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R. Neuland

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Mittwoch, 29 November 2017 12:18

Tiefer Boden, hoher Heimsieg und faires Match

Beide Teams der Regionalliga Nordost agierten in den ersten zwanzig Minuten vorwiegend im Mittelfeld des aufgeweichten, tiefen Bodens im Südstadion an der Lipezker Straße. Strafraumszenen blieben deshalb zunächst Fehlanzeige. Während die Berliner Abwehr vor allem durch Moritz-Ruben Jäntzsch und Julian Hartmann sehr aufmerksam und stabil wirkte, gab es bei den Cottbusern im Aufbauspiel einige Unkonzentriertheiten.

So waren es dann auch die Viktoria-Junioren, die mit zwei nicht ungefährlichen Fernschüssen erste Achtungszeichen setzten. Doch FCE-Keeper Tim Stawecki lenkte einmal reaktionsschnell zur Ecke und beim zweiten Mal ging das Leder anderthalb Meter am Tor vorbei. Nach einem Freistoß von links entstand ein Gewühl im Fünf-Meter-Raum der Berliner, das Antonio Linge zum 1:0-Führungstreffer nutzte (26. Min.). Kurz danach schoss Dominik Deumer zum 2:0-Pausenstand ein (31.).

Zu Beginn der zweiten Spielhälfte investierten die Viktorianer mehr in ein druckvolleres Aufbauspiel, schafften aber nicht den angestrebten Anschlusstreffer. Im Gegenteil: Mit einer herrlichen Kopfballaktion überwand Moritz Broschinski im Fünf-Meter-Raum mehrere Berliner Abwehrspieler einschließlich den erneut zu zögerlichen Torwart Fabio Pluntke zum 3:0 (58.). Damit war die Gegenwehr der Hauptstädter faktisch gebrochen, und die Lausitzer legten durch den nach einer Verletzung wieder erstarkten Pieter-Marvin Wolf (67.) und Niklas Geisler (70.) noch zwei weitere Treffer zum verdienten 5:0-Endstand nach. Die insgesamt 59 Zuschauer sahen eine äußerst faire Begegnung, in der Schiedsrichter Justin Weigt lediglich einmal Gelb zeigte - gegen den eingewechselten Cottbuser Finn Wozniak (84. Min).

FCE-Trainer Andreas Richter sagte dazu: „Wir kamen anfangs recht zäh in dieses Spiel, hatten unnötige Ballverluste, versuchten es auch zu oft über die rechte Seite und liefen zu viel mit dem Ball als das Leder laufen zu lassen. Lob verdient sich meine Mannschaft dafür, dass sie auch nach dem 3:0 weiter offensiv blieb und jetzt auch über beide Flügel gut kombinierte“. Viktoria-Trainer Semih Keskin gratulierte dem Energie-Team zum Sieg und seinem „schnörkellosen,  effektiven Vertikalspiel, gegen das wir keine Mittel fanden“.

Erklärend fügte er hinzu, dass es für seine Mannschaft schwierig sei, sich auf echtem – zudem durch den Regen aufgeweichten -, Rasen zu bewegen. Denn „bei uns in Tempelhof  können wir seit sechs Monaten lediglich auf Kunstrasen spielen“. Das könne allerdings keine Ausrede für die hohe Niederlage sein, zumal man in der Vorwoche Hansa Rostock mit 5:0 besiegt habe.

A-Junioren:  FC Energie – FC Viktoria 1889 Berlin 5:0 (2:0).

Text und Fotos: Rudolf Neuland

 

In überlegener Manier erkämpften die A-Junioren (U 19) des FC Energie einen 3:0-Heimsieg im Stadion an der Lipezker Straße über den SV Empor Berlin. Damit kletterten die Lausitzer auf Tabellenrang sechs der Regionalliga Nordost.  

Nach kurzem Abtasten lagen die Cottbuser gegen den hauptstädtischen Kiezklub aus der Cantianstraße vor allem in der ersten Spielhälfte fast ständig im Angriff und erarbeiteten sich zahlreiche Tormöglichkeiten.

In der 24. Minute fiel dann endlich das verdiente 1:0: Andre Marenin wurde mit einem präzisen Pass Marvin Lewins von links angespielt und erzielte aus rund zehn Metern den Führungstreffer (Foto oben). Sechzig Sekunden zuvor kamen die Berliner  mit einem Flachschuss Furkan Yildrims zum einzigen Angriffs-„Lebenszeichen“, den FCE-Keeper Tim Stawecki jedoch mühelos meisterte. Energie besaß anschließend noch weitere gute Tormöglichkeiten – u. a. durch Leon Schneider aus Nahdistanz. Doch dauerte es immerhin bis zur 44. Minute, ehe endlich  das 2:0 zustande kam: Aus einem Konter heraus wurde Niklas Geisler über links freigespielt, Berlins Abwehrspieler trabten mehr oder weniger als „Begleitschutz“ hinterher, so dass Geisler auch noch Keeper Sven Reimann umkurven und per Linksschuss halbhoch ins Netz treffen konnte.

Im Verlauf der zweiten Halbzeit schöpften beide Trainer jeweils das komplette Wechselkontingent (vier Spieler) aus, was sich vor allem bei „Empor“ positiv auswirkte. Die Berliner kamen nun zwar zu mehr Angiffsaktionen, strahlten jedoch weiterhin kaum echte Torgefahr aus, während die FCE-Junioren aus dem Gefühl der Überlegenheit wohl mindestens einen Gang zurück schalteten. So dauerte es dann auch bis zur  86. Minute, ehe Pieter-Marvin Wolf aus einem Gewühl im Fünf-Meter-Raum den 3:0-Endstand herstellte.

Sein Trainer Andreas Richter resümierte: „Das war der erhoffte Sieg – eine Folge gesunden Selbstbewusstseins. In der 2. Halbzeit fehlte es uns aber etwas an Laufbereitschaft“. Empor-Coach Nils Kohlschmidt meinte: „Wir wollten ein Remis schaffen, zumal die drei nächsten Spiele nicht leichter werden. Unsere Abwehr gibt den Gegenspielern einfach zu viel Raum und geht nicht energisch genug in die Zweikämpfe. Für uns als Tabellenvorletzter geht es einzig und allein um den Klassenerhalt“.

TEXT U. FOTOS: RUDOLF NEULAND

 

Das Richtfest für ein neues Parkhaus am Carl-Thiem-Klinikum (CTK) markierte am späten Mittwochvormittag einen wichtigen Abschnitt dieses Bauvorhabens. Es befindet sich in der Leipziger Straße unmittelbar neben dem neuen Klinik-Haupteingang. Auf drei Park-Ebenen sollen dort ab September 2017  exakt 240 Fahrzeuge parken können.

Gemeinsam mit den Baufirmen und zahlreichen Gästen feierten die Leitung des Klinikums und CTK-Mitarbeiter zünftig diese wichtige Rohbau-Etappe. CTK-Geschäftsführer Dr. Götz Brodermann erläuterte dabei in einer kurzen Ansprache, warum dieses Richtfest gefeiert werde, obwohl sich auf dem Flachdach des Gebäudes gar kein Dachstuhl befindet. Er sagte dazu: „…weil wir uns bei denjenigen bedanken wollen, die dieses Bauwerk erstellt haben – angefangen beim Architekten Dr. Jürgen Franke und seinem Team bis hin zu den bauausführenden Handwerkern. Für die Patienten, so betonte Dr. Brodermann, verringern sich mit diesem Haus die Wege zum neuen Haupteingang. Gerade für Menschen, denen das Gehen schwerfalle, ist der jetzige Patienten-Parkplatz sehr weit vom Haupteingang und der Patienten-Aufnahme entfernt.

Auf Notwendigkeit und Wichtigkeit dieses Baus verwies Dr. Markus Niggemann,  CTK-Aufsichtsratsvorsitzender und Finanzbeigeordneter der Stadt Cottbus. Dieses Parkhaus sei ein Stück Quartiersentwicklung. Er sprach die Hoffnung aus, dass diese zusätzlichen Parkmöglichkeiten „die nicht immer erfreuliche Parkplatzsituation zwischen Bahnhof und dem Klinikum etwas entspannen“ würden. (Wer hier wohnt, der weiß, dass der Redner diese Bemerkung wohl überlegt und sehr zurückhaltend gewählt hat – der Autor.).

Bei seinem Richtfestspruch erbat Danny Hudler, Maurermeister und Bauleiter der Deutschen Industrie- und Parkhausbau GmbH (dip) mit Sitz in Berlin den Segen für das Gebäude.

Die Kosten für diesen Bau sind mit etwa 3,75 Millionen Euro veranschlagt. Über die zu erwartenden Gebühren für das Parken machten die Verantwortlichen noch keine Angaben.

Text u. Fotos: Rudolf Neuland

 

Mit einem knappen aber hochverdienten 1:0-Heimsieg gegen den SV Babelsberg 03 machten die B-Junioren des FC Energie Cottbus einen weiteren wichtigen Schritt ins „Oberhaus“ des deutschen Juniorenfußballs dieser Altersklasse.

