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Brandenburg Freitag, 28 Oktober 2016 11:31 |  von Redaktion

Brandenburg in Deutsch und Englisch deutlich verbessert

Brandenburg in Deutsch und Englisch deutlich verbessert

Brandenburgs Neuntklässler haben beim heute veröffentlichten Bildungstrend des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) deutlich besser abgeschnitten als 2009. Beim Lese- und Hörverständnis sowie in Rechtschreibung im Fach Deutsch übertreffen sie den bundesdeutschen Durchschnitt. Im Fach Englisch sind die Leistungen Schülerinnen und Schüler klar besser als beim letzten Ländervergleich.

Bildungsminister Günter Baaske: „Ich freue mich sehr, dass die Schülerinnen und Schüler des Landes Brandenburg eindeutige Fortschritte in den Fächern Deutsch und Englisch gemacht haben. Das zeigt, dass unsere Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung an den Schulen gegriffen haben. Mein Dank gilt allen engagierten Lehrkräften und Schulleitungen. Der Erfolg zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Für die Studie wurden bundesweit die Kompetenzen von Neuntklässlern in Deutsch und in der ersten Fremdsprache Englisch getestet. Untersucht wurden die Kenntnisse im Lesen und Zuhören, in Deutsch zusätzlich in Orthographie. In Brandenburg beteiligten sich 2.031 Neuntklässler aus 88 Schulen (11 Gesamtschulen, 34 Oberschulen, 39 Gymnasien, 4 Förderschulen) am Ländervergleich. Sie mussten sich Anforderungen stellen, die bundesweit zum Erreichen des Mittleren Schulabschlusses (MSA) nach der Jahrgangsstufe 10 erwartet werden. Die Brandenburger Ergebnisse im Einzelnen:

  • Beim Leseverständnis deutscher Texte erreichten die Neuntklässler in Brandenburg 511 Punkte und liegen damit signifikant über dem bundesdeutschen Mittelwert von 500 Punkten. Damit nimmt Brandenburg unter allen Bundesländern Platz 4 ein. (2009: Platz 13).
  • Beim Hörverständnis deutscher Texte erreichten die Neuntklässler in Brandenburg 507 Punkte und liegen damit über dem bundesdeutschen Mittelwert von 500 Punkten. Das ergibt Platz 5 im Länderranking (2009: Platz 14)
  • In der deutschen Rechtschreibung erreichten die Neuntklässler in Brandenburg 503 Punkte und liegen damit ebenfalls über dem bundesdeutschen Mittelwert von 500 Punkten. Hier liegt Brandenburg auf Platz 6 aller Länder (2009: Platz 15)
  • Beim Leseverständnis in der ersten Fremdsprache Englisch erreichten die Neuntklässler in Brandenburg 493 Punkte und liegen damit knapp unter dem bundesdeutschen Mittelwert von 500 Punkten. Allerdings ist dies ein deutlicher Anstieg von 39 Punkten und eine Verbesserung auf Platz 11 (2009: Platz 13).
  • Beim Hörverständnis in der ersten Fremdsprache Englisch erreichten die Neuntklässler in Brandenburg 482 Punkte und liegen damit unter dem bundesdeutschen Mittelwert von 500 Punkten. Aber auch hier hat sich Brandenburg verbessern können: 49 Punkte mehr und Platz 13 (2009: Platz 16).

Das Bildungsministerium hatte nach dem unbefriedigenden Abschneiden im Ländervergleich 2009 ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Stärkung der Basiskompetenzen der Schülerinnen und Schüler für die Fächer Deutsch und Englisch aufgelegt. Für Lehrkräfte und Schulleitungen wurden gezielte Fortbildungs- und Beratungsangebote eingeführt.

  • Die Grundschulen erhielten die Möglichkeit, Unterrichtsstunden umzuschichten, um das Lesen und Verstehen im Fach Deutsch sowie die Rechtschreibung verstärkt zu üben.
  • Ein Lesestrategie-Set wurde erarbeitet und landesweit eingesetzt.
  • Seit dem Schuljahr 2011/12 ist ein Hörverstehentest Teil der Prüfung im Fach Englisch am Ende der Jahrgangsstufe 10.
  • Für Schulen, die problematische Ergebnisse aufwiesen, schickte die Schulaufsicht Beraterteams.
  • Für Englisch-Lehrkräfte wurden zahlreiche Fortbildungsangebote erarbeitet, z. B. die Sommerakademie in den Ferien. Muttersprachler aus Großbritannien und den USA arbeiteten als Sprachassistenten im Land Brandenburg, Brandenburger Lehrerinnen und Lehrer bildeten sich in Großbritannien und den USA fort. Zudem gab es einen regen Schüleraustausch mit Großbritannien und den USA.

Ein Grund sich Zurückzulehnen sei das noch nicht, meint CDU-Bildungsexperte Gordon Hoffmann:

„Nach den katastrophalen Ergebnissen 2009 hat die Landesregierung sich endlich unserer Forderung nach mehr Verbindlichkeit angeschlossen. Es wurde ein Maßnahmenpaket vorgestellt in dem unter anderem ein verbindlicher Grundwortschatz für die Klassen 1-4 festgeschrieben wurde, ein verbindlicher Literaturkanon vorgeschrieben und mehr Wochenstunden für die Stärkung von Basiskompetenzen bereitgestellt. Diese Maßnahmen haben wir ausdrücklich begrüßt und es zeigt sich heute, dass damit eine Verbesserung erzielt werden konnte.

Dies ist aber keine Grund zur Selbstzufriedenheit oder um sich auf den Ergebnissen auszuruhen. Gerade die Ergebnisse in Englisch zeigen noch immer enormen Nachholbedarf. Die Tatsache, dass sich der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und dem Leseverstehen im Fach Englisch verstärkt hat, ist ein Armutszeugnis für die rot-rote Landesregierung, die als eines der wichtigsten Ziele ihrer Bildungspolitik die Entkoppelung von sozialer Herkunft und schulischem Erfolg definiert hat. Letztlich gilt mein besonderer Dank auch den vielen Brandenburger Lehrerinnen und Lehrern. Schließlich sieht man an den Ergebnissen, dass sie trotz aller Widrigkeiten im Brandenburger Bildungssystem mit großem Engagement tolle Arbeit leisten. Daran sollte sich die Landesregierung ruhig mal ein Beispiel nehmen.“

Hintergrund zum Ländervergleich Sekundarstufe I Sprachen:

Die Vergleichsstudie der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) zum Erreichen der Bildungsstandards in den 16 Bundesländern wurde 2015 zum zweiten Mal in den Fächern Deutsch und erste Fremdsprache (Englisch) durchgeführt. Die Bildungsforscherinnen und -forscher des IQB untersuchten dazu im Mai 2015 bundesweit die Leistungen von ca. 37.000 Neuntklässlern aller Schularten in den Fächern Deutsch, Englisch und Französisch (als Erste Fremdsprache). Die Bildungs- und Kultusminister hatten in den Jahren 2003 und 2004 bundesweit geltende Bildungsstandards für verschiedene Fächer und verschiedene Schulabschlüsse verabschiedet. Ziel der vorliegenden Studie ist zu überprüfen, inwieweit diese Standards in den einzelnen Ländern durch die Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Außerdem kann zum ersten Mal durch die erneute Durchführung der Studie ein sogenannter Bildungstrend 2009 – 2015 erstellt werden.

pm/red

Foto: Tim Reckmann, www.pixelio.de

 

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