Raddusch Sonntag, 20 März 2011 von Peter Becker

1. Radduscher Trachtenumzug

1. Radduscher Trachtenumzug

Irgendwie hatten die Organisatoren um Stephanie Hohmann ein glückliches Händchen: Pünktlich zum 1. Trachtenumzug gab die Sonne nach vielen trüben Tagen alles und ließ die 47 Paare im besten Licht erscheinen. Die Radduscher hatten vor einiger Zeit ein Fastnachts-Komitee ins Leben gerufen, um diesen Umzug vorzubereiten. Anders als in den anderen Dörfern hat der Fastnachtsumzug, der Zapust, in Raddusch keine Tradition. Chronist Manfred Kliche hatte bis in die frühesten Belege gesucht – und nichts gefunden. „Wir wollen dies nun auch in Raddusch zur Regelmäßigkeit entwickeln. Die hohe Beteiligung spricht für das große Interesse und auch die vielen Besucher bestätigen unsere Idee“, so Stephanie Hohmann. „Wir wollen Erfahrungen sammeln und bereiten in Gedanken schon den 2. Umzug vor“, so die Cheforganisatorin. Nach dem Gruppenfoto auf der Hafenbrücke zeigten sich viele Paare erst einmal erleichtert, denn allzu großes Vertrauen hatte wohl niemand in die Tragfähigkeit der wackligen Brücke. „Aber nun hat sie den Belastungstest bestanden, wer 8 Tonnen aushält, kommt über die nächste Saison“, hatte ein schneller Rechner aus der Runde ermittelt. Mit den Fichte-Musikanten aus Papitz im Zug ging es dann, unterbrochen durch einige Tanzrunden, durch das Dorf. Mitten im Umzug der alte Kinderwagen aus der Heimatstube, darin Moritz Müller mit Papas Krawatte. „Ich hätte gar nicht gedacht, dass sich dieser alte Wagen so leicht schieben lässt, er steht den modernen Hightech-Fahrzeugen in nichts nach“, so die erstaunte Mama Marion Müller. An der entstehenden Sportscheune wurde Pause gemacht: Die „Sportfrauen“ und viele andere Helfer hatten Kuchen gebacken und die Tische eingedeckt, die Musikanten spielten zum Tanz auf. Wohl bei so manch einem, besonders bei den letzten Zweiflern, gewann die Überzeugung Oberhand, dass Raddusch auf dem Wege ist, sich ein Kleinod zuzulegen. Die Scheune präsentierte sich zwar noch im Rohbau und ohne Fenster, ließ aber schon erahnen, dass sich hier vortrefflich feiern und auch Sport treiben lassen wird. Als die Sonne sich dann doch langsam zu verabschieden begann, machte sich der Zug auf den Weg zur vorletzten Station, dem Neubaublock. Nach der obligatorischen Annemarie-Polka ging es zurück zum „Hotel Spreewaldhafen“, der letzten Station, um hier bis in die Nacht zu tanzen.

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