Die erste Halbzeit der kämpferischen doch jederzeit fairen Begegnung auf dem Sportplatz am Priorgraben verlief ziemlich ausgeglichen, weil die Gäste aus der Landeshauptstadt vor allem ihre Defensive sehr gut organisierten. Sie störten ein ums andere Mal den Spielaufbau der Lausitzer und zwangen sie immer zu Ballverlusten und Rhythmuswechseln bei ihren Angriffsversuchen. Somit endete die erste Halbzeit torlos.

Mit Beginn der zweiten 40 Minuten wurde eine deutliche Leistungssteigerung der Gastgeber sichtbar. Mit guter Raumaufteilung und über beide Flügel vorgetragenen Attacken rollten zahlreiche Angriffswellen auf das Gehäuse des ausgezeichneten Babelsberger Torwarts Jannis Kriese zu. 

In der 49. Minute war es dann soweit: Colin Raak verwandelte per Kopf eine präzise Flanke Andre Marenins zum verdienten 1:0. Dem Treffer war ein Babelsberger Konter vorausgegangen, der von den Energie-Junioren abgefangen  wurde und konsequent zum erfolgreichen Gegenzug genutzt wurde. SV- Trainer Matthias Boron sagte dazu anerkennend: „Gerade diese Situation ist symptomatisch dafür, dass die Cottbuser zu Recht auf dem ersten Tabellenplatz stehen. Vielleicht können wir ihnen nächste Woche indirekt helfen, wenn wir gegen Chemnitz ein gutes Ergebnis erzielen…“.

In der Folgezeit erspielten sich die Energie-Jungen noch genügend Tormöglichkeiten – u.a. durch Moritz Broschinski, den eingewechselten Jens Fedder, Andre Marenin und Kapitän Dominik Deumer -,   für einen weitaus höheren Sieg. Dabei erwies sich Babelsbergs Keeper Kriese mehrfach bewundernswert als Retter in höchster Not. Seine Vorderleute besaßen im gesamten Match zwei hochkarätige Einschussmöglichkeiten, blieben dabei aber erfolglos.

FCE-Trainer Sebastian König resümierte: „Mit diesem, wenn auch knappen, Heimsieg haben das wichtigste Saisonspiel  gewonnen. Damit organisierten wir uns quasi gegen Hertha BSC Berlin II ein Endspiel. Wenn wir das gewinnen, können wir den Wiederaufstieg in die Bundesliga feiern“.

Unterdessen ist ein Teil dieser Mannschaft zusammen mit einigen A-Junioren als Sieger des Bundesfinals „Jugend trainiert für Olympia“ nach Prag gereist. Sie nimmt dort vom 21. bis 29. Mai an der  Schul-Weltmeisterschaft teil.

Text u. Fotos: Rudolf Neuland

 

Nach zweijähriger Bundesliga-Zugehörigkeit stand der Abstieg von Energies U-19-Team bereits vor dem letzten Saisonmatch gegen den erstaunlich starken Aufsteiger Vfl Osnabrück fest. Nachdem die Gäste anfangs zunächst kurzzeitig dominiert hatten, präsentierten sich die Lausitzer im Gegensatz zu etlichen vorangegangenen Auftritten deutlich entschlossener, kämpferischer und  einsatzbereiter. Kurz gesagt: Wohl jeder der immerhin noch 72 zahlenden Zuschauer im Stadion an der Lipezker Straße sah Energie-Jungen, die mit einer ordentlichen Leistung aufwarten wollten. Das gelang eindrucksvoll.

Den ersten größeren Aufreger gab es nach knapp 20 Minuten. Der in Mittelstürmerposition durchgebrochene schnelle Gabriel Boakye wurde von Osnabrücks letztem Mann Jona Breulmann gefoult. Schiedsrichter Waegert (Berlin) schickte ihn konsequenterweise sofort mit Rot vom Platz, und Ian Beckmann zirkelte den 20-Meter-Freistoß  wunderbar ins linke obere Eck zur verdienten 1:0-Führung (17. Minute). Danach erspielten sich die FCE-Junioren noch einige Tormöglichkeiten. So ging ein Schrägschuss von links – im 16-er von Pieter-Marvin Wolf abgezogen -, nur knapp am  langen Pfosten vorbei. Inkonsequentes Abwehrverhalten der Cottbuser Innenverteidigung führte dann allerdings zum 1:1-Ausgleich der Gäste. Torschütze: der Niederländer Bennet van den Berg (31.). Auf der Gegenseite spielte ein Osnabrücker den Ball im Strafraum eindeutig mit dem Oberarm, und Max Grundmann (Titelfoto) verwandelte mit präzisem Handelfmeter (39.)  zur 2:1-Halbzeitführung.

Im Verlauf der zweiten Spielhälfte erarbeiten sich beide Teams noch einige Torchancen, die aber ungenutzt blieben, da die Abwehrreihen gemeinsam mit den Keepern die Situationen bereinigen konnten. Neuen Schwung bekam der FCE-Angriff durch die vier Auswechslungen zwischen der 68. und der 78. Minute. Nii Bruce Weber, der für Ian Beckmann gekommen war, setzte in der 82. Minute zu einem Solo an, verlor die Kugel, erkämpfte sie sich energisch zurück, drang in den 16-Meter-Raum ein und überwand Keeper Yannick Rohrmann zum 3:1-Endstand.

Osnabrücks Trainer Daniel Moustapha Thioune meinte danach: „Das Hinspiel haben wir daheim 0:3 verloren, weil wir schlechter waren. Heute gewann aber nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft. Ein Remis war für uns trotz Unterzahl allemal drin“.

FCE-Trainer Andreas Richter lobte sein Team: „Es war unser klar ausgegebenes Ziel, das letzte Bundesligamatch zu gewinnen. Die Spieler sollten noch mal alles raushauen, was in ihnen steckt. Sie sollten zeigen, dass sie es besser können, als es der Abstiegsplatz vermuten lässt. Das ist ihnen weitgehend gelungen“.

Text u. Fotos: Rudolf Neuland

Parallel zur 42. Internationalen Junioren-Rundfahrt (Sieger Juri Hollmann/RSC Cottbus) bestritten die die Senioren die 13. Spreewald-Masters-Etappenfahrt. Der Ex-Profi Renzo Wernicke (rechts im Bild) vom Team Biehler Ur-Krostitzer gewann nicht nur die Schlussetappe, sondern holte sich auch den Gesamtsieg. Der 44-jährige Sachse aus Delitzsch bei Leipzig war einst auch einige Jahre für die ehemalige brandenburgische Profi-Mannschaft  agro-Adler aktiv.

Wernicke sagte nach diesem Erfolg: „Wer bei diesen Masters-Rennen ganz vorn landen will, muss sehr intensiv trainieren. Ich tue es drei bis vier Mal pro Woche.“ Ende August  will bei der Senioren-Weltmeisterschaft im österreichischen St. Johann (Kitzbüheler Alpen) starten, wo er vor einigen Jahren bereits Vize-Weltmeister in seiner Altersklasse geworden war.

Die Sprintwertung bei den diesjährigen Spreewald-Masters sicherte sich Vladi Riha vom VC Vegesack, dem kleinsten Radsportverein Bremens. Jörg Pachter (Jenatec-Lawi-Masters-Team) erwies sich als bester Renner der Masters-3-Klasse.

Text u. Foto: Rudolf Neuland

Gesamtsieger der dreitägigen 42. Internationalen Junioren-Vier-Etappenfahrt wurde Lokalmatador Juri Hollmann (Foto oben rechts in Gelb)  vom Ausrichter RSC Cottbus. Der Lausitzer Sportschüler  holte sich in überzeugender Manier  neben dem Gelben gleichzeitig auch das Trikot für den besten Sprinter.

Der Schützling von Trainer Rainer Gatzke hatte den Grundstein für diesen Erfolg auf der 2. Etappe mit dem deutlichen Gewinn des Einzelzeitfahrens über elf Kilometer gelegt. Daniel Babor (Tschechien) – Sieger der Auftaktetappe in Drebkau – kam beim Kampf gegen die Uhr nicht über Platz 55 (Rückstand 86 Sekunden) hinaus.

In der Endabrechnung aller vier Etappen (Gesamtdistanz 268,7 Kilometer bei einem 44er bis 45er Schnitt)) siegte Juri Hollmann schließlich mit 21 Sekunden Vorsprung vor dem Österreicher Tobias Bayer (Team RSC Felbermayr Wels) und 27 Sekunden vor Jakob Geßner (Team Landesverband Thüringen), der als Starter des jüngeren U-19-Jahrgangs  die Nachwuchswertung gewann.

Für den strahlenden Sieger Hollmann ist dieser Erfolg zusammen mit seiner EM-Teilnahme 2016 im bretonischen Plumelec (Frankreich) der bisher wohl wichtigste. Das bestätigte auch RSC-Trainer Gatzke: „Nachdem Juri das Zeitfahren gewonnen hatte und danach in Gelb fuhr, richtete unser gesamtes Team seine Fahrweise darauf aus, seinen Gesamtsieg abzusichern. Angesichts der starken ausländischen Konkurrenz, vor allem der Dänen, Österreicher und nicht zuletzt der Tschechen, war das auch gar nicht anders zu machen“.

