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Atterwasch Mittwoch, 18 August 2010 von Helmut Fleischhauer

Atterwasch - Vom Tagebau bedrohtes Dorf versorgt sich selbst mit Elektroenergie

Der Umweltverband GRÜNE LIGA gratuliert dem Dorf Atterwasch zur Energie-Autonomie. Ungeachtet der Pläne des Vattenfall-Konzerns, das Dorf umzusiedeln, ging vor wenigen Tagen eine Biogasanlage mit 195 Kilowatt Leistung ans Netz. Atterwasch erzeugt damit nun mehr Strom als es verbraucht.
"Brandenburg will laut seiner "Energiestrategie 2020" in zehn Jahren etwa so viel Strom aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen, wie im Land verbraucht wird. Ausgerechnet Atterwasch hat dieses Ziel bereits jetzt erreicht und überboten. Solche Dörfer der Braunkohlewirtschaft zu opfern, wird immer absurder und muß verhindert werden." sagt René Schuster von der GRÜNEN LIGA.
Mit der Inbetriebnahme einer Biogasanlage im Sommer 2010 entsteht in Atterwasch mehr Elektroenergie, als die 241 Einwohner und 26 Gewerbebetriebe des Dorfes verbrauchen. (geschätzte Erzeugung: 1,4 Millionen Kilowattstunden; geschätzter Verbrauch: weit unter 1 Mio. KWh) Dabei geht es nicht um Monokulturen und Profitmaximierung – Landwirt und Ortsbürgermeister Ulrich Schulz hat die Anlage bewußt nur so groß konzipiert, dass er sie von betriebseigenen Flächen "füttern" kann. Perspektivisch ist dabei noch eine Erweiterung der Anlage auf 250 KW vorgesehen. Zudem sind im Dorf bereits Solaranlagen mit 40 KWp Leistung installiert, auf den Dächern der Nachbarorte wie Kerkwitz oder Bärenklau engagiert sich eine regionale Solargenossenschaft.
Auch die gesamte Gemeinde Schenkendöbern, zu der diese Dörfer gehören, erzeugt mit ihren zwei Windparks mehr erneuerbaren Strom als hier verbraucht wird.
Der Vattenfall-Konzern will zur Versorgung künftiger CCS-Kraftwerke u.a. den Tagebau Jänschwalde-Nord aufschließen und dafür die Orte Grabko, Kerkwitz und Atterwasch umsiedeln und abreißen.
Quelle: GRÜNE LIGA Umweltgruppe Cottbus

 

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