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Nachbarn Donnerstag, 24 November 2016 08:59 |  von Redaktion

Polizei nimmt Tatverdächtigen zu Brandanschlag auf Jüterboger Asylbewerberunterkunft fest

Polizei nimmt Tatverdächtigen zu Brandanschlag auf Jüterboger Asylbewerberunterkunft fest

Umfangreiche Ermittlungen brachten das Dezernat Staatsschutz der Polizeidirektion West auf die Spur eines 20-jährigen Jüterbogers. Die Staatsanwaltschaft Potsdam erwirkte daraufhin einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Mannes. Die Durchsuchung wurde am gestrigen Vormittag durchgeführt und erbrachte den Fund umfangreicher Beweismittel, welche beschlagnahmt wurden. Der Mann wurde daraufhin durch die Polizei vernommen und danach vorläufig festgenommen. In seiner Beschuldigtenvernehmung zeigte er sich geständig, als Einzeltäter Brandsätze gegen das Gebäude geworfen zu haben, in dem unbegleitete minderjährige Flüchtlinge lebten. Als Motiv benannte er eine fremdenfeindliche Gesinnung. Der Mann wurde heute einem Haftrichter vorgeführt. Der Richter am Amtsgericht Luckenwalde hat den Haftantrag der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Aus der Sicht des Gerichts bestand kein Haftgrund. Die Staatsanwaltschaft prüft die Einlegung von Rechtsmitteln.

Die Kriminalisten kamen dem Mann auf die Spur, als sie im Rahmen von Umfeldermittlungen einen Zeugen ausfindig machen konnten, der den Mann kurz vor der Tat mit einem Benzinkanister in Richtung Tatort gehen sah.

Gegenwärtig bestehen keine Anhaltspunkte für eine Beteiligung des Beschuldigten an anderen einschlägigen Straftaten wie etwa der Herbeiführung einer Explosion im Gemeinschaftsraum einer kirchlichen Begegnungsstätte in der Jüterboger Mönchenstraße im November 2015.

Orginalmeldung vom 01.10.2016:

Unbekannte Täter warfen am Sonnabendmorgen, gegen 01.15 Uhr zwei Brandsätze gegen ein Fenster einer Asylbewerberunterkunft für alleinreisende, minderjährige Flüchtlinge in der Jüterboger Innenstadt. Die Brandsätze trafen das mehrflügelige Fenster eines unbewohnten, als Abstellraum genutzten Zimmers, ohne jedoch die Doppelverglasung zu durchschlagen. Ein diensthabender Betreuer der Flüchtlingseinrichtung hatte ein Geräusch wahrgenommen und beim Nachschauen gemeinsam mit einer  Kollegin die Flammen an der Außenfront der Gebäuderückseite entdeckt. Dem Personal gelang es die Flammen im Fensterbereich mit einem Kleidungsstück auszuschlagen und die auf ca. einem Quadratmeter brennende Grasnarbe am Boden, vor dem Fenster, auszutreten bzw. mit einem Wassereimer abzulöschen.

Durch die Brandsätze wurden zwei Scheiben der ersten Verglasungsschicht beschädigt. Durch die Flammenbildung und Hitzeentwicklung waren Verrußungsspuren auf einer Fensterfläche von ca. 1,60 Meter x 1,10 Meter sowie geringfügig an der darüber liegenden Fassade entstanden. An einem unmittelbar neben dem Gebäude parkenden Fahrzeug entstanden leichte Verrußungen auf dem Lack.

Die Höhe des insgesamt entstandenen Sachschadens beläuft sich auf ca. 1.500 Euro.

In der Einrichtung, einem massiven Flachbau, sind derzeit 20 alleinreisende, minderjährige Flüchtlinge (verschiedener Nationalitäten) im Alter zwischen 15 und 17 Jahren untergebracht. Verletzt wurde keiner der Bewohner. Es brauchten auch keine Bewohner evakuiert werden. Seitens des Trägers der Einrichtung, der Johanniter-Unfall-Hilfe, wurden vorsorglich, umgehend Notfallseelsorger und Dolmetscher hinzugezogen, die sich um die Bewohner kümmern.

Spezialisten der Kriminaltechnik sicherten noch in der Nacht am Tatort Spuren. Beamte der Kriminalpolizei und des Staatsschutzes nahmen unverzüglich die Ermittlungen auf.

Das betroffene Objekt wird derzeit durch die Polizei bewacht.

pm/red

Foto: NicoLeHe, www.pixelio.de

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