Wie man einen Etappensieg taktisch klug vorbereitet, hatte das „Czech Team“ beim 60-Kilometer-Rennen „Rund um das Waldhotel Cottbus“ demonstriert. Im letzten Drittel dieses Rundkurses dominierte ihre blaue „Zugreihe“ unangefochten das komplette Fahrerfeld und ließ bei herrlichem Radsportwetter an der Spitze kurbelnd keinerlei Ausreißversuche zu. So lancierten sie ihren Mannschaftskameraden Daniel Babor letztlich geschickt in die Endkampfgestaltung, dass er beim Massensprint mit klarem Vorsprung als erster vor dem Österreicher Florian Kierner (RC ARBÖ Felbermayr Wels) und Henrik Paklaski (LV Thüringen) über die Ziellinie rasen konnte. Juri Hollmann war trotz der tschechischen Dominanz stets im Bilde, belegte am „Waldhotel“ Rang 13 und blieb mit dem komfortablen Vorsprung von 21 Sekunden im Gelben Trikot.

Bei der fünfrundigen Abschluss-Etappe „Rund um Dissen“ über insgesamt 120 Kilometer durchkreuzte die Konkurrenz eine Wiederholung dieses Taktik-Vorhabens der Tschechen, unterband deren Vorstöße durch ständige Gegenattacken. Den abschließenden Massensprint entschied dann der Däne Anders Liliendal (Herning CK Junioren) als Tagessieger vor den beiden Sachsen Rico Brückner und Johannes Scharr. Juri kam in Dissen als 28. zeitgleich mit dem Dänen ins Ziel.

Als würdiger Gesamtsieger dieses traditionsreichen Etappenrennens steht Juri Hollmann damit in einer Reihe mit so prominenten Gewinnern wie Volker Winkler (1975), Olaf Ludwig (1977), Falk Boden (1978), Uwe Ampler (1982), Marcel Kittel (2005) oder John Degenkolb (2007).

Was Juris Stärke ausmacht, charakterisiert RSC-Geschäftsführer Axel Viertler mit diesen Worten: „Er kann sprinten, ist ein guter Zeitfahrer und kommt auch in den Bergen bestens zurecht. Kurz gesagt – Juri ist ein echter Allrounder“.

Text u. Fotos: Rudolf Neuland

 

Bei schweißtreibenden Temperaturen trafen am 22. Spieltag der U-19-Bundesliga Nord/Nordost  Energies abstiegsgefährdete A-Junioren im Südstadion auf den Tabellendritten RB Leipzig. Dabei lieferten die Lausitzer den favorisierten „Jungbullen“ aus der Messestadt eine beherzte Auseinandersetzung, die mit dem öffentlich erklärten Ziel aufliefen, hier einen Drei-Punkte-Gewinn einzufahren.

In den ersten zwanzig Minuten erlebten  die 77 zahlenden Zuschauer allerdings eher eine mittelmäßig-niveauarme Partie. Auf beiden Seiten gab es keine ernsthafte Torannäherung, dafür viel Hin und Her im Mittelfeld. Auffällig waren etliche „unforced errors“, also nicht durch gegnerische Einwirkung entstandene Fehler, wie es RB-Trainer Achim Beierlorzer am Sachsen-Team monierte. Zu oft seien relativ kurze Pässe seiner Schützlinge ohne Bedrängnis nicht beim freistehenden Mitspieler sondern beim Gegner angekommen. Beide Torhüter blieben zunächst stark unterbeschäftigt.

Kurz nach Wiederbeginn eröffnete sich dem erneut sehr offensiv agierenden FCE-Akteur Gabriel Boakye – er besitzt sowohl die kanadische als auch die ghanaische Staatsbürgerschaft -  die Chance zum Führungstreffer. Doch Leipzigs Torwart Toni Stahl wehrte dessen 10-Meter-Schuss reaktionsschnell ab. Danach entwickelte sich eine zwanzigminütige Druckphase der Cottbuser – Tore fielen allerdings auch jetzt nicht. Auch nicht, nachdem das Energie-Trainer-Duo Andreas Richter/Ronald Prause binnen elf Minuten  ( 79. bis 90.) mit Pieter-Marvin Wolf für Leo Felgenträger,  Lucas Roblick für Kapitän Ives Küllmei, Adam Rindelhardt für Nii-Bruce Weber und Tobi Labes für Antonio Linge vier frische Kräfte eingewechselt hatte. Statt dessen erarbeiten sich die „Roten Bullen“ Tormöglichkeiten durch einen Pfostenschuss. Und: In der dreiminütigen Nachspielzeit rettete FCE-Torwart Matti Kamenz mit einer Glanzparade das torlose Remis und damit den Punktgewinn.

Sein Trainer Andreas Richter bezeichnete ebenso wie RB-Trainer Beierlorzer das 0:0 gegen als gerechtes und hochverdientes Resultat für das FCE-Team. „Es ist doch klar“, fügte Fischer hinzu, „dass wir gegen den Favoriten RB Leipzig nicht auf Teufel komm raus anstürmen würden. Zunächst ging es erst einmal darum, den Gegner daran zu hindern, hier sein eigenes Spiel aufzuziehen und ihn in der Abwehr zu beschäftigen. Das haben unsere Jungs sehr gut gemacht, auch wenn so eine Taktik von draußen nicht immer attraktiv aussieht.“

Text und Fotos: Rudolf Neuland

 

 

Knapp aber hochverdient mit 3:2 gewannen Energies U-19-Junioren das wichtige Bundesliga-Nachholspiel gegen Holstein Kiel. Mit diesem Heimsieg nach einer klaren 3:0-Pausenführung im Stadion an der Lipezker Straße verkürzten die Schützlinge von Trainer Ronald Prause den Abstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen nun auf zwei Punkte.

Aus einer sicheren Abwehr heraus dominerten die Lausitzer das Mittelfeld mit sehenswertem Tempofußball  über beide Flanken und einer solchen  Angriffswucht, dass die Kieler Defensive gehörig ins Schwimmen geriet.  Kurzkommentar von Kiels Kapitän Julius Alt: „An so eine schlechte Leistung von uns kann ich mich überhaupt nicht erinnern“.  Lediglich in der 10. Minute erspielten sich die Jungen  aus der schleswig-holsteinischen Landeshaupstadt  eine Mini-Schusschance, die FCE-Keeper Tim Stawecki jedoch souverän entschärfte.

Besonders auffällig wirbelte Gabriel Boakye bei den Energie-Attacken. So war es beinahe folgerichtig, dass er in der 17. Minute mit  technischer Eleganz auch den 1:0-Führungstreffer erzielte. Sieben Minuten später erhöhte  Sebastian Schlüschen wiederum nach einem Standard auf 2:0. Und in der 33. Minute gelang B-Junior Leon Schneider gar das 3:0 – sein erster Bundesliga-Treffer nach prima Vorarbeit von Paul Pahlow.

Mit den schnellen und taktisch klug vorgetragenen Angriffen ihres 4-4-2-Systems erarbeiteten sich die Cottbuser  genügend weitere Tormöglichkeiten, um die Führung noch höher zu schrauben. Die drückende FCE-Überlegenheit und die Schwächen seines Teams erkennend, begann  Kiels Trainer Hannes Drews bereits nach 34. Minuten mit dem ersten Spielerwechsel. Diese Maßnahme, mehrmalige System-Umstellungen  und eine vermutlich heftige Gardinenpredigt während der Halbzeitpause  (Drews: „Meine Ansprache war zwar sachlich, aber durchaus etwas lauter als sonst“.) rüttelten den Tabellensechsten wohl wach. Die Kieler übernahmen mit Beginn der 2. Spielhälfte immer öfter die Initiative, drückten aufs Tempo und verstärkten ihre Zweikampfintensität. Dennoch hatten auch die Energie-A-Junioren noch einige Torchancen. So versuchte Leo Felgenträger Kiels Torwart von rechts mit einem Heber zu überwinden  -  Keeper Schuchardt lenkte das Leder zur Ecke.

Seine Vorderleute legten nach der dritten Auswechslung eine ziemlich harte Gangart an und tauchten immer öfter in der Nähe des Cottbuser Strafraums auf. In der 78. Minute hämmerte Kiels deutsch-türkischer Torjäger Utku Sen einen Freistoß aus zentraler Position zum 3:1 in die Maschen. Und nachdem in der immer hektischer werdenden Schlussphase Energie-Abwehrspieler Dennis Ladwig nur per Handspiel einen weiteren Gegentreffer verhindert hatte, daraufhin mit Rot vom Platz musste, trat erneut Utku Sen an – 3:2-Strafstoßtor (81.).

Es folgten neun Zitterminuten inklusive vier Minuten Nachspielzeit für die Cottbuser U 19-Mannschaft, die sich am Ende riesig über den noch in Gefahr geratenen aber absolut verdienten Heimsieg freute. FCE-Trainer Ronald Prause resümierte: „Bis auf die Endphase hat meine Mannschaft eine insgesamt gute Leistung abgeliefert. Warum wir uns dann selbst in die Bredouille brachten, ist schwer zu sagen. Vermutlich hatten einige Akteure nach dem deutlichen 3:0 das Match innerlich schon als gewonnen abgehakt", mutmaßte er.

Text und Fotos: Rudolf Neuland

 

Am kommenden Samstag tritt der FC Energie Cottbus im Halbfinale des AOK-Landespokals beim FSV Optik Rathenow an. Spielbeginn ist um 13.35 Uhr.

