Dahme Spreewald Dienstag, 02 März 2021 von Redaktion / Presseinfo

Märkisch Buchholz: Plomben am Mahnigsee eingebaut. Wasserstand stabilisieren

Märkisch Buchholz: Plomben am Mahnigsee eingebaut. Wasserstand stabilisieren

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg hat drei Torfplomben in den Graben am Mahnigsee eingebaut. Damit soll der Wasserstand stabilisiert und der Wasserhaushalt in den umgebenden Auenwald- und Moorflächen verbessert werden. Der vor Ort gewonnene Torf wurde nach dem Einbau gut verdichtet, um eine Erosion der Plomben zu vermeiden. Dort, wo der Torf entnommen wurde, ist ein flaches Kleingewässer entstanden, das Libellen und verschiedenen Amphibienarten als Lebensraum dient.

DIe Stiftung Naturschutz-Fonds Brandenburg teilte dazu mit: 

Um den Wasserstand im Mahnigsee bei Märkisch Buchholz (Landkreis Dahme-Spreewald) zu stabilisieren und damit den Wasserhaushalt in den umgebenden Auenwald- und Moorflächen zu verbessern, hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg im Rahmen ihres EU-Projektes „LIFE Feuchtwälder“ drei Torfplomben in einen Graben eingebaut.

Bereits im 18. Jahrhundert wurde der im Naturpark Dahme-Heideseen gelegene Mahnigsee mit seinen umgebenden Flächen durch einen künstlich angelegten Graben entwässert. Ziel war es, die Wiesen entlang des Sees zwischen Halbe und Märkisch-Buchholz landwirtschaftlich nutzen zu können.

Obwohl die Nutzung der Flächen längst aufgegeben ist, leitet der Graben noch immer das Wasser aus der Landschaft. Dies führt dazu, dass der Wasserspiegel des Mahnigsees vor allem im Sommer stetig absinkt und die wertvollen Auenwälder, Moore und Schwingrasen mit ihrer einzigartigen, auf feuchte Standorte angewiesenen Tier- und Pflanzenwelt gefährdet sind.

Dieser problematischen Entwicklung hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg nun Einhalt geboten. In ihrem Projekt „LIFE Feuchtwälder“ hat die Landesstiftung durch eine Dessauer Fachfirma drei ca. 20 Meter lange, überströmbare Torfplomben in den Entwässerungsgraben einbauen lassen.

Der vor Ort gewonnene Torf wurde nach dem Einbau gut verdichtet, um eine Erosion der Plomben zu vermeiden. Dort, wo der Torf entnommen wurde, ist ein flaches Kleingewässer entstanden, das Libellen und verschiedenen Amphibienarten als Lebensraum dient.

„Insbesondere in den sommerlichen Trockenperioden verhindern die Plomben, dass das vorhandene Grund- und Regenwasser durch den Graben in die Dahme abfließt, so bleibt es im Mahnigsee und den angrenzenden Moor- und Auenwaldflächen“, erklärt Janine Ruffer vom LIFE-Projekt. „Seltene Pflanzenarten wie der Rundblättrige Sonnentau, die Moosbeere und das Schmalblättrige Wollgras können hier im europäischen Natura-2000-Schutzgebiet Mahnigsee-Dahmetal nun wieder besser gedeihen.“

In den Grabenabschnitten zwischen den Plomben bleiben zudem wassergefüllte Becken erhalten und kommen nun unterschiedlichen Amphibienarten wie Kammmolch und Moorfrosch zu Gute. Durch die Baumaßnahmen sind außerdem Rohbodenstandorte entstanden. Insbesondere Erlen als typische Bäume der Flussauen sind auf solche ursprünglichen Standorte angewiesen, um neu auskeimen und sich vermehren zu können.

Um den Totholzanteil im Auenwald zu erhöhen wurden einige Erlen geringelt. Dadurch sterben einzelne Bäume ab und erhöhen als stehendes Totholz die Lebensraumvielfalt im Auenwald. Stehendes Totholz dient Fledermäusen, höhlenbrütenden Vögeln, Insekten aber auch Pilzen als Brut- und Lebensstätte.

„Wir werden die Wasserstände am Mahnigsee weiterhin regelmäßig messen und schauen, wie sich das Leben hier nach dem Einbau der Plomben entwickelt“, so Ruffer, die abschließend darauf hinweist, dass an das Projektgebiet angrenzende als Weide genutzte Wiesenflächen im Schnitt einen Meter höher liegen und von den Maßnahmen zur Wasserstandsstabilisierung im See nicht betroffen sind.

Hintergrund

Bis 2022 widmet sich die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg Auen- und Moorwäldern in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel und Dahme-Spreewald. Um diese bedrohten Lebensräume zu erhalten und zu entwickeln, setzt das Projekt-Team zahlreiche Maßnahmen um. Rund 3,8 Millionen Euro fließen für das Projekt aus dem LIFE-Programm der Europäischen Union nach Brandenburg. Die Stiftung selbst steuert rund 1,3 Millionen Euro bei.

Red. / Presseinfo 

Bild: www.naturschutzfonds.de / Sarah Bude

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