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Brandenburg Mittwoch, 30 April 2008 von Helmut Fleischhauer

Für eine menschenwürdige Arbeitswelt: Faire Arbeitsbedingungen und gerechter Lohn

Ministerpräsident Matthias Platzeck macht sich für den Erhalt einer menschenwürdigen Arbeitswelt in Deutschland stark. Dazu zählten für ihn sowohl faire Arbeitsbedingungen als auch gerechter Lohn. Platzeck erklärte anlässlich des Tags der Arbeit am 1. Mai:
“Arbeit soll motivieren, das Selbstbewusstsein und den sozialen Zusammenhalt fördern. Wer gerne arbeitet, engagiert sich auch für das Unternehmen und trägt zu dessen Erfolg bei. Einschüchterung und Überwachung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wirken dem entgegen und schüren ein Klima der Angst. Um Arbeitnehmerrechte und –interessen zu wahren, sind Betriebsräte immens wichtig. Dafür müssen sich auch die Mitarbeiter in ihrem eigenen Interessen einsetzen.
Faire Arbeitsbedingungen heißt für mich aber auch und vor allem faire Löhne. Ich sorge mich um den sozialen Frieden im Land, wenn ein Kernversprechen der sozialen Marktwirtschaft gebrochen wird: Sicherheit durch Arbeitsleistung zu bieten. Menschen, die Vollzeit arbeiten, müssen aus eigener Kraft ihren Lebensunterhalt erwirtschaften können.
Es darf nicht sein, dass Lohndumping zu einem vermeintlichen Standortvorteil wird. Mindestlöhne sind mehr denn je unerlässlich. Es ist nicht akzeptabel, dass es ganze Branchen gibt, in denen keine existenzsichernden Löhne gezahlt werden. Der Anteil der Geringverdiener ist in kurzer Zeit rasant gestiegen. Selbst der Konjunkturaufschwung hat diesen Trend nicht aufgehalten. Extrem niedrige Einkommen sind inzwischen eine unerfreuliche deutsche Besonderheit. Ich halte das für unsozial und ungerecht. Und ich sage auch deutlich: Nur ein gut bezahlter Arbeitsplatz sichert auch eine auskömmliche Rente.
Es ist gut, dass die im DGB organisierten Gewerkschaften Dumpinglöhne bekämpfen. Der DGB hat Recht: „Gute Löhne - müssen drin sein“ – wie es im Aufruf zum 1. Mai heißt. Das müsste in unserer reichen Gesellschaft mit ihrer funktionierenden Wirtschaft eigentlich selbstverständlich sein.“
Quelle: Staatskanzlei

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