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Ulrich Münzberg

Ulrich Münzberg

So gejubelt, wie bei der Premiere von Michael Frayns Komödie „Der nackte Wahnsinn“ hat Publikum der neuen Bühne Senftenberg schon lang nicht mehr. Und das zu Recht. Denn Regisseurin Johanna Schall, Bühnenbildnerin Ulrike Reinhard und Kostümbildnerin Jenny Schall haben ein stimmiges Gesamtkunstwerk geschaffen.

Das Theater neue Bühne Senftenberg hat wie immer in der laufenden Spielzeit ein gesellschaftlich relevantes Stück auf die Bühne gebracht. Am 19. Januar erlebten kleine und große Zuschauer die Premiere des Stücks „Das Mädchen von Weither“.

 Mit tiefgründigen Humor, entlarvenden Offenheit hat Intendant Manuel Soubeyrand die französische Komödie „Das Abschiedsdinner“ inszeniert. Mit ihrem Text halten uns die Autoren Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patelliere einen Spiegel vor. Das Ehepaar Pierre (Robert Eder) und Clotilde (Anita Iselin) Lecoeur sind gestresst von den vielen gesellschaftlichen Konventionen, Freunde besuchen, Freunde einladen, Freunde bewundern, Freunde beschenken und Freude über Geschenke spielen. Das alles kostet viel Zeit, Zeit die für Persönliches verloren geht. Wie kann man aus diesem Teufelskreis ausbrechen? Das Paar beschließt, die Metode ihres Freundes Boris zu kopieren. Der gibt Abschiedsdinners. Und die Dinners sind so gestaltet, dass die Freunde nie mehr wiederkommen werden. Die kommen nämlich ihre Lieblingsmusik zu hören, bekommen ihr Lieblingsessen und einem Wein aus ihren Geburtsjahr. Die ersten Opfer sollen Pierres Schulfreund Antoine (Friedrich Rößiger) und seine Frau Bea sein. Aber der Plan funktioniert nicht richtig. Denn der Schulfreund kommt ohne seine Frau. Das nicht schlimm sagt er: Die macht gerade Straßentheater und außerdem sind wir ein getrennt lebendes Ehepaar. Es gibt ein belangloses Gespräch, das Essen und der Wein wird serviert. Plötzlich merkt Antoine, dass er zum Abschiedsdinner geladen ist. Der Harmonie ist vorbei. All das Böse und Unmenschlich, was man einander angetan und was immer unter Teppich gekehrt wurde haut man sich um die Ohren. Es ist absurd. Dann Antoine einen Plan, um die Freundschaft wieder zu kitten. Wir machen einen Rollentausch, Jeder redet und handelt wie der andere, damals agiert hat. Dann werden wir einander verstehen. Es ist hinreißend komisch, wie sie reden sich um- und ausziehen. Aber oh schreck auch intime Geheimnisse kommen ans Licht. Gibt es hier ein gutes Ende? Das soll eine Überraschung bleiben. Wie die drei Schauspieler den schwierigen  Text zelebrieren ist einzigartig. Alle Pointen werden punktgenau gesetzt, Figuren werden mit ihren Stärken und Schwächen deutlich vorgeführt. Der Zuschauer kann herzlich lachen, gewinnt aber gleichzeitig neue Erkenntnisse für sein eigenes Leben. Das ist großartiges Schauspielertheater, das man gesehen haben muss.