Die „Schuld“ für diese ungewöhnliche Anstoßzeit liegt beim RBB-Fernsehen, das dieses Match  in einer Konferenzschaltung mit dem Berliner Pokal-Halbfinale (VSG Altglienicke – FC Viktoria) überträgt.

Am Donnerstag Vormittag bereitete sich das Team von Trainer Claus-Dieter Wollitz auf dem Branitzer „Eiche“-Sportplatz mit einer speziellen Trainingseinheit auf den Pokalgegner vor. Sinn und Zweck war es, so erklärte Wollitz, die richtigen Laufwege, das Besetzen der entsprechenden Positionen bei gleichzeitiger Flexibilität zu üben. Das bedeutete vor allem „bei Positionsveränderungen die richtige Raumaufteilung zu behalten und dann natürlich konsequent den Torabschluss zu suchen“.

In einem Gespräch mit „Niederlausitz aktuell“ betonte der FCE-Trainer, dass das Spiel in Rathenow keinesfalls ein Selbstläufer werden würde, denn im Pokal bedeute eine Klasse Unterschied nicht allzu viel. Selbstverständlich fahre man als Favorit mit dem Willen nach Rathenow, nun auch ins Landes-Pokalfinale vor zu dringen. Aber: „Der Gegner wird uns nichts schenken. Wir brauchen dort eine konzentrierte und taktisch disziplinierte Leistung“.

Text u. Fotos: Rudolf Neuland


Mit einem hochverdienten 2:0-Heimsieg besiegten Energies U-17- B-Junioren auf dem Sportgelände am Priorgraben am Sonntag den FC Mecklenburg Schwerin. Wie FCE-Trainer Sebastian König resümierte, festigten seine Schützlinge durch eine bemerkenswert geschlossene Mannschaftsleistung und unbedingtem Siegeswillen so den zweiten Tabellenplatz in der Regionalliga. Damit hielten sie Kontakt zum Spitzenreiter Chemnitz.
Von Beginn an bauten die Lausitzer einen starken Angriffsdruck in Richtung Schweriner 16-Meter-Raum auf. Über beide Flügel angreifend erarbeitete man sich vielversprechende Tormöglichkeiten. Doch zunächst fanden weder der Schuss von Leon Schneider, noch Kopfbälle von Dominik Deumer und Niklas Geisler den Weg ins Gäste-Gehäuse. Kurz vor der Halbzeitpause setzen Zuschauer und die Energie-Junioren schon zum längst fälligen Torjubel an. Doch ein 10-Meter- Kopfball von Moritz Fedder überflog zwar den schon geschlagenen Schweriner Torwart Max Sprang, aber das Leder ging leider an die Unterseite der Querlatte, von dort auf die Torlinie - und landete dann aber doch nicht im Netz. Fast wäre den Mecklenburgern danach mit ihrer einzigen echten Chance der 1. Hälfte noch die Führung geglückt. Mit einem guten Umschaltspiel kamen sie immer wieder vor das Cottbuser Gehäuse. Doch FCE-Keeper Tim Stawecki entschärfte mit einer Glanzreaktion einen Nahdistanz-Schuss des Schweriners Cosmo Syrbe, so dass die Teams torlos in die Pause gingen.
Danach verstärkte der FCE bei einsetzendem Dauerregen noch einmal den Angriffsdruck und erzielte in der 48. Minute den umjubelten Führungstreffer: Nach einem Eckball hatte Leon Schneider am langen Pfosten urplötzlich freigestanden und flach zum 1:0 eingeschossen. Danach dominierten die Cottbuser fast durchgehend, scheiterten jedoch wiederholt am Gästekeeper oder liefen sich in Schwerins Abwehr fest, aus der 16-jährige Innenverteidiger Ifedayo Oladipo nicht nur wegen seiner Körpergröße (1,95 Meter) herausragte. Laut Trainer Kevin Rodewald machte "Dayo" nach längerer Verletzung sein bestes Saisonmatch, weil er sich mit viel Übersicht und zweikampfstark auch immer wieder in die Spieleröffnung einschaltete.
Bei den FCE-Burschen hätte sich die unzureichende Chancenverwertung fast noch gerächt. Doch Tim Stawecki bewahrte sein Team vor dem Ausgleich (64.). Sieben Minute vor Schluss fiel dann die Entscheidung: Moritz Fedder setzte sich im Strafraum entschlossen zum 2:0-Endstand durch.
Energie-Trainer König lobte seine Truppe für das zeitweise sehr gute Kombinations- und Pass-Spiel, "sowohl aus der Abwehr heraus als auch in den anderen Mannschaftsteilen". Ingesamt "boten wir trotz einiger Unkonzentriertheiten alles in allem eine gute, geschlossene Mannschaftsleistung". Ein Sonderlob des Trainers erhielt Mittelfeldspieler Colin Raak, "weil er läuferisch und spielerisch fast keine Fehler machte und immer dort präsent war, wo es nötig war".


Text und Fotos: Rudolf Neuland

 

Immerhin 120 Zuschauer waren ins Cottbuser Südstadion an der Lipezker Straße gekommen, um die Oberliga-Süd-Begegnung von Energies U 23-Team gegen den RB Leipzig II zu sehen. Die Voraussetzungen für einen Erfolg der FCE-Reserve schienen durchaus gegeben, da der Tabellenführer in der Vorwoche gegen Chemnitz II eine 1:3-Heimniederlage kassiert hatte. Und der Cottbuser Coach Vragel da Silva erklärte im Vorfeld mit nicht unbegründetem Optimismus,  dass seine Truppe als Tabellenelfter dem spielerisch starken Sachsenteam „ein Bein stellen“ wolle.

Gleich nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Dirk Meißner (Zahna/Elster) entwickelte sich eine turbulente, temposcharfe und vielversprechende Auseinandersetzung. Schon in der zweiten Minute besaß der Leipziger Tom Nattermann aus Nahdistanz eine Großchance zum Führungstreffer, die von der FCE-Abwehr jedoch im Fünf-Meter-Raum mit vereinten Kräften abgewehrt werden konnte. Beim Gegenangriff der Gastgeber reagierte Leipzigs Keeper Thomas Dähne sehr gut bei einem Schuss von Lukas Bache, ebenso bei einem Kopfball von Andy Hebler.

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel (der sich in Wirklichkeit allerdings sehr novembertrübe zeigte) kam dann in der 10. Minute der Einschlag zum 0:1. Leipzigs Kapitän Paul Schinke (ein ehemaliger Cottbuser) zog aus fast zentraler Position mit links ab – keine Abwehrmöglichkeit für Torwart Fritz Pflug, weil das Leder abgefälscht worden war. Doch die junge Energie-Reserve ließ sich dadurch überhaupt nicht entmutigen. Sie suchte immer wieder über beide Flügel die Offensive. Aus Abwehr und Mittelfeld operierte man mit langen Anspielen – oft auch diagonal - auf die Außenbahnen. Allerdings ging mancher dieser langen Bälle auch ins Leere, weil sie ungenau getreten wurden.

 Auffälligster Akteur in dieser Phase auf der rechten Seite der von den Profis ausgeliehene Robert Berger. Er wie auch die anderen Cottbuser Angreifer wurde von der robusten Leipziger Abwehr ziemlich hart attackiert. Nach einer Flanke von rechts besaß Paul Röwer in der 20. Minute die Riesengelegenheit zum Ausgleich, doch er verpasste ganz knapp. Leipzigs Trainer Tino Vogel erkannte die Stärke der Cottbuser und rief seinen Schützlingen warnend zu: „Macht euch nicht so angreifbar. Schlagt die Bälle nach vorn!“.  Nicht gerade seinen besten Tag über die gesamte Spielzeit hatte Schiedsrichterassistent Robert Päßler, der einige zweifelhafte und unverständliche Abseitsstellungen anzeigte – und sich dabei nicht immer auf  Ballhöhe befand. Bei einem Foul an Berger wollte er gar eine „Schwalbe“ erkannt haben.

Die zweite Halbzeit war noch keine 120 Sekunden gelaufen, da schlugen die „Roten Bullen“ durch Tom Nattermann zum 0:2 zu. Trainer da Silva nannte diesen Gegentreffer „den Nackenschlag für uns“ und fügte hinzu: „Wenn unser Torwart rausläuft, dann muss er das auch rechtzeitig machen, um vor dem Gegner am Ball zu sein“.  Nattermann war es dann auch, der in der 54. Minute zu einem Handelfmeter antrat, den Keeper Pflug jedoch abwehren konnte. Doch Alexander Siebeck verwandelte von keinem Cottbuser bedrängt den Nachschuss zum letztlich schon spielentscheidenden 0:3. Mit einem satten Schuss von halblinks ins Dreiangel stellte dann Federico Palacios-Martinez (71.) den 0:4-Endstand her.

