder ausgeglichen werden. Das untere Spreegebiet ist davon besonders betroffen, weil dort vergleichsweise wenig Wasser aus dem Gelände abfließt und man auf die Abgabe aus dem oberen Spreegebiet angewiesen ist. Um den Mindestwasserabfluss in der Spree sicherzustellen, müssen nun die Wasserableitungen in benachbarte Vorflutsysteme weiter reduziert bzw. ganz eingestellt werden.

Fließe und Gräben müssen trocken gelegt werden

Diese Maßnahme ist dringend erforderlich, kann aber dazu führen, dass einige Gewässer stellenweise komplett trockenfallen. Die Untere Wasserbehörde bittet hier alle Anlieger um Verständnis.

Auf die Frage, was mit Lebewesen in den Gewässern passiert, antwortete die Behörder: "Tiere, die sich nicht bereits instinktiv zurückgezogen haben, fallen der Trockenheit leider zum Opfer. Das ist aber ein langsamer Prozess und bedeutet nicht, dass hunderte Fische morgen tot im Graben liegen werden. Die Angelverbände können auch notabfischen, dann muss aber auch angemeldet werden, wohin sie umgesetzt werden sollen und ob die Wassersituation dort absehbar erhalten bleibt."

Die Umwelt „erträgt“ die Dürre bereits seit mehr als zwei Jahren und hat sich bereits teilweise angepasst, die Niederschläge in diesem Jahr reichten bisher nicht aus, um die Lage wieder zu entspannen. Die Speicher in Sachsen sind leer, laut unterer Wasserbehörde wäre die Situation ohne diese schon viel zeitiger extremer gewesen. Die Länder Sachsen, Brandenburg und Berlin teilen sich die Reserven, um die Versorgung aller Gebiete und die Trinkwasserversorgung Berlins zu sichern.

Ausleitung aus der Spree in den Priorgraben wird von 0,75 m³/s auf 0,5 m³/s reduziert. Davon gehen dann noch

  • 0,02 m³/s in den Hechtgraben
  • 0,003 – 0 m³/s in den Ströbitzer Landgraben
  • 0,3 m³/s in die Teichgruppe Glinzig
  • 0,03 – 0 m³/s in den Überleiter zum Ströbitzer u. Brahmower Landgraben

Ausleitung aus der Spree in den Hammergraben wird von 1,65 auf 1,4 m³/s reduziert. Davon geht der Großteil in die Teichgruppe Peitz. Betroffen sind die Ableitung zum Willmersdorfer Hauptgraben und zum Schwarzen Graben.

Ausleitungen aus der Spree zwischen Cottbus und Schmogrow werden insgesamt von 0,46 auf 0,1 – 0,03 m³/s reduziert. Davon gehen

  • 0,005 m³/s in das Grabensystem Schmellwitz
  • 0,02 - 0 m³/s in den Wilmersdorfer Hauptgraben
  • 0,02 – 0 in den Sielower Landgraben
  • 0,02 – 0 in den Dorfgraben Döbbrick

Auch Ausleitungen aus dem Nordumfluter werden insgesamt von 0,45 m³/s auf 0,1 – 0,03 m³/s reduziert. Davon gehen

  • 0,02 – 0 m³/s in das 5. Fließ
  • 0,03 – 0 in das Nordfließ
  • 0,05 – 0,03 m³/s in den Waldgraben Straupitz
  • 0,02 – 0 in das Nordfließ Schmogrow

Der Graben aus der Spree in den Branitzer Park und das Tierparkgewässer wird von 0,24 (240 Liter/Sekunde) auf 0,20 m³/s (200 Liter/Sekunde) reduziert um die Wasservogelanlage und den Branitzer Park am Leben zu erhalten.

Sollte sich die Situation noch weiter verschärfen, kann es eine letzte Option sein, das Spreewasser auch komplett über den Nordumfluter statt die Spree zu leiten. Dann sind erfahrungsgemäß die Verdunstungsverluste geringer.

Wasserentnahme bereits eingeschränkt

Gleichzeitig weist die Untere Wasserbehörde noch einmal auf die mit der Allgemeinverfügung vom 12.06.2020 eingeschränkte Wasserentnahme aus den Oberflächengewässern hin und fordert alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, auch mit dem Grundwasser sparsam umzugehen. Die Entnahme von Grundwasser zur Beregnung von Rasenflächen, Gärten und Sportanlagen ist bei sommerlichen Temperaturen in der Zeit zwischen 10 und 18 Uhr zu vermeiden, um die Wasserverluste durch Verdunstung gering zu halten. Stattdessen sollte die Bewässerung in den frühen Morgenstunden erfolgen, dann ist es in der Regel am kühlsten und die Verdunstung am geringsten.

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