Alle Vorstellungstermine und Karten unter www.theater-senftenberg.de

Foto Steffen Rasche

Frank Wedekinds Kindertragödie „Frühlingserwachen“ wurde jetzt von Samia Chancrin im Studio der neuen Bühne Senftenberg inszeniert. Das Stück über das Leben heranwachsender Kinder und Jugendlicher, mit ihrer Pubertät, ihren Stress in Elternhaus und Schule. Gesprochen wird auch über Aufklärung, Kinderkriegen und Abtreibung und die Liebe zwischen den Geschlechtern. Wedekind hat das 1891 geschrieben. Damals ein Skandalstück. Aber die Probleme sind heute irgendwie immer noch aktuell. Die Regisseurin und der Ausstatter Andreas Hartmann geben der  Geschichte zeitlos modernen Rahmen, der durch die Musik von Robert Eder einfühlsam illustriert wird. Zu beginn werden die Schauspieler und die Figuren in Videoeinspielungen vorgestellt. Das ist wichtig für den Zuschauer, denn jeder spielt mehrere Rollen. Er ist mal Kind, mal Lehrer, mal Vater, mal Mutter. Dieses Rollenspiel absolvieren die jungen Schauspieler Alrun Herbing, Marianne Helene Jordan, Christina Berger, Sebastian Volk, Michael Zehentner, Daniel Borgwardt und Patrick Gees ganz toll. Sie geben jeder Figur einen unverwechselbaren Charakter. Der Zuschauer kann ihre Gefühle, ihre Schwächen und Stärken unmittelbar miterleben. Das ist Wendla (Alrun Herbing) ein Mädchen auf dem Weg zur Frau. Für ihre prüde dominante Mutter (Marianne Helen Jordan) ist sie immer noch unmündig. Kinder bringt der Klapperstorch. Als Wendla ein Kind bekommt, muss sie abtreiben. Melchior (Sebastian Volk) der unwissend zum Vater wird. ER liebt Wendla. Aber was Liebe ist weiß er nicht. Sein Freund Moritz (Michael Zehentner) kann ihm nur theoretische Vorträge halten. Moritz ist eine tragische Figur, ein Mensch der an Stress und Mobbing in Schule zerbricht. Auch für Melchior endet die Geschichte tragisch. Er kommt trotz des Protestes seiner Mutter (Christina Berger, wunderbar) in die Erziehungsanstalt. Er versteht gar nichts mehr und dann steht auf dem Friedhof an den Gräbern von Wendla und Moritz. Ob es eine Zukunft für die Jugend gibt bleibt offen. Eine wahrhaft tragische Geschichte, gespielt mit Liebe und Empathie. Es gibt auch komische Momente. Ganz toll ist Karikatur der Lehrer mit Über-Kopf-Puppen und einer hohlen Sprache. Eine ganz tolle Inszenierung. Das Premierenpublikum jubelte minutenlang.

Nächste Vorstellung am 21.12. um 19.30 Uhr

Foto: Steffen Rasche  

Das wunderbare orientalische Märchen“ Aladin und die Wunderlampe“ wurde im Theater neue Bühne Senftenberg von Edith Erhardt (Bühnenfassung und Regie) auf die Bühne gebracht. Es ist eine temporeiche Inszenierung. Barbara Fumian hat dazu märchenhafte Kostüme und ein äußerst funktionales Bühnenbild geschaffen.  Die Drehbühne rotiert und entführt den Zuschauer an die unterschiedlichsten Spielorte, Markt, Palast, Schneiderwerkstatt, Schatzkammer, Gefängnis des Zauberers. Das Spiel beginnt traumhaft. Die wunderschöne Frau Scheherazade (Hanka Mark, später wird auch noch überzeugend die liebreizende Prinzessin Jasmin darstellen) beginnt die Geschichte zu erzählen. Sie stellt den bösen Zauberer (Catharina Struwe, überzeigend in wechselnden Gestalten) der die Welt beherrschen will, vor. Und dazu braucht noch die Lampe in der der mächtige Geist Dschinni wohnt. Aber da gibt es ein Problem. Die Schatzkammer mit der Lampe dürfen nur Menschen mit reinem Herzen betreten. Da er das nicht hat beschließt er Aladin (Tom Bartels, aufmüpfig, naiv, liebevoll) zu missbrauchen. Jetzt beginnt die Bühne zu rotieren. Wir fliegen in einen orientalischen Basar, das Markttreiben ist bunt, viele Käufer sind unterwegs. Unter ihnen auch ein wunderschönes Mädchen, Prinzessin Jasmin unerkannt, in das sich Aladin sofort verliebt. Als sich der Markt leert ist plötzlich der Zauberer da. Mit schönen Worten und Zauberei betört er Aladin und entführt ihn zum Eingang der Schatzkammer und der reine Aladin steigt hinein. Da schließt sich die Kammer plötzlich und der Junge ist allein und hält eine alte Lampe in der Hand, aus der furchterregende Töne kommen. Aus der Lampe steigt der Geist Dschinni (Anna Schönberg, wunderbar, liebevoll) ein guter Geist, der alle Wünsche erfüllen. Nur über den Tod und die Liebe hat keine Macht. Aber die Liebe ist ja bei Aladin schon entbrannt. Die Geschichte wird nun spannend und vielschichtig. Erzählt wird die Liebesgeschichte von  Jasmin und Aladin, von den dunklen Machenschaften des Zauberers, der Jasmin auch begehrt und sie gefangen nimmt. Es wird auch deutlich gezeigt, dass man das Böse besiegen, wenn man einander liebt und zusammensteht. Am Ende jubeln die Zuschauer über guten Ausgang und die wunderbaren Schauspieler. Das Senftenberger Ensemble zeigt wunderbares Schauspielertheater. Alle, außer Tom Bartels, spielen mehrere Rollen und schaffen es jeder Figur einen ganz eigenen Charakter zu geben. Herausragend ist Anna Schönberg. Sie ist Markthändlerin, Sultan und natürlich der gute Geist. Roland Kurzweg ist immer ein vielseitiger kreativer Spieler. Er ist Vater, stummer Diener, Herold u.u. Die Inszenierung ist  ein Erlebnis für alt und jung. Also machen sie sich auf den Weg besuchen die Familienvorstellungen, Alle Termine und Karten unter www.theater-senftenberg.de

