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Kerkwitz Freitag, 05 Dezember 2008 von Helmut Fleischhauer

Kerkwitz - Ein Dorf in der Niederlausitz

Kerkwitz - Ein Dorf in der Niederlausitz

Kerkwitz, inmitten einer wald- und seenreichen Lausitzer Landschaft liegt dieses schmucke Dorf.
In unserem Dorf finden Sie zahlreiche Gewerbetreibende sowie einen Bäcker und eine Gaststätte mit Pension.
Auch gesellschaftlich tut sich viel.
Feuerwehr, Jugendclub, Kirchengruppe, Frauengruppe Kleeblatt und Kleintierzuchtverein nehmen aktiv am Dorfleben teil.
In der Gemarkung Kerkwitz gibt es mehrere schützenwerte Landschaftsgebiete.
Das bekannteste ist der Quilischlauch an der Straße nach Groß Gastrose.
Die Menschen
Die Vermischung der Menschen aus alteingesessenen Familien, aus Umsiedlungsfamilien des zweiten Weltkrieges und aus den nach der Wende Neuzugezogenen macht diese Dorfgemeinschaft auf vielfältige Weise interessant.
Einwohnerstatistik 2008
Kinder 0 bis 16 Jahre 59
Jugendliche 16 bis 21 Jahre 32
Erwachsene bis 65 Jahre 322
Erwachsene ab 66 Jahre 89
Daten und Fakten:
Gemarkung Kerkwitz 864 Hektar
(davon)
193 ha Landwirtschaftliche Nutzfläche
564 ha Forstwirtschaftliche Nutzfläche
4 ha Wasserflächen / Gräben
11 ha Brachland
13 ha Abbauland der alten Ziegeleien
36 ha Straßen und Wege
19 ha Bahngelände
24 ha Gebäudeflächen für Wohn- und andere Zwecke
Umgebung / Infrastruktur
Radwanderwege, Bahnanschluss, Busanbindung, Deulowitzer See, Pastlingsee, Pinnower See, Kaltenborner Berge
Geschichtliches
Erstmalige namentliche Erwähnung nach heutigem Wissenstand war im Jahre 1457. Wahrscheinlich ist, dass Kerkwitz bereits um 1200 existierte. Damals wurde Kerkwitz offensichtlich im Zuge des hochmittelalterlichen Landesausbaues als kleines Angerdorf mit rundhalsartigem Abschluss an einer Heeresstraße gegründet. Diese verband die heutigen Städte Guben und Cottbus.
(Weitere Informationen erhalten Sie auf Anfrage gern. Chronik Gemeinde Schenkendöbern / OT Kerkwitz)
Das politische Wort
Gleich nach der Wende haben sowohl Helmut Kohl auf dem Cottbusser Marktplatz als auch Manfred Stolpe bei einem Auftritt in Horno selbst versprochen, die Umsiedlung von Dörfern nicht mehr fortzusetzen.
Damals wurden in Kerkwitz wieder Grundstücke zum Neubau von Eigenheimen freigeben .
Über vierzig neue Häuser entstanden bis heute.
Für den letzten Neubau wurde im September 2007, am Tage nach Bekanntgabe der Pläne von Landesregierung und Vattenfall, die Bodenplatte gegossen.
Die Politiker, wie Herr Landrat Friese, nehmen mit Äußerungen: “Wir sollen uns die Türklinken vergolden lassen, auch das wird ersetzt” jedem Menschen die Würde und ein Recht auf Heimatgefühl.
Auch unser Landesvater, Herr Platzeck, setzt auf die Braunkohle und die Abbaggerung der Dörfer.
Wir sollen Lösungen präsentieren, die die Devastierung verhindern.
Wir glauben, es ist die Aufgabe der Politik zukunftweisende Lösungen gemeinsam mit den Bürgern zu suchen und zu finden und nicht nur in Legislaturperioden zu denken.
Aufgabe der Kommunal- und Landespolitiker sollte es sein, diese herrliche Region zu schützen und zu entwickeln. Stattdessen wird in einer unheilvollen Allianz mit Vattenfall an der nachhaltigen Vernichtung gearbeitet, und das obwohl heutzutage Technologien zur Verfügung stehen, die mittelfristig den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung möglich machen.
Das wirtschaftliche Versprechen
Als Argument für weitere Abbaggerungen in der Lausitz werden die Energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland und die Arbeitsplätze bei Vattenfall angeführt.
Die Kohle unter Kerkwitz ist für das Kraftwerk Jänschwalde ab 2020 vorgesehen. Dieses Kraftwerk exportiert heute über fünfzig Prozent des erzeugten Stroms!
Seit der Abbaggerung von Horno, auch damals waren die Arbeitsplätze ein Hauptargument, sind mehrere tausend Arbeitsplätze im Bergbau verloren gegangen.
Durch die politische Androhung der Vernichtung unserer Region werden Investitionen und damit viele neue Arbeitsplätze verhindert.
Das widerspricht der Förderpolitik des Landes!
Die Lebensqualität vieler tausender Menschen, die an eine Zukunft für die Gubener Region glauben, wird stark beeinträchtigt, einer noch stärkere Abwanderung , vor allem der Jugend, wird die Folge sein.
Der volkswirtschaftliche Schaden
Über Generationen entstandenes und erarbeitetes volkswirtschaftliches Vermögen, wie die Flora und Fauna, die Wälder und ertragreichen Auwiesen besonders, sollen einer heutigen Verschleißwirtschaft und dem Kapitalabzug ins Ausland weichen.
Hunderte von Jahren hat es gedauert, bis dieses einzigartige Dorf, diese einzigartige Landschaft und diese einzigartigen Menschen zueinander gefunden haben.
Die erzwungene Umsiedlung dieser Menschen aus einem unwiederbringlichen Umfeld, ist unakzeptabel.
Grüße nach Potsdam und Schweden mit folgenden Zeilen:
Lausitz, schönes Land,
wahrer Freundschaftspfand.
Meiner Väter Glücksgefield,
meiner Träume holdes Bild,
heilig sind mir deine Fluren!
(Text: Handrij Zejler)
Infotafel der Familien Müller, Krautz und Hube
August 2008
Foto 1: Blick vom Kirchturm der "Gustav-Adolf-Kirche" gen Südwesten, © Gerd Laeser

Foto 2: Früher Dorfschule - heute Büro der Lokalen Agenda 21, © Gerd Laeser

Foto 3: Eckstein von Horno in Kerkwitz, © Gerd Laeser

 

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