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Oberspreewald-Lausitz Dienstag, 24 August 2021 von Redaktion / Presseinfo

75-jähriges Betriebsjubiläum für Malerbetrieb aus Freienhufen

75-jähriges Betriebsjubiläum für Malerbetrieb aus Freienhufen

Am 1. September dieses Jahres feiert ein Malerbetrieb aus Freienhufen 75-jähriges Jubiläum. Wie die HWK Cottbus mitteilte, ist das ein Plädoyer für das Maler- und Lackiererhandwerk. Die Aufträge des Familienbetriebs kommen heute vor allem aus der Region und zu 70 Prozent von öffentlichen Institutionen und der Industrie. Die Angebotsvielfalt reicht dabei von der Fassadengestaltung und Innenraumgestaltung, über Infoleitsysteme und Lackierung bis zur Beschriftung von Fahrzeugen. 

Die HWK Cottbus teilte dazu mit: 

Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges ging Rolf Konzack, gerade erst aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen, einen mutigen Schritt: 1946 gründete er seinen eigenen Malerbetrieb. Am 1. September 2021 feiern sein Sohn Gerd Konzack und dessen Frau Antje mit ihren Mitarbeitern das 75-jährige Jubiläum des Familienbetriebs.

Die Ursprünge des Unternehmens liegen im Spreewald. Gerd Konzacks Großvater Christian war bekannt für seine Vielseitigkeit von spreewaldtypischen Wandmalereien oder Landschaftsbilder. Rolf Konzack zog es aufgrund der Liebe nach Freienhufen. Hier hatte er seine Frau Jutta kennengelernt, die ihn mit Energie und Geschäftssinn unterstützte. In der Region entstanden damals neue Tagebaue, ein Kraftwerk sowie zwei Brikettfabriken. Es galt, Wohnraum für die Arbeiter zu schaffen und zu renovieren, doch an Material war schwer zu kommen. So fuhr das Paar selbst nach Rügen und belud einen Waggon mit Kreide – die Basis, um eigene Farben herzustellen.

Nach dem plötzlichen Tod des Firmeninhabers stand Jutta Konzack mit drei Beschäftigten vor der Katastrophe, doch aufgeben kam für sie nie in Frage. Also holte sie die Gesellenausbildung zur Malerin und sogar den Meisterabschluss nach. Trotz ständiger Materialknappheit und der Auflagen für private Handwerker, bewies Jutta Konzack das richtige Händchen für das Handwerk und Geschick im Umgang mit den Kunden. Die drei Kinder waren ihr dabei eine große Hilfe.

Das private Handwerk bot Mitte der 1970er Jahren keine gute Perspektive. Deshalb führte die Berufsentscheidung Sohn Gerd als Diplom-Ingenieur in den Bergbau. Doch mit der Wende fand Gerd Konzack als Schrift- und Leuchtreklamehersteller 1991 ein neues Geschäftsfeld. „Ich bin in einem Handwerksbetrieb groß geworden. Das prägt für das Leben“, so Gerd Konzack, der die Werbetechnikfirma 1993 integrierte, als er das Unternehmen von seiner Mutter übernahm. Jutta Konzack ließ es sich jedoch nicht nehmen, noch bis Ende der 1990er Jahre selbst auf den Baustellen zu arbeiten. 2017 starb sie im stolzen Alter von 93 Jahren.

Seitdem führt Gerd Konzack den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Antje, der es von Anfang an wichtig war, eine eigene Kompetenz aufzubauen. Neben dem Beruf absolvierte sie an der Unsiversität Salzburg ein dreijähriges Studium mit dem Abschluss als DiplomFarbdesignerin. „Mit den wissenschaftlichen Grundlagen für die Farb- und Materialwahl, Farbenlehre, Lichtkonzepten und psychologischen Aspekten habe ich Fähigkeiten jenseits von ‚Schöner Wohnen‘ erworben“, berichtet Antje Konzack.

Die Aufträge des Maler- und Werbebetriebs kommen heute vor allem aus der Region und zu 70 Prozent von öffentlichen Institutionen und der Industrie. Die Angebotsvielfalt reicht dabei von der Fassadengestaltung und Innenraumgestaltung, über Infoleitsysteme und Lackierung bis zur Beschriftung von Fahrzeugen. „Wir haben uns verkleinert – mit dem Vorteil, jede Baustelle selbst überwachen zu können. Unser Ziel ist es, Qualität zu liefern, keine billige Massenware“, erläutert Gerd Konzack die Entscheidung.

„Ich kann dem Kunden nur ein Angebot unterbreiten, wenn ich Mitarbeiter habe, die diese Arbeit gut umsetzen, das entsprechende Auftreten haben und die Qualität liefern. Genau diesem Anspruch werden unsere sieben Mitarbeiter gerecht. Zwei sind bereits seit 20 Jahren für unser Unternehmen tätig.“ Mit Blick auf die 75-jährige Unternehmensgeschichte zeige sich, dass der Betrieb gut durch die Zeit gekommen ist. „Wir können mit Stolz und Gelassenheit auf das Erreichte blicken. Es läuft gut für das Handwerk. Man muss nur wissen, was man will, dann ist es unglaublich vielseitig“, so der Malerund Lackierermeister.

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Red. / Presseinfo 

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