Foto: Steffen Rasche

Mit einem großartigen vielschichtigen Theaterspektakel eröffnet das Theater neue Bühne Senftenberg die Spielzeit. Bei „BLUTMORDRACHE“, einem Spiel im Europa der der Nibelungen, kommt jeder der Theaterkunst liebt  auf seine Kosten. Es gibt tolles Figurentheater, große Schauspielkunst, Musik und großartig choreografierte Kampfspiele. Licht, Ton und Bühnentechnik werden bis an ihre Grenzen ausgereizt. Das ist alles nur möglich weil Bühnenbildner Stephan Fernau funktionalen Spielraum geschaffen hat. Die Kostüme von Jenny Schall geben jeder Figur einen einzigartigen Charakter. Das ist wichtig, weil die Figuren in 3 Teilen des Spektakels von unterschiedlichen Schauspielern gespielt werden. Das Lied der Nibelungen wird in drei Teilen erzählt. Es beginnt der Ouvertüre „Blut“, die vom Regisseur und Figurenspieler Jan Mixsa für Senftenberg geschrieben, komponiert und inszeniert wurde. Die Nornen Figuren der nordischen Mythologie erzählen witzig wie Siegfried zum Helden. Beginnend mit der Kindheit, der Lehre beim Schmied Mime, dem Schmieden des Kampfschwertes, vom siegreichen Kampf mit dem Drachen und das Baden in seinem Blut, das in fast unverwundbar macht . Dann nimmt dem Zwerg Alberich noch die Tarnkappe und Schatz der Nibelungen ab. Die Nornen sind Figuren, die Mixsa aus aus Haushaltsgeständen geformt hat. Geführt werden sie von Schauspielern, die auch Stimme geben. Im zweiten Teil „Mord“ blickt die französische Regisseurin Sandrine Hutinet auf die europäischen Nibelungen. Am Königshof der Burgunden geht alles seinen Gang. König Gunther genießen die schönen Dinge des Lebens. Ihre Schwester Kriemhild träumt Mädchen Träume. Übrigens Gunther träumt von einer Hochzeit mit der unbesiegbaren isländischen Königin Brunhild. Wer sie haben muss sie besiegen. Die graue Eminenz der eigentliche Herrscher im Burgundenland ist Hagen von Tronje. Aber plötzlich ist alles anders. Der Held und Drachentöter Siegfried erscheint am Hof. Siegfried und Kriemhild verlieben sich. Gunther sieht eine Chance. Er verspricht Siegfried die Ehe mit seiner Schwester, wenn er ihm hilft Brunhild zu besiegen. Und passiert auch. Der durch seine Tarnkappe unsichtbare Siegfried trägt Gunther zum Sieg. Brunhild wird nun auch Königin in Burgund. Brunhild und Kriemhild sind nun Rivalinnen. Gunther hat noch ein Problem. Er hat Brunhild noch nicht im Bett besiegt. Nun muss Siegfried wieder ran und ist erfolgreich.  Die Rivalinnen treffen wieder aufeinander und erkennen, dass sie beide betrogen sind. Hagen von Tronje der allen Einfluss verloren hat, sieht eine Chance. Er beginnt zu Integrieren und schürt die Eifersucht. Von Kriemhild erfährt er alle Geheimnisse Siegfrieds. Nun kann er ihn töten und tut es auch. Ist wieder alles im Lot? Nein, es gibt nur Trauer und Hilflosigkeit.

