Der Neubau des 3,5 Mio. Euro teuren Mischwassersammlers quer durch die Cottbuser Innenstadt beschäftigt die Planer bisher über ein Jahr. Seit Juni 2015 geht es aktiv mit Tunnelbohrer, Rüttelplatten und neuen Rohren aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) mitten durch den Untergrund. Die Neuverlegung erfolgte im Vortriebsverfahren, ein unterirdischer Bohrer fraß sich durch die Erde, so mussten nur an wenigen Stellen Schächte gebaut werden, um den Bohrer zu versetzen.
Das neue Rohr für das Cottbuser Abwasser hat einen Durchmesser von 1720 mm und verläuft entlang der Straßenbahn und der Stadthalle in 7 Meter Tiefe. Die neue Trasse ist der Ersatz für den alten Teil des Mischwassersammlers (in der Grafik lila), der unter der Stadthalle und unter dem Postparkplatz verläuft. Des weiteren liegt der alte Sammler mittig auf dem Grundstück des neuen „Einkaufzentrums Stadtpromenade“. Während der Bauarbeiten wurde die Trasse spektakulär unter zahlreichen tiefbaulichen Anlagen vor getrieben. So wurden auf eine Länge von 50 m die begehbaren Kollektoren aus den 70 Jahren unterfahren, die Berliner Straße mit den Gleisen, ein Kollektorkreuzungsbauwerk am Hochhaus Berliner Platz 1 wurde mit einem Abstand von nur 20 cm unterquert.
Entlang der Stadthalle brachen Teile der Gehwegbefestigung nach dem Vortrieb ein. Untersuchungen haben ergeben, dass beim Bau der Stadthalle dieser Bereich mit Bauabfällen verfüllt wurde. Das Vortriebsgleitmittel, welches mit hohem Druck aus dem Bohrkopf heraus gepresst wird, konnte somit in zahlreiche Hohlräume eindringen und hat den losen Untergrund nachträglich verdichtet. Zum Glück brach an einigen Stellen das Pflaster ein, denn wenn nicht, hätte kein Mensch davon erfahren, sondern wahrscheinlich erst dann, wenn ein Bus darin verschwunden wäre.
Eine neue Verbindung wurde zwischen dem Beginn der Baustrecke am Nordende Blechen Carré und dem bereits saniertem Teil der Leitung in der Ebertstraße. Dort musste ein aufwendiges Vereinigungsbauwerk errichtet werden, behindert durch Leitungsbestand der Telekom.
Gleichzeitig wird der Mischwasserhauptsammler von Ströbitz kommend neu angeschlossen. Dieser Anschluss ist gegenwärtig noch im Bau. Der alte Sammler wird nach Inbetriebnahme des Neuen mit Flüssigboden statisch stabil verpresst beziehungsweise verfüllt. Er verbleibt zwar im Boden, kann aber nicht wie im Foto von 1970 wegen Austrocknung zusammenbrechen.
Die Inbetriebnahme des neuen Mischwassersammlers erfolgte am 29.02.2016. Daraufhin wurde der alte Sammler durch die LWG begangen und untersucht, ob nicht irgend wo noch Anschlüsse oder Zuläufe aus den Häusern der Stadtpromenade vorhanden sind. Dabei wurde eben dieses in einigen Fällen festgestellt und weitere Zulaufrohre mussten zum Mischwassersammler geführt werden. Wenn dann alles an- und umgeschlossen ist, kann der Rest des alten Sammlers komplett gefüllt werden. Der Bereich unter der Stadthalle wurde bereits gefüllt. Die Wiederherstellung des Stadthallenvorplatz und Postparkplatz wird noch bis April andauern.
Der Bau des Cottbuser Mischwassersammlers
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