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Cottbus Mittwoch, 04 März 2020 von Redaktion

Mord in Cottbus: Minister bestätigt Milieutat

Nach dem Mord am Sonntagabend (01.03.2020) im Cottbuser Stadtzentrum an dem 31-jährigen Cottbuser Martin M. durch Schüsse sucht die Polizei nach weiteren Zeugen, aber auch nach den Tätern. Innenminister Michael Stübgen (CDU) bestätigte auf einer Pressekonferenz in Cottbus am heutigen Mittwoch, dass es sich um eine Milieutat beziehungsweise Bandentat handelt und Racheakte nicht ausgeschlossen sind. Er wolle unbedingt einen Rockerkrieg verhindern. Der Verfassungsschutz ist in die Ermittlungen involviert, aufgrund der aktuellen Ermittlungen könne er aber keine weiteren Auskünfte zum Stand der Ermittlungen geben.

Sein Statement gibt es im Titelvideo zu sehen.

Nach dem Mord am Sonntag wurde am Montag bekannt, wer das Opfer ist. Im Internet gab es verschiedene Beileidsbekundungen. Der 31-jährige Cottbuser, der in Spremberg geboren wurde, war laut Medienberichten in der Türsteherszene aktiv, pflegte Verbindungen zu einem örtlichen Rockerclub (Provokateur MC, der beim LKA Brandenburg als Unterstützerklub für die „Hells Angels“ gelistet ist. Der Club selbst widersprach kürzlich auf Facebook dieser Darstellung. Demnach ist der MC eigenständig und weder ein Verbund von Kriminellen und Rechtsextremen, noch ein Unterstützerclub), war in der Fußball- und Kampfsportszene aktiv und betrieb Handel mit Nahrungsergänzungsmitteln. Zudem wollte er wohl den Laden "Löwenzahn" in der Neustädter Straße in Cottbus betreiben. Das berichtet Belltower . Bei einer im April 2019 durchgeführten Razzia der Polizei war er ebenfalls einer der Betroffenen. Die Razzia richtete sich insgesamt gegen etwa 20 Beschuldigte, die aus der Hooligan-, Kampfsport- und rechtsextremistischen Szene stammen und im Verdacht stehen, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben, das sagte der damalige Innenminister Schröter in einem ersten Statement. In einer ersten Bilanz waren damals etwa 50 Straftaten bekannt geworden, darunter Körperverletzungen, Verstöße gegen das Waffengesetz, Sachbeschädigungen sowie Verstöße gem. § 86 a StGB.

Darüber hinaus haben nun verschiedene Rechercheplattformen davon berichtet, dass das Opfer vom Sonntag bereits polizeilich bekannt geweisen sei. Die BZ berichtet von mehreren Vorstrafen, unter anderem wegen Körperverletzung, räuberischer Erpressung und des Verstoßes gegen das Dopinggesetz . 2008 soll er eine Jugendstrafe abgesessen, 2013 im Gefägnis gesessen haben. Wie die BZ weiter berichtet, gab es auch Verfahren wegen Volksverhetzung gegen ihn .

Ob und inwieweit diese Aktivitäten mit dem jetzigen Mord zu tun haben, wird auch von der Polizei untersucht. Derzeit sucht die Polizei weitere Zeugen zum Tathergang und ermittelt nach Motiv und Tätern.

An der Stelle, wo der 31-Jährige zum Erliegen kam, haben mehrere Menschen Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt, um ihre Trauer zu bekunden. Auch in den sozialen Medien haben sich hunderte User von ihrem Freund oder Bekannten in Trauer verabschiedet.

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