Im dritten Teil „Rache“ zeigt Regisseur Tilo Esche, wie Rache organisiert wird und wohin sie führt. Jahre sind vergangen. Kriemhild ist immer trauernde Witwe. Sie ist eine zerbrochene Frau, hasserfüllt blickt sie auf hinterhältigen Mörder. Graf Rüdiger erscheint und teilt mit, dass der ungarische König Etzel Kriemhild heiraten will. Sie sieht die Möglichkeit Etzel für Rache zu gebrauchen. Sie heiratet und gebiert einen Thronfolger. Die Burgunden werden eingeladen. Der Mörder Hagen von Tronje ist unter ihnen. Kriemhild, will den Tod aller. Die Schlacht beginnt. Das Schlachtfeld ragt in den Zuschauerraum hinein. Die Ungarn sind hin- und hergerissen zwischen ihrer Treue zur Königin und der Stimme ihres menschlichen Gewissens. Aber die Schlacht läuft unerbittlich. Der Zuschauer sehen Mord und Totschlag, Blut fließt in Strömen. Die Menschen bringen sich gegenseitig. Keiner bleibt übrig. Rache bringt keine Erfüllung. Wer überleben will, muss vergeben können und barmherzig sein,

Eine beeindruckende Theaternacht mit großartigen vielseitigen Schauspielern. In den Pausen können sich die Zuschauer in einen Wald, der im ganzem Haus aufgebaut ist, verlustieren, essen und trinken.

Weitere Informationen, Vorstellungstermine und Karten gibt es unter www.theater-senftenberg.de

Foto: Steffen Rasche.

Das Senftenberger Theater neue Bühne hat jetzt den Spielplan für die Saison 2017/18 vorgestellt. Das Motto der neuen Spielzeit ist „SEHNSUCHT EUROPA“. Was ist Europa? Ein geografischer Begriff, eine Staatengemeinschaft, eine krisengeschüttelte Wirtschaftsunion, eine Wertegemeinschaft. All diesen Fragen geht die neue Bühne mit ihren Inszenierungen nach. Eröffnet die Saison wie immer mit einem großen Spektakel, das vom 23.September bis zum 4.November an jedem Wochenende bestaunt werden kann. Während des Spektakels wird das Nibelungenlied in all seine Facetten erzählt. In Senftenberg trägt die Erzählung die Überschrift „BLUTMORDRACHE – IM EROPA DER NIBELUNGEN“: Darüber kann man streiten. Und das soll auch so sein. Drei unterschiedliche Regisseure beleuchten das Thema. Im ersten Teil „Blut“ führt Jan Mixsa mit Figuren, die auch Puppen sein können, und seiner ganz eigenen Lesart in die Sage ein. Die französische Regisseurin Sandrine Hutinet widmet sich im zweiten Teil „Mord“ der Interpretation des Nibelungenliedes durch Hebbel. Im dritten Teil setzt Tilo Esche Kriemhilds „Rache“ in Szene. Alle drei Teile sind auf der großen Bühne zu sehen. In den Pausen und nach dem Spektakel können die Besucher im Wald kulinarischen Versuchungen erliegen. Spannend und unterhaltsam sind auch die weiteren Premieren der Spielzeit. Am 10. und 11. November das Abschiedsdinner genießen. Bei dem es um die Optimierung von Freundschaften geht. Regie führt Manuel Soubeyrand.  In der Inszenierung von „Hase Hase“ durch Johanna Schall können die Zuschauer französischen Humor genießen. In der Weihnachtszeit können alle „Aladin und Wunderlampe“ sehen. Frank Wedekinds Kindertragödie „Frühlingserwachen“ über pubertierende Jugendliche und ihre Eltern ist immer noch aktuell.  „Europa verteidigen“ von Kostatin Küsspert fragt: ist Europa eine Festung?  „Das Mädchen von weither“ erzählt hingegen berührend von einer Annäherung und der Kraft der Mitmenschlichkeit. Im Amphitheater gibt es endlich „MS Madagaskar II“ zu sehen. An Bord sind altbekannte und neue Passagiere. Auch Klassenzimmerproduktionen wird es wieder geben. Die beliebten Reihen Kabarett, Kino, Dämmerschoppen und Senftenberger Lesung werden wieder aufgelegt. Neu ist die Konzertreihe Variationen, die durch den Theater- und Konzertverbund möglich wird, zu dem unser Theater seit Anfang des Jahres gehört. Zum Auftakt spielt am 30. November das Hornquartett des Brandenburgischen Staatsorchesters.  Alle Termine, weitere Informationen gibt es unter www.theater-senftenberg.de. Das neue Spielzeitheft gibt es in allen Vorverkaufsstellen und auch im Internet.