Nach dem Spiel sagte der FCE-Torwart Fritz Pflug zu „Niederlausitz aktuell“: „Der Elfmeter erschien etwas zweifelhaft, aber ich denke dass man ihn geben kann. Das Spiel haben wir nach meiner Meinung deshalb verloren, weil die Leipziger in der zweiten Halbzeit den Angriffsdruck erhöhten. Sie kamen mit viel mehr Offensivkraft. Damit sind wir nicht so gut klar gekommen, haben den Spielfaden zu oft verloren und uns auch nicht mehr getraut, richtig Fußball zu spielen. In der ersten Spielhälfte waren wir richtig gut, haben dagegen gehalten, hatten aber viel Pech im Abschluss“. Trainer Vragel da Silva bestätigte Pflugs Analyse und sagte weiter: „Meine Mannschaft ist für mich unverständlich unkonzentriert zu den zweiten 45 Minuten aus der Kabine gekommen. In einigen Situationen fehlte auch etwas Selbstvertrauen gegen den druckvoll agierenden Tabellenführer. Und so kam es, dass wir den `Roten Bullen` nicht wie zuvor erhofft, ein Bein stellen konnten.“

                                                                                                                       

AUFSTELLUNGEN

FC Energie II: Pflug, Dahm, Bache (68. Kagelmann), Chato Nguendong, Lenk, Lemke, Kusic, Hebler (74. Geithner), Maurer (58. Gerstmann), Röwer, Berger.

RasenBallsport Leipzig II: Dähne, Ludwig, Konik, Sumusalu, Legien (72. Wagner), Nattermann, Schinke (79. Heinze), Siebeck, Palacios-Martinez, Rothenstein (68. Niemeyer), Hoheneder.

Text und Fotos: Rudolf Neuland

Mittwoch, 05 November 2014 10:48

Jedes Jahr am ersten November-Wochenende...

 …bietet die Cottbuser Fürst-Pückler-Passage für zwei Tage eine ganz besondere Attraktion für viele kleine und große Besucher:  eine sehenswerte Ausstellung des „Lausitzer Modellbahnclubs“ aus Cottbus  – seit mehreren Jahren in erfolgreicher Kooperation mit dem Neu-Petershainer Modellbahn-, Modellbau- und Puppenverein.

Das Centermanagement stellt dafür bei freiem Eintritt eine Fläche von 250 Quadratmetern zur Verfügung, übrigens  seit 1994, wie vom Cottbuser Clubverantwortlichen Jens Balacz zu erfahren war. Ingesamt bekamen die über 500  Besucher aller  Altersgruppen am letzten Wochenende acht Anlagen unterschiedlicher Größen und liebevoller, detailgetreuer und zum Teil in äußerst filigraner Gestaltung zu sehen. Immer wieder dicht umlagert war unter den vielen Attraktionen die „Kofferanlage“ des 67-jährigen Cottbusers Klaus-Dieter Gärtner. Dem ehemaligen Kfz.-Schlosser und –elektriker  ist es gelungen, auf einer Koffer-Innenfläche von 30x50 Zentimetern eine Anlage mit der Spurweiten Z (6 mm) und T (3 mm) im Maßstab 1:450 zu bauen. Fachmann Jens Balacz nannte das nicht nur „etwas Außergewönliches, sondern geradezu ein Phänomen, weil Herr Gärtner zeigt, was mit viel Sachverstand und Liebe für unser freizeitintensives Hobby alles machbar ist“. Bis zum vergangenen Jahr „wussten wir im Verein gar nicht, dass jemand eine so kleine Spurweite aufgelegt hat“.

In diesem Zusammenhang verwies Balacz darauf, dass einmal pro Woche (dienstags von 18 bis 22 Uhr) die Clubnachmittage stattfinden. Für Interessenten: Sie können sich am Bahn-Fahrzeuginstandhaltungswerk in der Waisenstraße 21 (ehemals RAW Cottbus) einfinden oder sich vorher unter der Telefonnummer 0355-471132 ankündigen. Außerdem verwies Jens Balacz noch auf zwei weitere Samstag-Termine in diesem Jahr: die Modellbahn-Börsen am 22. November und am 13. Dezember jeweils von 10 bis 14 Uhr im DB-AG Werk Cottbus ebenfalls in der Waisenstraße 21. Dort kann dann nicht über nur Eigenbauten gefachsimpelt, sondern auch Selbstgebasteltes getauscht werden. Außerdem werden Fachhändler diverse Produkte zum Kauf anbieten, darunter auch die entsprechende Literatur. „Damit wollen wir die Modellbahnszene in unserer Stadt etwas erweitern“, betonte Balacz.

Sehr zufrieden über das Publikumsinteresse zeigte sich Dankwart Mölling, Vorsitzender des Neu-Petershainer Vereins. National und international seit Jahren auf Messen und Ausstellungen vertreten, präsentierte man neben Puppen, -häusern und verschiedenen Kinderwagen diesmal die Modellbahnanlage „Waldbahn Weißwasser“ nach Bad Muskau mit Abzweig nach Kromlau. Wer sich für weitere Termine oder das gesamte Vereinsleben interessiert, findet viele aussagekräftige Informationen und Fotos in Internet unter www.modellbahn-neupetershain.de

Text und Fotos: Rudolf Neuland

 

Nach dem 7:0-Heimsieg der Ströbitzer über schwache Rüdersdorfer und der Kolkwitzer 1:7-Auswärtspleite bei Petershagen/Eggersdorf  warnte Wacker-Trainer Tino Kandlbinder vorige Woche sein Team: "Verbannt beide Resultate schnellstens aus euren Köpfen. So etwas wird sich beim Nachbarschaftsderby auf dem Jahn-Sportplatz in Kolkwitz nicht wiederholen. Dort gehts ganz anders zur Sache". Wie recht Kandlbinder damit hatte, der wegen Urlaubs vom wortkargen Co-Trainer Karsten Mattke vertreten wurde, belegt nicht nur der verdiente 4:3-(1:0)-Sieg des Gastgebers, sondern auch die Art und Weise wie die junge Aufsteiger-Mannschaft vor immerhin 165 Zuschauern den Derbyerfolg zustande brachte.

Nach kurzer und zerfahrener Abtastphase fand der ganz in weiß aufgelaufene Kolkwitzer SV schneller seinen eigenen Rhythmus  -  im Gegensatz zu den zunächst sehr vorsichtig operierenden West-Cottbusern. Bereits in der 8. Minute besaß der völlig freigespielte Paul Zerna die erste Großchance, doch sein Schuss landete im herbstlichen Sonnenhimmel. Äußerst unglücklich für die Gäste dann der Kolkwitzer Führungstreffer in der 17. Minute, weil Mirko Treuger eine scharfe Eingabe unter Keeper Andre Thoms ins eigene Tor abfälschte. Während der KSV nun weiter Druck machte, blieben die Wacker-Angriffe oft schon im Ansatz stecken. So blieb dann auch Maikel Krügers Fernschuss (35.), den Torwart Daniel Räckel entschärfte, die einzig wirklich nennenswerte Möglichkeit der Wackeraner, deren Abwehr zudem unsicher und löchrig wirkte. Auffällig auch die vielen leichten Ballverluste besonders im Mittelfeld, was alles zusammengenommen den erfahrenen Keeper Thoms vermutlich ziemlich in Rage brachte. „Konzentriert euch, seid giftig!“, rief er unüberhörbar seinen Vorderleuten zu.

So richtig Dampf in den Lokalderby-Kessel kam erst mit Beginn der zweiten Spielhälfte. Nach zwei vergebenen Riesenchancen (Matthias Bagola 49. und 54.) brachte Marten Zittlau mit einem Doppelschlag zum 3:0 sein Team binnen 120 Sekunden (55./56.) scheinbar uneinholbar auf die Siegerstraße – wie wohl auch die meisten Zuschauer vermuteten. Zumal die Wacker-Defensive bei beiden Zittlau-Toren offen wie ein Scheunentor war. Doch die Ströbitzer gaben sich nicht auf und besannen sich endlich auf die einfache Fußballweisheit: „Wenn du nicht weißt, wohin mit dem Ball, dann hau ihn doch ins Tor“. So geschah es, als Rene Handreck nach rund einjähriger Verletzungspause für den Außenstehenden ziemlich überraschend rund 20 Minuten vor dem Abpfiff aufs Spielfeld trabte und die Wacker-Offensive deutlich belebte. In Strafraumnähe schnell an den Ball gekommen, fackelte „Hanne“ nicht lange und verkürzte mit einem Schuss ins lange Eck zum 3:1 (72.) Drei Minuten später erzielte der zur Halbzeit eingewechselte Robert Becker (nicht Kapitän Martin Handreg wie offiziell vermerkt) per Kopf gar das 3:2. Jetzt wurde das Match echt turbulent und gewann noch mehr an Brisanz. Allerdings kam es auch zu einigen hitzigen Aktionen und  Ruppigkeiten beiderseits, auf die Schiedsrichter Baumann (Guteborn) und seine beiden Assistenten nicht immer besonders souverän reagierten. Die endgültige Entscheidung bei diesem offenen Schlagabtausch führte der Kolkwitzer Stefan Jähne in der Nachspielzeit herbei, als er einen Konter zum 4:2 abschloss (90.+2.). Sekunden vor dem Schlusspfiff (90.+5.) tankte sich der 34-jährige Rene Handreck von rechts durch den Kolkwitzer Strafraum und stellte mit seinem zweiten Treffer in dieser am Ende wirklich mitreißenden Partie den 4:3-Endstand her.

