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Niederlausitz Dienstag, 18 April 2017 10:03 |  von Redaktion

Lausitzer Wissenschaftstransferpreis 2017. BTU Cottbus-Senftenberg an sechs nominierten Projekten beteiligt

Lausitzer Wissenschaftstransferpreis 2017. BTU Cottbus-Senftenberg an sechs nominierten Projekten beteiligt

Seit Anfang März stehen acht nominierte Projekte für den Lausitzer Wissenschaftstransferpreis 2017 fest. Am Montag, den 24. April 2017 wird die Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V. (WiL) die Preisträger bekanntgeben. Seit 2011 prämiert und fördert der Lausitzer Wissenschaftstransferpreis beispielhafte Kooperationen zwischen Lausitzer Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen. In diesem Jahr kann sich die BTU Cottbus-Senftenberg als Partner in gleich sechs Kooperationsprojekten Hoffnungen auf die ersten drei Plätze machen.

Mit Projektpartnern aus einem großen Einzugsgebiet – von Luckau über Elsterheide und Uebigau-Wahrenbrück bis nach Schönborn – leistet die BTU in unterschiedlichsten Feldern Wissenschaftstransfer für wirtschaftliche Entwicklung der Lausitz.

Edelmetallrückgewinnung aus Katalysatoren

Die Rückgewinnung von Edelmetallen ist angesichts steigender Rohstoffknappheit ein wichtiges Thema in der Industrie. Die ReMetall Deutschland AG Drochow hat sich dieser Herausforderung angenommen und gewinnt aus alten Katalysatoren Edelmetalle zurück. In Zusammenarbeit mit Forscherinnen und Forschern um Prof. Jörg Acker vom Fachbereich Physikalische Chemie der BTU konnte in den letzten Jahren ein Analyseverfahren erarbeitet werden, mit dem es möglich ist, Metallbilanzen der Schmelzprozesse aufzustellen. Mit dem SmeltChem genannten Projekt kann ReMetall nun die tatsächlichen Rückgewinnungsraten feststellen und dokumentieren.

Effiziente Fabrikplanung

Aber nicht nur mit Rohstoffen muss nachhaltig umgegangen werden. Auch Produktionsressourcen wie Fabrikhallen müssen angesichts steigender Auftragslagen möglichst effizient in ein bestehendes Standortkonzept integriert werden. Vor dieser Herausforderung stand die uesa GmbH und fand im Lehrstuhl Produktionswirtschaft von Prof. Herwig Winkler einen kompetenten Kooperationspartner. Ergebnis war die Planung und der Bau einer in sich effizienten und flexibel auslastbaren Fabrikhalle, die sich gleichzeitig perfekt in das Standortkonzept in Uebigau-Wahrenbrück einfügt.

Sanierungsverfahren für Abwassersysteme

Die Instandhaltung von Betonschächten kann mitunter ein kosten- und zeitintensives Unterfangen sein. Um den Reparaturprozess möglichst effizient und wirtschaftlich zu gestalten, entwickeln die Lausitzer Klärtechnik GmbH und das Fachgebiet Leichtbau mit strukturierten Werkstoffen von Prof. Holger Seidlitz ein neuartiges Verfahren. Unter dem Namen »FlexRehaSchacht« verbirgt sich die Technik, den Betonschacht mit einer Art zweiten Hülle aus Faser-Verbund-Kunststoffen auszukleiden.

Neue medizinische Diagnostika

Medizinische Proben kostengünstig, schnell und auf möglichst viele Parameter gleichzeitig untersuchen werden können. Hierbei hilft die Multiparameterdiagnostik. Die BTU Cottbus Senftenberg ist in diesem Projekt gleich mit zwei Arbeitsgebieten vertreten (Bildbasierte Assays, Funksysteme und optische Kommunikationssysteme der Professoren Peter Schierack und Frieder Weidhase) und zusammen mit der Attomol GmbH aus Bronkow für den Lausitzer Wissenschaftstransferpreis nominiert.

Fertigungsoptimierung

Um die Fertigung von Armaturen auf die digitale Zukunft vorzubereiten, entwickeln die Schönborner Armaturen GmbH zusammen mit dem An-Institut »Umwelttechnik und Recycling e.V.« der BTU ein System um verschiedene Fertigungsszenarien zu entwerfen. Diese können dann hinsichtlich einzelner Fertigungsschritte detailliert bewertet werden.

Mitarbeiterbeteiligung zur kontinuierlichen Betriebsverbesserung

Neben vielen technischen Kooperationsprojekten hat es auch ein Projekt zum Qualitätsmanagement unter die Nominierten geschafft. Die PEWO Energietechnik GmbH aus Elsterheide war zwischen 2014 und 2015 auf der Suche nach einem besseren Management für die Bearbeitung von Mitarbeitervorschlägen. In Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Qualitätssicherung und quantitative Methoden unter Leitung von Prof. Konrad Wälder entwickelten die Projektpartner ein an das japanische Management-Prinzip Kaizen angelehntes Programm, das hilft, Mitarbeitervorschläge zu bewerten und je nach Durchführbarkeit zu realisieren.

Der Lausitzer Wissenschaftstransferpreis wird 2017 zum siebten Mal von der Wirtschaftsinitiative Lausitz ausgeschrieben und ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Das erstplatzierte Projekt erhält 5.000 Euro, für den zweiten und dritten Platz sind je 3.000 bzw. 2.000 Euro vorgesehen.

pm/red

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