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Niederlausitz Sonntag, 22 November 2020 von [wp]

Von der Bergbaulandschaft zum Ferienparadies

Von der Bergbaulandschaft zum Ferienparadies

In der Nähe des Hafens von Großräschen, einer kleinen Stadt in Brandenburg, können Sie durch den herrschaftlichen Eingang des Seehotels gehen und eine Zwei-Euro-Münze an der Rezeption ablegen. Im Gegenzug führt Sie eine Empfangsdame hinter eine verschlossene Tür, wo Sie die Mona Lisa sehen können. Einige Zimmer im Erdgeschoss des Hotels sind mit Gemälden der Gebrüder Posin gefüllt, einem Trio russischer Künstler, die in ihrem Atelier im nahen Berlin die Alten Meister kopierten. Ihre gefälschten Rembrandts, Klimts, El Grecos und Leonardos drängen sich an roten Wänden in gediegenen Goldrahmen.

Nicht immer alles echt, aber stets authentisch

Das fröhliche Versprechen des kleinen Museums: "Einzigartig in jeder Hinsicht, dabei aber niemals enttäuschend“.  Sowas ist man aus der Region gewöhnt, denn hier muss man oft gegen Windmühlen angehen. Wer Paradiesvögel sucht, der ist in Brandenburg und Co eindeutig an der falschen Stelle, hier gibt es eher Malocher. Die authentische Unterhaltung ist aber auch hier kein Fremdwort. Denn wenn die heimische Flora und Fauna eher nüchtern rüberkommt, spielt es sich online bei https://wazamba.com/de/ dafür umso wilder.

Zurück aber zu den Feinheiten der Region: Als das Seehotel 2007 eröffnet wurde, war der Name eher optimistisch. Denn: Es gab gar keinen See. Es gab nur eine flache Pfütze im Krater des Braunkohletagebaues Meuro, dessen Betrieb schon 1999 eingestellt worden war. Doch nach Jahren absichtlicher Überschwemmungen erreichte der Großräschensee vor einigen Jahren seinen endgültigen Wasserstand, und das Hotel macht nun endlich seinem Namen alle Ehre. Das Wasser des Sees befindet sich gleich um die Ecke von seinem vorderen Eingang. Es ist nur eines von vielen trügerischen, unvollendeten Meisterwerken, die das Lausitzer Seenland ausmachen.

Saubere Energie von allen – aber nicht für alle

Deutschland genießt den Ruf eines Vorreiters auf dem Gebiet der sauberen Energie, und dennoch ist das Land der weltweit größte Produzent von Braunkohle. Die Braunkohle ist günstiger, weicher, viel umweltschädlicher und weniger effizient zu verbrennen als Steinkohle und trägt ein Fünftel zu den Gesamtemissionen Deutschlands bei. Die Lausitz ist eine der drei großen Braunkohleregionen Deutschlands. Braunkohle wird in der Lausitz seit Mitte der 1800er Jahre abgebaut. Braunkohle ist die jüngste und damit oberflächennahste Kohleform. Mit dem Industriezeitalter kam die Entstehung der ausgedehnten Tagebaue, die aus offenen, terrassenförmig angelegten Gruben und nicht etwa aus Stollen gefördert wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte die DDR die Produktion auf Hochtouren. Der Geruch der Braunkohle wurde zum Geruch Ostdeutschlands. Grüne Wiesen, landwirtschaftliche Felder und etwa 140 Dörfer wurden abgerissen, um Platz für Bergwerke zu schaffen. Trotz dieser Umsiedlungen vergrößerte sich die Bevölkerung der Region, da die Menschen vom Versprechen auf Arbeit angezogen wurden. Heute sind es vor Allem noch die übriggebliebenen Seen, die die Touristen anziehen.

Ein bisschen anders einfach

Tourismusmanager haben versucht, die Seen als neue Alternative zu besser etablierten Reisezielen in Ostdeutschland zu fördern, wie zum Beispiel die windgepeitschten Strände entlang der Ostsee und dem Spreewald, einer malerischen Region nördlich der Lausitz, die für ihre Beizen und Kanäle berühmt ist. Sie haben die Seltsamkeit einer im Entstehen begriffenen Landschaft als Teil der Attraktivität der Lausitz angenommen und den Touristen einen ersten Blick auf die Ruinen oder fast Ruinen der Kohleindustrie versprochen - all das, während die Menschen, die dort leben, noch überlegen, wie die Zukunft aussehen wird.

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