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Nachbarn Donnerstag, 06 April 2017 12:28 |  von Redaktion

Sächsische Spirituosenmanufaktur bringt sächsischen Ananaslikör auf den Markt und zur Kanzlerin

Sächsische Spirituosenmanufaktur bringt sächsischen Ananaslikör auf den Markt und zur Kanzlerin

Ananasfrüchte aus Sachsen sind die Hauptzutat für den ersten rein sächsischen Ananaslikör. Eine der ersten Flaschen dieses besonderen Getränks überreichte der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich an Bundeskanzlerin Angela Merkel während ihres Besuches des Fürst Pückler Parks in Bad Muskau.

Erfinder der kulinarischen Köstlichkeit ist Martin Wagner mit der Sächsischen Spirituosenmanufaktur. Der Existenzgründer geht mit seinem Unternehmen ungewöhnliche Wege und brennt im wahrsten Sinne des Wortes für einheimische Wertschöpfungsketten. Der 34-Jährige aus Kirschau in Sachsen ist gelernter Brauer und Mälzer – seit letztem Jahr ist er auch sein eigener Chef mit der Sächsischen Spirituosenmanufaktur. Martin Wagner treibt die Leidenschaft für wahren, unverfälschten Genuss. So verarbeitet er Früchte aus der Region, meist aus Sachsen. Daraus macht er – in einem langen, behutsamen Prozess edelste Brände, Liköre und Geiste.

„Als ich davon hörte, dass bei uns in Sachsen Ananas wachsen, hatte ich die Idee mit dem Likör“, sagt er. So nahm er Kontakt zum Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau auf und fragte, ob sich die Verwaltung auch einen sächsischen Ananaslikör vorstellen könne. Der Leiter Cord Panning des Parks, der Unesco Weltkulturerbe ist, war sofort begeistert von der Idee. Denn die sächsische Ananaszucht beruht auf einer langen Tradition, die der Großvater des Fürsten von Pückler-Muskau, Hermann Graf von Callenberg begann. „Nachdem Pückler 1811 die Standesherrschaft von seinem Vatter übernimmt, denkt er über vielfältige Neuerungen nach, die Gewinn einbringen soll. So schreibt er 1817 in einem Brief an seine zukünftige Frau Luci von Hardenberg, er wolle spekulieren und 2000 – 3000 Ananas pro Jahr ziehen“, erzählt Cord Panning. Es kam jedoch nicht dazu uns so zog Pückler die Ananas nur für den Eigenbedarf. Diese Idee griff die Parkverwaltung vor einigen Jahren wieder auf und heute können von den kostbaren Früchten rund 80 bis 100 Stück pro Jahr geerntet werden. Dieser spannenden Geschichte über die Königin der Früchte, widmet sich eine Ausstellung, die vor wenigen Tagen eröffnet wurde. Die Dauerausstellung wird in den wieder instandgesetzten Gewächshäusern der Muskauer Schlossgärtnerei gezeigt.

„Einen Teil dieser Früchte durfte ich nutzen, um den Likör aus sächsischen Ananas herzustellen. Wir verarbeiten jede einzelne der kostbaren Früchte sorgfältig von Hand“, beschreibt Martin Wagner seine Vorgehensweise. Die Früchte werden mit hochwertigen Gewürzen in Alkohol angesetzt und so entsteht diese streng limitierte Auflage des Sächsischen Ananaslikörs. „Maximal 300 Flaschen pro Jahr können hergestellt werden“, so Wagner weiter über seine Leidenschaft, ungewöhnliche Spirituosen aus heimischen Früchten zu kreieren. Die Sächsische Spirituosenmanufaktur produziert zum Beispiel Fenchel-Kräuter- oder Stachelbeere-Fruchtlikör, Schöner aus Boskoop-Apfelbrand oder auch exotisches, wie den Porter-Bierbrand. Dabei beruft Martin Wagner sich auf traditionelle Rezepte und setzt auf die Handwerkskunst des Brennens. Um die alten Rezepte wieder zu entdecken, schmökerte der Unternehmer tagelang in der Sächsischen Landesbibliothek in uralten Aufzeichnungen. „Ich verwende eine ganze Reihe traditioneller Handwerksrezepte und verfeinere diese mit dem heutigen Wissen um die Herstellung von Bränden, Geisten und Likören.“ Ein Spirituosenhersteller braucht aber nicht nur eine ganze Menge handwerkliches Geschick. Er braucht vor allem Geduld. „Wenn ich heute einen Brand ansetze, braucht es mehrere Monate, manchmal Jahre, bevor man probieren kann“, sagt Martin Wagner gelassen. Daher ist die Kooperation mit dem Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau ebenso langsam gewachsen, wie die Ananas, die rund zwei Jahre beste Betreuung braucht, bevor sie geerntet werden kann.

pm/red

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