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Cottbus Freitag, 07 Oktober 2016 21:34 |  von Redaktion

Los desastres de la guerra / Die Schrecken des Krieges im dkw

Los desastres de la guerra / Die Schrecken des Krieges im dkw

Der aus 82 Radierungen bestehende Zyklus „Los desastres de la guerra“ von Francisco de Goya entstand in den Jahren 1810-1814 unter dem Titel „Fatales consequencias de la sangriente guerra en Espana con Buonaparte“ (Verhängnisvolle Folgen von Spaniens blutigem Krieg gegen Bonaparte). Als Goya 1823/24 nach Bordeaux emigrierte blieben die Druckplatten des Werks in Spanien. Jenseits der von Goya selbst als Probedruck gefertigten Mappe wurden die „Desastres“ erst 35 Jahre nach seinem Tod, also im Jahr 1863, erstmalig veröffentlicht. Die Auflage belief sich auf sechs Exemplare der vollständigen Mappe.

Mit den 80 Motiven schuf Goya Bilder, die von Krieg als einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit aller Beteiligten zeugen und die dessen Gräuel ebenso anklagen, wie sie sich gegen die Fremdherrschaft aussprechen.

Francisco de Goya, Erster Maler des spanischen Hofes, war einerseits dem herrschenden Machtgefüge zugehörig, andererseits Maler des Volkes, spanischer Patriot und zugleich Träger der französischen (Revolutions-)ideen. Goyas über die Kunst formulierte Kritik an den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen seiner Zeit durchziehen das gesamte Oeuvre des Künstlers, werden aber im Verlauf seines Schaffens inhaltlich zunehmend vehementer und im Hinblick auf die Bildsprache drastischer. Dies zeigt sich insbesondere in seinen Grafikzyklen. Während die „Caprichos“ (1797-1799) eine erste Bilanz der Auseinandersetzung mit der Spätphase der höfischen Kultur in Madrid sind, sind die „Desastres“ zu einem Plädoyer geraten, welches Karl Marx als eine eindeutige Positionierung wertet: „Imperialismus und Emanzipation der Völker sind unvereinbar“

(K. Marx: Das revolutionäre Spanien. In: MEW, Bd. 10, Berlin 192, S. 431).

Der Zyklus „Los desastres de la guerra“ ist eine Leihgabe der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau.

Der Herbstblock als Übersicht

                                                                                                                                           

Los desastres de la guerra / Die Schrecken des Krieges

Francisco de Goya

8.10.2016 – 1.1.2017

Keiner hat uns gesagt, ihr geht in die Hölle. Fotografien und Grafiken aus Dresden und Kobane

Robin Hinsch, Richard Peter sen., Wilhelm Rudolph

8.10.2016 – 1.1.2017

Rechtsruck. Eine fotografische Dokumentation aus den frühen 1990er Jahren

Ludwig Rauch

mit einem Text von Michael Freitag, gelesen von Heidrun Bartholomäus

8.10.2016 – 1.1.2017

pm/red

Abbildung: Francisco de Goya, Los desastres de la guerra / Die Schrecken des Krieges, 1810-1814 / 1863, Blatt 55: Das Schlimmste ist Betteln (Radierung)

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