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Niederlausitz Montag, 20 März 2017 10:57 |  von Redaktion

7. Lausitzer Klima- und Energiecamp: Lausitzcamp on Tour

7. Lausitzer Klima- und Energiecamp: Lausitzcamp on Tour

Das siebte Lausitzer Klima- und Energiecamp wird vom 21. bis 28. Mai 2017 als Fahrradtour durch die Lausitz stattfinden. Klimaaktivist_innen aus ganz Deutschland und Europa werden verschiedene Dörfer und Städte in der Lausitz besuchen, um auf die zerstörerischen Folgen des Braunkohleabbaus aufmerksam zu machen, sich mit Aktivisten aus der Region zu vernetzen und diese bei ihrem Widerstand gegen neue Tagebaue zu unterstützen. Neben Vorträgen und Vernetzungsangeboten sind auch Aktionen gegen den Klimakiller Braunkohle geplant. Die Tour startet am 21. Mai in Cottbus. 

Trotz nationaler und internationaler Klimaschutzziele setzt die Lausitz weiterhin auf den Braunkohleabbau. Dies untergräbt das 1,5 Grad Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens und gefährdet so das Leben heutiger und künftiger Generationen. Opfer dieser Politik sind auch die Menschen der Region, die mit den Lärm- und Staubbelastungen in einer zerstörten Landschaft leben und deren Dörfer den Tagebauen weichen müssen „Die Landesregierungen von Brandenburg und Sachsen predigen weiterhin, dass es keine Alternativen zur Braunkohle gebe. So wird ein ökologischer und sozial verträglicher Ausstieg aus der Kohle aktiv verhindert“, sagt Josephine Lauterbach aus dem Organisations-Team des Lausitzcamps. 

LEAG bringt mehr Unsicherheit in die Region

Die neue Eigentümerin der Tagebaue und Kraftwerke, die Lausitzer Energie AG (LEAG), bringt noch mehr Unsicherheit in die Region. So ist die Finanzierung der Rekultivierung der Tagebaue völlig unklar. Zwar waren der LEAG vom vorherigen Eigentümer Vattenfall 1,7 Milliarden € für die Rekultivierung überlassen worden, ob dieses Geld tatsächlich diesem Zweck zugeführt wird, ist jedoch bei der bestehenden Firmenstruktur des LEAG Mutterkonzern EPH mehr als fraglich. Auch die brandenburgische Landesregierung verlangt keine konkreten Sicherheiten für die Sanierung der Tagebaue, obwohl dies beim Verkauf an die LEAG möglich gewesen wäre. Die Kosten der Braunkohleförderung werden so auf die Allgemeinheit und auch auf die bereits jetzt von der Braunkohle betroffenen Menschen abgewälzt.  Marvin Kracheel, aus dem Organisations-Team, fasst das Kernanliegen des Lausitzcamp on Tour zusammen: „Die Fragen, die wir während der Tour immer wieder stellen wollen, sind: Was hat die Braunkohle der Region gebracht? Was kann hier entstehen, wenn sich die Regierungen nicht weiter an die Braunkohle klammern und welche Vorreiter_innen dieser Transformation gibt es bereits in der Lausitz und überregional?“ 

Das Lausitzcamp on Tour fordert den sofortigen Stopp der Erweiterung aktiver Förderfelder und des Aufschlusses neuer Tagebaue in der Lausitz und weltweit. Sowohl das Unternehmen LEAG als auch die brandenburgische und sächsische Regierung müssen ihre Verantwortung gegenüber internationalen Klimaschutzzielen und den Menschen vor Ort wahrnehmen! Dafür muss der Kohleausstieg sozial-ökologisch und transparent gestaltet sowie die Menschen vor Ort aktiv eingebunden werden.

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