Cottbus Mittwoch, 07 August 2019 von Redaktion

LKW-Durchfahrverbot auf B169 wirkt! Ausweichstrecke führt durch Gallinchen

LKW-Durchfahrverbot auf B169 wirkt! Ausweichstrecke führt durch Gallinchen

Seit Mitte März 2019 ist die B 169 zwischen Klein Oßnig (Landkreis Spree-Neiße) und Allmosen (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) für den Lkw-Durchgangsverkehr mit mehr als 3,5 Tonnern (Sattelzüge und Lkw mit Anhängern) gesperrt. Der Transitverkehr wird über die Autobahnen BAB 13 und BAB 15 geleitet. Der erste Zwischenbericht zeigt, dass der Schwerlastverkehr auf der gesperrten Strecke spürbar abgenommen, die Anwohner so vom Lärm entlastet wurden. Jedoch zeigt sich auch, dass sich LKW-Fahrer Ausweichstrecken jenseits der anvisierten A13/A15 gesucht haben, hauptbetroffen ist hier die B97 Ortsdurchfahrt Gallinchen (Ortsteil der Stadt Cottbus). Cottbus und der Landkreis Spree-Neiße fordern daher einen zügigen Ausbau der östlichen Stadtumgehung. 

Verkehrsministerin Kathrin Schneider, der Oberbürgermeister der Stadt Cottbus Holger Kelch, der Landrat des Landkreises Spree-NeißeHarald Altekrüger und die 1. Beigeordnete des Landkreises Oberspreewald-Lausitz Grit Klug haben am 01.08.2019 in einem Pressegespräch den ersten Monitoringbericht zur Bundesstraße 169 vorgestellt. Seit 18.03.2019 gilt das Durchfahrtsverbot auf der B169 zwischen Cottbus-West und Ruhland. (Wir berichteten)

Land und Landkreise haben gemeinsam ein Monitoringkonzept aufgesetzt, um die Wirksamkeit der Maßnahme zu erfassen und die Verkehrsentwicklung auf der B169 und auf den Umleitungsstrecken einschätzen zu können. Mit dem ersten Monitoringbericht liegen die Ergebnisse der Verkehrszählungen seit April 2019 vor.

Verkehrsministerin Kathrin Schneider: „Um den Lärmschutz an der B 169 zu verbessern, haben Land und Landkreise im Frühjahr 2019 vereinbart, den Durchgangsverkehr mit Sattelzügen und mit LKW mit Anhängern zu untersagen. Mit der Maßnahme haben wir einen Teilerfolg erreicht. Auf der B 169 fahren deutlich weniger Lastzüge. Dies ist für die Anwohner spürbar. Viele Lkw nutzen den ausgeschilderten Weg über das Autobahndreieck Spreewald. Wir stellen aber auch Ausweichverkehre dort fest, wo wir sie nicht haben wollen: auf den Landestraßen L 54 und L 55 bei Calau und Vetschau wie auch auf der B 97 in Gallinchen. Damit müssen wir uns jetzt befassen. Dazu werden wir das Monitoring fortsetzen, um belastbare Daten zu bekommen.“

Der Oberbürgermeister der Stadt Cottbus Holger Kelch: „Der Monitoringbericht offenbart, dass eine Problemverlagerung stattgefunden hat. Die Entlastung der Ortslagen Klein Oßnig und Allmosen an der B 169 hat zu einer erhöhten Belastung der B 97 durch Gallinchen geführt. Hier muss eine Lösung gefunden werden, damit die Cottbuser Anwohner an der Bundesstraße nicht die Leidtragenden sind. Perspektivisch kann hier nur die östliche Ortsumfahrung von Cottbus – also die Weiterführung der B 168 bis zur A 15 - Abhilfe schaffen. Dafür benötigen wir eine verbindliche Aussage, wann der aktive Ausbau in Angriff genommen wird.“

Der Landrat des Landkreises Spree-Neiße Harald Altekrüger sagte: „Die ersten Ergebnisse des Monitorings haben zu einer Entlastung in der Ortsdurchfahrt Klein Oßnig geführt. Eine nachhaltige Lösung ist jedoch weiterhin nur mit der Realisierung der Ortsumgehung zu erreichen. Hier erwarten wir vom Land eine zügige Realisierung der Maßnahme.“

Die 1. Beigeordnete des Landkreises Oberspreewald-Lausitz Grit Klug: „Die ersten Ergebnisse des Monitorings spiegeln auch unsere Wahrnehmung wider, dass der LKW-Schwerverkehr entlang der B 169 spürbar abgenommen hat, während auf den Ausweichstrecken der LKW-Schwerverkehr zugenommen hat. Die Fortführung des Monitorings begrüßen wir ausdrücklich, um eine fundierte Einschätzung zum Erfolg der verkehrsbeschränkenden Maßnahme treffen zu können.“


Die Durchfahrtsverbote wurden von den zuständigen Straßenverkehrsbehörden in den Landkreisen angeordnet. In einem mehrsprachigen Flyer wird auf das Durchfahrtsverbot hingewiesen. Zur Durchsetzung der Maßnahmen werden Polizeikontrollen durchgeführt und Verstöße mit einem Bußgeld geahndet. Der Anliegerverkehr zwischen Klein Oßnig und Allmosen ist von dem Durchfahrtsverbot nicht betroffen.

Das Monitoring dient den Straßenverkehrsbehörden als Grundlage, um die Wirksamkeit der Maßnahme bewerten und ggf. weitere Maßnahmen ableiten zu können. Es werden die Verkehrsflüsse auf den gesperrten Abschnitten der B 169 und den Umgehungsrouten gemessen und mit den Messungen vor dem Erlass des Durchfahrtsverbots verglichen. Neben zwei Dauerzählstellen (B 169 Drebkau und B 97 Gallinchen/Birkhahn (Ortsteil von Cottbus)), die kontinuierlich Daten liefern, werden temporäre Zählstellen genutzt (Klein-Oßnig und Allmosen).


Es lässt sich feststellen, dass der Anteil des Lkw-Verkehrs in den drei Monaten in Allmosen und Klein-Oßnig deutlich zurückgegangen ist, während er sich auf den Ausweichrouten erhöht hat. Der Gesamtverkehr hat sich nicht reduziert.

Das Monitoring wird fortgesetzt, um belastbarere Daten zu bekommen. Ein neuer Bericht wird Ende 2019 erstellt. Der erste Monitoringbericht ist im Internet unter folgendem Link abrufbar: https://mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.639535.de

 

Das könnte Sie auch interessieren

Neuste Angebote