Während Wackers Co-Trainer Mattke anschließend dazu nicht mehr sagte als: „Ich sage nichts!“, brachte es der Kolkwitzer Doppeltorschütze Marten Zittlau so auf den Punkt: „Die Derby-Atmosphäre hat bei uns zusätzliche Kräfte freigesetzt“.   Sein freudestrahlender Coach Christian Frischke pflichtete ihm bei und verwies darauf, dass „unsere Mannschaft heute insgesamt viel präsenter und willensstärker als der Gegner war. Das sehe ich als das Entscheidende an. Wir agierten gedanklich fast immer etwas schneller und waren aggressiver in den Zweikämpfen. Bis auf die letzten zehn Minuten, als wir plötzlich Angst vor der eigenen Courage bekamen, stand unsere Abwehr sehr sicher“. Ein Extralob verteilte Frischke an Sebastian Lehnik bzw. Steven Richter und den Ex-Energie-Spieler Patryk Mrowca (er bestritt sein erstes Spiel für den KSV), die auf den Sechser-Positionen viele Akzente für die Offensive setzten.

Aufstellungen

Kolkwitzer SV: Räckel  -  Roggatz, Goertz, M. Schulze, M. Jähne, Mrowca, Lehnik,  Helbig, Zerna (66. Richter), Zittlau (73.  St. Jähne), Bagola.

Wacker Ströbitz: Thoms – Kammer, Nuhs, Treuger, Semke (46. Becker), Knapczyk (72. Handreck), Schrobback, Gottwald, Platzeck (72. Kowal), Krüger, Handreg.

Text und Fotos: Rudolf Neuland

 

Es waren noch keine 120 Sekunden vergangen, da führten die Ströbitzer zuhause gegen den MSV 19 Rüdersdorf nach einem Solo von Gregor Holz bereits mit 1:0. Der schnelle 25-jährige war bei einem Angriff über links in den Strafraum eingedrungen, fand keinen mitgelaufenen Vereinskollegen und musste deshalb aus spitzem Winkel den Abschluss gegen Rüdersdorfs fülligen Keeper Stephan Leitzsch suchen.

Trotz zweier Kontermöglichkeiten der Randberliner zeigte sich bereits in dieser frühen Spielphase vor den 80 zahlenden Zuschauern, dass die Schützlinge des neuen Ex-MSV-Trainers Bodo Blumentritt überhaupt mehr mit der Mannschaft vergleichbar waren, die in der Vorsaison an gleicher Stelle mit 3:1 gewannen. Von den damaligen Stammspielern konnte der Coach mit Kapitän Max Traue und Tino Ramin  gerade mal noch zwei Aktive aufbieten. Der Rest besitzt kein Landesliga-Format, spielt quasi auf Kreisliganiveau und ging im Rüdersdorfer 4-2-3-1-System zunehmend verunsicherter zu Werke. Besonders die beiden Sechser vor der Viererkette – Christian Woite und Stefan Hanf – „standen total neben ihren Schuhen“ (Originalton MSV-Trainer Blumentritt).

So konnten die West-Cottbuser nahezu nach Belieben Schalten und Walten. Nachdem Gregor Holz zunächst mit strammem Schuss nur die Querlatte getroffen hatte, legte er wenig später auf Enrico Schrobback ab, der zum längst fälligen 2:0 vollendete (24.).  Das Reklamieren der Gästespieler und des Anhangs wegen angeblicher Abseitspositionen beim gut amtierenden Schiedsrichter Sven Hennig (Neuzelle) und den Assistenten Dana Hähnel und Oliver Dzewior (beide Frankfurt/Oder) war jedenfalls unberechtigt und wohl Ausdruck eigener begrenzter Mittel und Unzulänglichkeiten.

 Anschließend erzielte Holz per Flachschuss das 3:0 – Gregors dritter Saisontreffer. Kurz vor der Halbzeitpause legte Wacker-Kapitän Martin Handreg dem Gästekeeper erneut über links mit seinem ersten Saisontreffer das vierte „Ei“ ins Nest – 4:0 (44. Min.).  In den beiden vorangegangenen Spielminuten hatte der MSV Rüdersdorf mit Schüssen von Steffen Hilpert und Max Traue noch ein weiteres Lebenszeichen von sich gegeben. Doch Torwart Andre Thoms reagierte aufmerksam und souverän.

Mit Beginn der der zweiten Spielhälfte wurden die Rüdersdorfer erstaunlicherweise etwas offensiver und versuchten, über den Kampf besser ins eigentlich schon verlorene Spiel zu kommen. Doch Zählbares gelang ihnen nicht, weil man Wackers Abwehrbollwerk nicht überwinden konnte.

Stattdessen fingen sich die sichtlich überforderten Gäste etliche Konter ein. So beispielsweise in der 57. Minute, nachdem Martin Handreg per Diagonalpass im 16-Meter-Raum den frei stehenden Mirko Treuger zum 5:0 bedient hatte. Nach einem Strafraum-Foul an Gregor Holz verwandelte Sebastian Nuhs den Elfmeter sicher zum 6:0 (65.) Dabei erwiesen sich die Mätzchen des MSV-Kapitäns Traue vor der Ausführung als völlig nutzlos. Nuhs ließ sich durch dieses unsportliche Getue (siehe auch unsere Bilderstrecke) in keiner Weise verunsichern. Die Wackeraner gingen über die Flügel weiter auf Torejagd und Maikel Krüger konnte letztlich zum 7:0-Endstand einschieben, nachdem sich Gregor Holz – für mich der Mann des Tages – über rechts durchgesetzt und den in Mittelstürmerposition mitgelaufenen Krüger mit exakter Flanke bedient hatte (68.).

Rüdersdorfs Coach Bodo Blumentritt, der nach dreijähriger Unterbrechung die Reste der MSV-Truppe seit Saisonbeginn erneut trainiert, sagte: „Wir wollten hier eigentlich ein Remis schaffen. Aber das jetzige Team besteht zu achtzig Prozent aus Kreisligaspielern. Wie taktisch unklug sie sich oft verhielten, konnte jeder sehen. Unser Saisonziel ist jetzt der zehnte Tabellenplatz, wobei wir uns in der Winterpause unbedingt noch Verstärkungen holen müssen“.

Wacker-Trainer Tino Kandlbinder meinte: „Was soll ich heute großartig analysieren. Wir holten mit einfachen spielerischen Mitteln die drei angestrebten Punkte und taten etwas fürs Torverhältnis. Dieser Gegner war nicht konkurrenzfähig“.

Mannschaftsaufstellungen

Wacker Ströbitz: Thoms, Schrobback, Krüger, Knapczyk, Schönfeld (ab 60. Uhlig), Holz (ab 80. Kowal), Handreg, Semke, Platzeck (ab 75. Becker), Treuger, Nuhs.

MSV Rüdersdorf: Leitzsch, Hilliger, Bramburger (ab 46. Walther), Traue, Hanf, Schulze, Labahn, Hilpert, Ramin (ab 75. Simon), Kurz, Woite (ab 46. Bardischewski).

Text und Fotos: Rudolf Neuland

Die Cottbuser Schlosskirche in der Spremberger Straße ist seit dem frühen Mittwochvormittag kein evangelisches Gotteshaus mehr. Ihr letzter Akt ist beendet. Mit dem Abbau des vergoldeten Turmkreuzes, der Messingkugel und weiterer christlicher Symbole im Inneren des Gebäudes ging damit eine genau 300 Jahre währende Zeitspanne zu Ende.

Die Schlosskirche war 1714 von Hugenotten – aus Frankreich geflohene reformierte Christen – als deren neue Gemeindeheimat erschaffen worden. Die Kirchenglocke wurde bereits am vergangenen Freitag ausgebaut und nach Frankfurt/Oder transportiert.

Von erstaunlich wenigen Passanten beobachtet, entfernten Handwerker einer Bauklempnerei aus Groß Kölzig in weniger als einer Stunde Kreuz und Kugel von der Kirchturmspitze. Dokumentiert wurde das gesamte Ereignis von zahlreichen Journalisten, Fotoreportern und auch einem Kamerateam des ZDF.

Entgegen der ursprünglichen Absicht öffnete man die Kugel nach der schnellen Demontage fachmännisch sofort an Ort und Stelle. Neben einigen handschriftlichen Zetteln, die Handwerker beigelegt hatten, enthielt die Kugel auch eine Bleischatulle mit hochinteressantem Inhalt. So eine Ausgabe des „Cottbuser Anzeiger“ vom 15. April 1903. Der Hauptartikel auf Seite 1 trägt beginnend in der linken Außenspalte (nach Art der Londoner „Times“) die Überschrift „Das rothe  Buch der Sozialdemokratie“. Der Autor polemisiert  darin ausführlich gegen ein „Handbuch für sozialdemokratische Wähler“, in dem die Abschaffung und Bedeutungsschrumpfung der Ehe durch Erwerbsarbeit der Frauen angekündigt werde. Nebenbei erfährt man aus dem Zeitungskopf u. a. noch, dass diese Zeitung 1903 im 56. Jahrgang erschien und über den Fernsprecher Nr. 10 erreichbar war.

