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Cottbus Montag, 20 März 2017 09:54 |  von Redaktion

Neuer BTU-Professor beeindruckt mit Forschung zu Spinnen

Neuer BTU-Professor beeindruckt mit Forschung zu Spinnen

Prof. Birkhofer veröffentlicht kurz vor Amtsantritt als Leiter des Fachgebiets für Ökologie der BTU Cottbus-Senftenberg vielbeachteten Artikel zur Bedeutung von Spinnen

Zum 1. April 2017 wird Prof. Dr. Birkhofer die Leitung des Fachgebiets Ökologie der BTU Cottbus-Senftenberg übernehmen. Mit überraschenden Zahlen zur weltweiten Spinnenpopulation und deren Auswirkung auf Ökosysteme findet der Wissenschaftler aktuell großes mediales Interesse. Die im Wissenschafts-Magazin »The Science of Nature« veröffentlichten Ergebnisse rücken Spinnen in ein neues Licht. 

Birkhofer war seit 2014 außerordentlicher Professor an der Universität Lund, Schweden. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit den komplexen Zusammenhängen zwischen Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen – und auch dem Einfluss von Räuber-Beute-Beziehungen auf Ökosysteme.

Genau in diesen Bereich fällt auch der neueste wissenschaftliche Artikel, den Prof. Birkhofer zusammen mit Dr. Martin Nyffeler von der Universität Basel veröffentlicht hat. Mit neuen Berechnungen zum Einfluss von Spinnen auf die Insektenpopulation, schlagen die beiden Forscher aktuell Wellen über die Grenzen der Fachwelt hinaus.   

Ökologieprofessor Klaus  Birkhofer der BTU Cottbus-SenftenbergSpinnen töten nach neuesten Erkenntnissen 400-800 Millionen Tonnen Beutetiere pro Jahr.

Welchen Einfluss Spinnen auf die Ökosysteme der Welt haben wurde bisher wohl unterschätzt. Nyffeler und Birkhofer gehen davon aus, dass Spinnen weltweit für die Vertilgung von 400-800 Tonnen Insekten verantwortlich sind. »Diese hohe Zahl ist gerade deswegen erstaunlich, weil wir die Populationszahlen von Spinnen oft unterschätzen. Viele Spinnen sind nachaktiv oder leben in Umgebungen, die wir Menschen eher meiden«, erklärt Prof. Birkhofer. Deswegen sei uns oft nicht bewusst, wie viele Spinnen sich in unserer Umgebung tummeln.

Um sich der tatsächlichen Zahl der Spinnen weitestgehend anzunähern, sammelten die Forscher Daten aus 65 Erhebungen zum Spinnenvorkommen pro Quadratmeter. In Biomasse umgerechnet ergab sich daraus ein Wert von 25 Millionen Tonnen weltweit. Mit zwei Interpolationsmethoden konnten die Wissenschaftler dann anhand des Nahrungsbedarfs der Spinnen bzw. der Erhebungen von Tötungsraten von Spinnen unterschiedlicher Ökosysteme eine Annahme über die jährlich von Spinnen getöteten Insekten treffen. Das Ergebnis: Spinnen könnten für die jährliche Vertilgung von 400-800 Millionen Tonnen Insekten verantwortlich sein.

Verglichen mit den ca. 400 Millionen Tonnen Fleisch und Fisch, die laut der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen weltweit von Menschen konsumiert werden, ist das eine beachtlich hohe Zahl.

pm/red

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