Niederlausitz Freitag, 13 Dezember 2019 von Redaktion

Trockene Lausitz 2019: Weiterhin kein Wasser für den Cottbuser Ostsee

Trockene Lausitz 2019: Weiterhin kein Wasser für den Cottbuser Ostsee

Aufgrund der Trockenheit in den letzten beiden Jahren hat sich der Wasserhaushalt in der Lausitz noch nicht so weit erholt, dass Tagebauseen wie der Cottbuser Ostsee und andere derzeit wieder geflutet werden können. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) erläuterte im Plenum auf Anfrage der Lausitzer Landtagsabgeordneten der Bündnisgrünen Isabell Hiekel, dass derzeit überschüssiges Wasser nur zur Sicherung von  Mindestabflussmengen und zum Auffüllen der Speicher Niemsch und Lohsa 2 genutzt werden könne. Die Flutung der anderen Tagebauseen könne erst wieder aufgenommen werden, wenn sich die Wasserlage entspannt, so Steinbach.

„Ich kann den Wunsch von Seeanrainern nach einer zeitnahen Aufnahme der Flutung der  Tagebaurestseen nachvollziehen. Aber mit dem kostbaren Naß muss verantwortungsvoll umgegangen werden.  Es ist nicht ausgeschlossen, dass es im nächsten Sommerhalbjahr wieder zu ausgedehnten  heißen Trockenphasen kommt. Umso wichtiger ist es, dass jetzt erst  mal die Speicher aufgefüllt werden", sagt die umweltpolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Isabell Hiekel.

Im April 2019 begann die Flutung des künftigen Cottbuser Ostsees. Voraussichtlich fünf bis sechs Jahre wird es dauern, bis das Seebecken vollständig gefüllt ist, heißt es von der LEAG. Derzeit ist der See bereits zu 16% gefüllt, jedoch hauptsächlich durch den Wiederanstieg des Grundwassers, von der Spree wurde lediglich im April wenige Wochen lang Wasser über den Hammergraben in den See gepumpt, seitdem findet nur ein regelmäßiger Funktionstest statt. Bisher wurden laut LEAG 728.656 m³ Wasser aus der Spree entnommen. Bei kompletter Befüllung wird der Ostsee etwa 126.000.000 m³ Wasser beinhalten. Mehr als 80 Prozent des erforderlichen Wassers dürfen laut Genehmigung des Landes Brandenburg aus der Spree entnommen werden. Weniger als 20 Prozent resultieren aus dem Grundwasseranstieg. 

Die Flutung des Ostsees ist Bestandteil des regionalen Wassermanagements im Einzugsgebiet der Spree. Sie unterliegt festen Regeln. Für die Wasserentnahme wurde ein sogenanntes Abschlagsbauwerk mit einer Kapazität von maximal 5.000 Litern pro Sekunde errichtet. Wann und wie viel Spreewasser für den Ostsee abgeleitet werden darf, legen wöchentliche Steueranweisungen der Flutungszentrale Lausitz fest, die mit den Landesbehörden abgestimmt sind. Sie berücksichtigen die Nutzungsinteressen der Spreeanrainer und den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt des Flusses. Die Wasserentnahme erfolgt daher nur, wenn die Spree genügend Wasser führt. Das wird vor allem in den Wintermonaten oder beim Auftreten sommerlicher Hochwasser der Fall sein.

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