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Senftenberg Freitag, 01 Oktober 2021 von Redaktion

Neue Bühne Senftenberg im Oktober "Iphigenie auf Tauris"

Neue Bühne Senftenberg im Oktober "Iphigenie auf Tauris"

Der Barbarenkönig Thoas kehrt aus einem blutigen Krieg nach Tauris zurück. Den Kampf hat er gewonnen, seinen Sohn jedoch verloren. Durch den Tod des Prinzen drohen Intrigen und neue Gefechte im Kampf um die Thronfolge des Inselstaates. Dabei deutete alles auf eine friedliche Zukunft. Thoas reformierte Gesetze und brach mit den archaischen Opferbräuchen, die diejenigen dem Tod weihten, die das Meer an seinen Strand spülte. Aber für seinen wichtigsten Berater, den grausamen Arkas, bedeutet diese Menschlichkeit nur Schwäche. Denn die blutige Tradition schweißte die kriegerischen Barbaren zusammen. Bewirkt hatte die Reformen eine geheimnisvolle Fremde. Wie durch Zauberhand war sie plötzlich im Tempel der Diana erschienen. Nun aber will König Thoas sie heiraten, um die Erbfolge zu sichern - doch sie weigert sich. Wütend droht ihr der Herrscher, von Arkas angefacht: Solange sie sich der Heirat entzieht, gilt das alte Gesetz. Am Morgen wurden zwei Griechen am Strand aufgesammelt. Als sie die beiden erblickt, muss sie sich entscheiden: Willigt sie in die Ehe ein oder opfert sie zwei Unschuldige?

Mario Holetzeck inszeniert Johann Wolfgang von Goethes Klassiker als internen Kampf um die Werte der taurischen Gesellschaft. Bildgewaltig inszeniert er diesen als Warnung vor der mythischen Verklärung eines Volksgedankens. Das Stück gilt als herausragendes Beispiel der deutschen Klassik. Während in Amerika und Frankreich die Aufklärung zu Revolutionen und den ersten demokratischen Versuchen führte, ging man im deutschen Kleinstaat Sachsen-Weimar-Eisenach einen anderen Weg. Durch ästhetische Erziehung sollte der Mensch zum freien, vernunftbegabten Bürger emanzipiert werden. Aber schon Friedrich Schiller fragte sich: „Das Zeitalter ist aufgeklärt, [...] woran liegt es, daß wir noch immer Barbaren sind?“

Mi 6. Oktober 18.00 Uhr, Sa 9. Oktober 19.30 Uhr, Sa 30. Oktober 19.30 Uhr
Von Johann Wolfgang von Goethe
Hauptbühne

 

pm/red

Foto: Steffen Rasche

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