Außerdem enthielt die Schatulle auch ein mit Schreibmaschine verfasstes Schriftstück aus dem Jahr 1930. Es informiert detailliert darüber, dass die Schlosskirche im September jenes Jahres einer Instandsetzung unterzogen wurde. Auf Antrag des Gemeindekirchenrates und ihres Vorsitzenden Pastor Frielinghaus befreite man damals den Turm von seiner Schieferabdeckung und deckte ihn mit Kupfer ein, lötete die Turmkugel und vergoldete sie neu. Letztlich bekam das Bauwerk einen Anstrich mit Förderstädter Kalk. Beteiligt daran waren die Cottbuser Firmen Richard Kittel, A. Patzelt und Malermeister Quitzke – alles unter der Leitung des Preußischen Hochbauamtes Cottbus mit Regierungsbaurat Seering, Regierungsbauobersekretär Hirschberg und Regierungsbauführer Hensch.

In einem Gespräch mit „Niederlausitz aktuell“ sagte Pfarrer Christoph Polster, der die gesamte Entwidmung der Schlosskirche miterlebte, zu seinen Empfindungen in diesen Stunden: „Da ist zunächst natürlich das Gefühl des Abschieds – auch von einem Ort, aus dem Ende der achtziger Jahre die Umweltgruppe Cottbus hervorging und einmal pro Monat zu öffentlichen Veranstaltungen einlud. Ab Mai 1989 fanden dann hier Zusammenkünfte wegen der Wahlfälschung bei den Kommunalwahlen und Veranstaltungen zur Auseinandersetzung mit dem DDR-Staat statt. Aber neben der Wehmut stellt sich bei mir auch ein Gefühl der Freude für die Jüdische Gemeinde Cottbus ein, die mit ihren jetzt über 400 Mitgliedern seit 1938 endlich wieder einen eigenen Sakralbau in dieser Stadt haben wird.“

Text und Fotos: Rudolf Neuland

 

„Wie viele Bälle soll ich euch denn noch in den freien Raum spielen, damit ihr endlich etwas draus macht?“ Es lag schon mehr als Ratlosigkeit in der Frage von Energies A-Junioren-Abwehrspieler Tim Häußler, die er kurz vor Spielende seinen Angreiferkollegen zurief. Obwohl die Schützlinge von Trainer Sebastian Abt (32) die Regionalliga-Nordost-Auseinandersetzung gegen den Chemnitzer FC absolut dominierten, kam der Favorit und Tabellenzweite am Samstag im Stadion an der Lipezker Straße letztlich trotz drückender Überlegenheit lediglich zu einem mageren 1:1.

Gleich nach dem Anpfiff des aufmerksam und umsichtig amtierenden Schiedsrichters Matthias Alm (Fürstenwalde) mit seinen Assistenten Leon Tober und Tim Sommermeier an den Außenlinien wurde schnell erkennbar, dass die FCE-U-19-Truppe um Kapitän Philipp Knechtel voll auf Offensive setzte. Es rollte eine Angriffswoge nach der anderen. Durch klug angelegtes Kombinationsspiel versuchten die Lausitzer, das geschickt aufgebaute Sachsen-Abwehrbollwerk mit Querpässen und zahlreichen Flanken auseinander zu nehmen. Doch entweder kam das entscheidende Zuspiel nicht beim Mitspieler an oder die zumeist hoch geschlagenen  Flanken wurden eine sichere Beute des überragenden CFC-Keepers Michel Bößneck.

Wie überlegen die Energie-Junioren agierten, belegt allein schon die Tatsache, dass die Chemnitzer erst nach einer reichlichen halben Stunde per Freistoß vor das FCE-Gehäuse kamen und der hohe Ball eine sichere Beute von Torwart Avdo Spahic wurde. Dazu kamen noch zwei relativ harmlose Halbchancen für die Gäste, während sich die Platzherren noch in der ersten Spielhälfte  mindestens vier gute Tormöglichkeiten erarbeiteten, die allerdings weder von Jonas Zickert und Martin Böhmer (Kopfbälle) noch von Erich Jeschke und  Florian Bernhardt mit ihren Schüssen verwandelt werden konnten.

Und dann geschah ziemlich schnell nach Anpfiff zur zweiten Spielhälfte genau das, was den meisten der 84 Zuschauer nicht unbekannt ist: Die überlegene Mannschaft liegt plötzlich 0:1 zurück. Der Chemnitzer Tom Baumgart nutzte eine etwas unübersichtliche Situation im FCE-Strafraum und schoss bei seinen ersten Einsatz nach langer Verletzungspause aus Nahdistanz den Führungstreffer für die Gäste. Zuvor hatten die Cottbuser noch zwei weitere Kopfball-Großchancen vergeben: Vesel Limaj verfehlte nach Freistoß das Tor und der für Michael-Junior Czyborra eingewechselte Niklas Goslinowski köpfte an den Querbalken.

Es wäre jetzt müßig, noch alle weiteren Einschussmöglichkeiten bis zum anfangs zitierten fast schon resignierend-fragenden Ruf Tim Häußlers aufzuzählen. Pech hatte beispielsweise Charlie Graf, der einen Freistoß an den Pfosten setzte.

 Doch in der 86. Minute fiel dann wenigstens noch der ersehnte Ausgleichstreffer: Ali Ayvaz (Foto oben) donnerte einen „völlig berechtigten Hand-Elfmeter“ (CFC-Trainer Ullus Küttner) ins Netz und sorgte so dafür, dass wenigstens ein Punkt in Cottbus blieb. Während die Himmelblauen aus Sachsen nach dem Spielende strahlten und in ihrer Kabine Freudengesänge ertönten, blieb es auf Cottbuser Seite  bei sehr verhaltener Zufriedenheit. Verständlich, wenn man als spielerisch überlegene Mannschaft genügend Möglichkeiten hatte, mit mindestens vier Toren Differenz zu siegen.

Text und Fotos: Rudolf Neuland

Exakt 486 Volks- und Leistungssportler – 170 mehr als im vergangenen Jahr -  trafen sich am Sonntag bei schönstem Herbstwetter im Cottbuser Sportzentrum zum Jubiläums-Oktoberlauf.

1975 zum ersten Mal ausgetragen, ist dieses Ereignis seither längst und ohne Unterbrechung zu einer attraktiven und freudigen Traditionsveranstaltung für Laufenthusiasten aller Altersklassen geworden. So wie es in den Gesichtern von Marina Drobbe  (VfB Döbbrick/Jahrgang 1976) und Nico Ott (arvato direct services cottbus / Jahrgang 1971) zu sehen war, als sie gemeinsam die 5,4-Kilometer-Strecke nach 34:23 Minuten beendeten (Bild oben). Für Marina Drobbe brachte dieser Tag etwas ganz Besonderes, denn sie nahm zum ersten Mal an einer Laufveranstaltung teil.

Punkt 10 Uhr gab es das erste Startsignal: 70 Bambini absolvierten oft mit elterlicher Begleitung eine 400-Meter-Runde im Leichtathletikstadion. Zehn Minuten später begannen dann 416 Schüler, Jugendliche, Frauen und Männer die verschiedenen Streckenlängen unter die Sohlen zu nehmen. Mit 219 Startern gab es über die 10 Kilometer das größte Läuferfeld. Hier gewann der 25-jährige Samuel Diedering (FLB Cottbus) vor dem 22-jährigen Eric Hörnig (LC Cottbus), der seit drei Jahren von Rainer Kruk trainiert wird. Die Zeiten der beiden BTU-Studenten: 34:28,3 bzw. 35:06,5 Minuten. Beide nannten diesen Oktoberlauf „einen verschärften Trainingslauf unter Wettkampfbedingungen bei einer perfekt organisierten Veranstaltung mit einer wunderbaren Atmosphäre“. Sportlich gehen sie in den nächsten Wochen unterschiedliche Wege. Samuel begibt sich in diesem Monat in Berlin, Dresden und Glauchau  noch drei weitere Mal auf die 10-Km-Distanz, während Eric am 19. Oktober in der sächsischen Landeshauptstadt einen Halbmarathon in Angriff nehmen will. Die absolut schnellste Zeit des Tages schaffte Conny Karras (LCC/Jahrgang 1996) über 5,4 Km in 20:34,4 Minuten.

Die wohl weiteste Anreise aus der Läuferschar hatte der 64-jährige  Zygmunt Bogdan – er kam aus der rund 650 Kilometer entfernten schwäbischen Universitätsstadt Tübingen. „Vor einem Jahr  nahm ich am dortigen Stadtlauf teil. Seitdem trainiere ich regelmäßig  und bin glücklich darüber, dass ich hier in Cottbus die zehn Kilometer in 47:37,1 Minuten gelaufen bin“, freute sich der Mann mit einer interessanten Vergangenheit. Geboren wurde Zygmunt Bogdan 1950 im polnischen Bogatynia (früher Reichenau) in der niederschlesischen Oberlausitz (Landkreis Zgorzelecki). Einige Zeit darauf kam seine deutsch-polnische Familie in die ehemalige DDR. Zygmunt besuchte hier die Kinder- und Jugendsportschule Forst. Als Mittelstreckler war er u. a. 1966 Spartakiadeteilnehmer. „Jetzt im Rentenalter wollte ich`s noch mal wissen. Und siehe da: Ich fühle mich beim Laufen richtig wohl“, war von dem bescheiden-zurückhaltenden Mann zu erfahren.

Der älteste Starter des Jubiläumslaufs war der 86-jährige immer noch ambitionierte Karl-Heinz Noack (NLLB Cottbus), der die 10 Kilometer in der bemerkenswerten Zeit von 1:24,37 Stunden zurücklegte. Mit dem volkssportlichen Laufen begann er Ende der achtziger Jahre und legte dabei seither  laut  eigenen Aufzeichnungen etwa 65 000 Kilometer zurück. Zu seinen größten Erfolgen zählen eine Silbermedaille bei den Senioren-Europameisterschaften in polnischen Poznan (2007), ein Jahr später EM-Gold (AK M 80) im slowenischen Ljubljana und nicht zuletzt das Weltmeisterschafts-Silber über  10 000 Meter im finnischen Lahti (2009).

(Alle Ergebnislisten unter: www.lc-cottbus.de)

Text und Fotos: Rudolf Neuland

 

Ein bitterer Heimspieltag für die 1. Mannschaft von Groß Gaglow beim Landesklassen-Lokalderby gegen den VfB Cottbus. Sekunden vor dem Schlusspfiff des jungen und guten Schiedsrichters Patrick Hanisch (Bad Liebenwerda) machte der eingewechselte 18-jährige Marcel Stahn am Samstag beim allerersten Einsatz im Männerteam mit seinem Treffer zum 1:10 die zweistellige Heimniederlage der Platzherren perfekt. Ein Debakel sondergleichen!

Niemand der älteren Zuschauer, dessen Gedächtnis weit über 30 Jahre zurückreicht, erinnerte sich daran, hier jemals eine zweistellige Niederlage und eine derartige Demontage erlebt zu haben. Historischer Tiefpunkt, Kreisklassen-Niveau, grausame Vorstellung, blamabel – diese Worte gehörten noch zu den harmlosen Bewertungen für den „Auftritt“ des Absteigers aus der Landesliga.

Natürlich verkennt sicher niemand, dass mehr als zehn Stammspieler den Verein nach der verkorksten Saison 2013/14 aus unterschiedlichen Gründen verließen. Aus der Sicht des neutralen Beobachters fehlte es den Groß-Gaglowern in ausnahmslos allen Mannschaftsteilen an geistiger Beweglichkeit und Frische, es gab Fehlabspiele en masse. Die wenigen Angriffsversuche wurden von der gegnerischen Abwehr unterbunden, und die eigene Verteidigung ließ sich immer wieder nahezu widerstandslos auseinander nehmen. Keeper Dustin Lindner konnte einem angesichts seiner sichtlich überforderten Vorderleute echt leidtun. Bei Trainer Christian Knecht saßen Enttäuschung und Fassungslosigkeit auch eine Stunde nach Spielende ob dieses desolaten Verhaltens verständlicherweise noch so tief, dass er sich überhaupt nicht analytisch äußern wollte. „Ich muss das alles genau durchdenken und erst mal für mich selbst verarbeiten. Was ich zu sagen habe, teile ich dann zuerst der Mannschaft beim Training am Dienstag mit“, sagte der 48-jährige auf Nachfrage von Niederlausitz aktuell.

VfB-Coach Matthias Brückner, dessen Team nach der endgültigen Abmeldung vom Blau-Gelb Laubsdorf erst sein drittes Saisonspiel absolvierte, sagte noch auf dem Gaglower Rasen: „Dieser Gegner bereitete uns keinerlei Probleme. Deshalb wollen wir die Höhe des Sieges auch nicht überbewerten.  Der Auswärtserfolg kam vor allem deshalb zustande, weil wir immer wieder unsere Schnelligkeitsvorteile auch über die Außenbahnen nutzten und konsequent den Torabschluss suchten“. Die zehn VfB-Treffer verteilten sich auf vier Akteure: Rene Otto (3), Milan Muth, Florian Oberschmidt und Oliver Weber (je 2) und Marcel Stahn (1). Den Gegentreffer zum 1:2 durch Sven Rajewski bekam die SG Groß Gaglow quasi geschenkt, weil Vfb-Torwart Michael Noack nach einer knappen halben Stunde ein Fehlabspiel unterlaufen war.

Landesklasse Süd: SG Groß Gaglow – VfB Cottbus 97 1:10 (1:5)

Die Aufstellungen

Groß Gaglow: Dustin Lindner, Sven Lehmann, Mark Bracki, Jakob Kerstan (gelbe Karte), Florian Günther, Kilian Wirth, Maik Rissmann, Manuel Böckle (C), Sven Rajewski, Nico Wellschmidt, Ricardo Frischke. Ersatzspieler: Gordon Nagel, Steffen Szalata, Oliver Fast, Artem Hoffmann, Tom Hausten.

VfB Cottbus: Michael Noack, Mathias Pastowski, Andy Troppa, Florian Oberschmidt, Milan Muth, Rene Otto, Stefan Babbe, Marc Wadsack, Toni Koinzer, Oliver Weber, Martin Rinza (C). Ersatzspieler: Maik Lorenz, Marco Muth, Marcel Stahn.

Text und Fotos: Rudolf Neuland

Zum zweiten Heimspiel der noch jungen Saison empfingen die Wackeraner auf dem Sportplatz an der Zahsower Straße mit Luckenwaldes Oberliga-Nord-Reserveteam eine Mannschaft, die hier laut Co-Trainer Hardy Mlynikowski erklärtermaßen mindestens einen Punkt erkämpfen und auf alle Fälle ihren vorderen Tabellenpatz halten wollte.

Für den Gastgeber waren die personellen Voraussetzungen trotz der sechs Neuzugänge aus Laubsdorf nicht unbedingt die besten. Denn ausgerechnet der Ex-Blau-Gelbe Steven Specht, der als Impulsgeber für das Mittelfeld vorgesehen ist, wird wohl nach seiner Verletzung letzte Woche beim Pokal-Aus länger ausfallen, als ursprünglich angenommen. Zudem fehlen u.a. mit Rene Handreck, Martin Handreg und Carsten Käthner nach wie vor einige Langzeitverletzte.

Gleich nach dem Anpfiff des umsichtig und ruhig agierenden Ortrander Schiedsrichters Christian Gorczak  und seiner Assistenten Thomas Baumann und Benjamin Buttenstedt bliesen die Gäste zur Attacke und besaßen bereits nach 180 Sekunden ihre erste gute Tormöglichkeit. Stefan Demuth schob das Leder sowohl an Wackers neuer Nummer 1 Andre Thoms aber auch knapp am langen Pfosten vorbei. Doch auch die Schützlinge von Trainer Tino Kandlbinder waren auf Offensive eingestellt, indem sie schon im Mittelfeld gegnerische Ballverluste erzwangen. In der 8. Minute setzte sich Randy Gottwald auf der rechten Seite energisch durch, bediente den gut aufgelegten Gregor Holz, der zur 1:0-Führung einschoss. Innerhalb der ersten halben Stunde blieb Holz weiter sehr schussfreudig, doch entweder verfehlte er das Gehäuse  knapp oder Luckenwaldes Torwart David Bölter – ein ehemaliger Leistungsschwimmer – reagierte glänzend. Gleiches Lob gilt für den Neu-Wackeraner Andre Thoms, der übrigens aus Luckenwalde stammt. Er lenkte in dieser chancenreichen Spielphase einen gefährlichen Schuss des Oberliga-Akteurs Manuel Wuller über den Querbalken.

Im Vergleich zum Vorjahr fällt auf, dass das Spielsystem der Ströbitzer in der Abwehr noch sicherer und im Mittelfeld variabler geworden ist. Die Angreifer werden entweder mit langen Bällen in Szene gesetzt oder es wird situationsbedingt wechselweise über die Außenbahnen angegriffen. Die offiziell angegeben 106 Zuschauer sparten insbesondere während der zweiten Halbzeit vermutlich für diese Spielweise nicht mit Applaus, auch wenn sie bis zur 78. Minute warten mussten, bevor Maikel Krüger (Bild oben) nach Flanke von Kapitän Philipp Knapczyk per Kopf  aus Nahdistanz das 2:0 erzielte. Trainer Kandlbinder: „Bis zu diesem Zeitpunkt war es kein leichtes Match, diesen Vorsprung mussten wir uns schwer erkämpfen. Aber von da an stand für mich der Sieg fest“. Der in der 71. Minute eingewechselte Robert Becker schraubte dann mit seinen beiden sehenswerten Treffern (88. und 90.) das Resultat auf den umjubelten 4:0-Endstand einer insgesamt fairen Begegnung. Dafür spricht, dass der Schiri lediglich vier Mal Gelb zeigen musste – bei Wacker für Mirko Treuger (61. Min.) und bei Luckenwalde für Stefan Dorst (43.), Anzor Musaev (59.) und Manuel Wuller (63.). Mit diesem Heimsieg rückte Wacker auf den zweiten Tabellenplatz vor, während die Luckenwalder jetzt auf Platz 11 unter 16 Mannschaften der Landesliga-Südstaffel sind.

Landesliga Süd: SV Wacker 09 Ströbitz – FSV 63 Luckenwalde II 4:0 (1:0)

Wacker-Aufgebot: Thoms, Schrobback (80.Platzeck), Gottwald, Krüger, Uhlig ( 71. Becker), Knapczyk, Nuhs, Holz, Kammer, Semke, Treuger. Weitere Ersatzspieler: Choschzick (TW), Kowal, Schönfeld.

Text und Fotos: Rudolf Neuland

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