Foto: Mirko Sattlere

Das Theater neue Bühne Senftenberg lässt jetzt „Sterne über Senftenberg“ leuchten. Das gleichnamige Stück von Fritz Kater alias Armin Petras erlebte jetzt in der Regie von Dominic Friedel im Studio des Senftenberger Theaters seine Uraufführung. Das Stück ist ein Geschenk des Autors an die neue Bühne zu ihrem 70.Geburtstag. Fritz Kater blickt aber nicht auf 70 Jahre zurück, sondern nur auf die Jahre nach Wende.

Er erzählt vom Wandel unserer Region, von Umbrüchen, die an Menschen nicht spurlos vorübergehen. Es ist eine Collage aus Lebensgeschichten. Die Geschichten werden nicht gradlinig und chronologisch erzählt, sondern szenisch situationsbezogen. Irgendwie sind immer  alle Figuren anwesend, es entwickelt sich ein vielschichtiger Dialog. Der Zuschauer muss wach und aufmerksam sein. Er erkennt Episoden die  er im eigenen Leben erlebt hat. Spannend und aufschlussreich. Die Zuschauer sitzen rings um die Spielfläche. In der Mitte ein verschlossener Kasten, aber  die Spieler reißen bald die Wände ein und man gewinnt einen klaren Blick. Das Spiel beginnt und die Charaktere der Menschen werden sichtbar. Beeindruckend ist der Rockmusiker Thomas (Robert Eder, der auch Musik für das ganze Stück komponiert hat), der ständig mit seiner Gitarre durch die Szenen geistert. Thomas sucht nach dem Sinn des Lebens. Er ist als Musiker gescheitert, den großen Plattenvertrag gab es nie, auch sein Plan als selbstständiger Rennbahnbetreiber zu arbeiten scheitert. Seine Frau Betty (Eva Geiler), einst Kindergärtnerin, jetzt arbeitslos, denn es werden ja keine Kinder mehr geboren, weiß nicht wie sie die Raten für ihr Einfamilienhaus bezahlen soll. Ihre Tochter Janica (Marianne Helene Jordan) möchte gern Malerin sein. Sie kommt auch nicht klar und wandert aus. Dann gibt es noch die bezaubernde Isabell (Katrin Flüs) die nach der wahren Liebe sucht, in der Kirche, bei Gott, beim Pfarrer, bei den Menschen. Sie findet nichts und verlässt die Welt. Auch Christian (Roland Kurzweg), ehemaliger Volkspolizist ist eine gescheiterte Existenz. Er hat  immer nach den Sternen über Senftenberg gesucht. Und da ist noch der alte Parteifunktionär Benjamin (Sybille Böversen), der vom einzigen Schuss, der bei der friedlichen Revolution fiel, getroffen wurde. Seitdem bewegt sich bei ihm körperlich und geistig nichts mehr. Er betet immer noch Stalin an. Sein Gegenspieler ist der Pastor (Sebastian Volk), der aus dem Westen kam, um den Menschen das Evangelium zu bringen. Aber schafft es nicht Benjamin zu retten. Überhaupt will er alle Menschen retten. Das klappt nicht, weil er Gottes Wort nicht glaubhaft verkündigen kann. Leben und Reden stimmen nicht überein. Er geht als Gescheiterter. Eine gewisse Zeit vergeht und die Übrig gebliebenen treffen wieder zusammen. Auch Janica ist wieder da mit ihrem Exil geborenen Sohn Jeremias (Dae Eun Choi). Er ist der Hoffnungsträger, gemeinsam mit den Anderen blickt auf die Sterne, die über den Lausitzer Seenland aufgehen.

Eine beeindruckende Inszenierung. Regisseur Dominc Friedel ist ein Meister. Trotz des schwierigen Textes bringen die Spieler Höchstleistungen. Ihre Spielfreude überträgt sich auf die Zuschauer.

Vorstellungstermine und Karten unter www.theater-senftenberg.de

Foto: Steffen Rasche.

Die Droge Crystal Meth ist auch in der Niederlausitz angekommen In den Medien wird viel darüber geschrieben. Aber von den Menschen, die davon betroffen sind und ihren Weg in die Sucht erfährt man nur wenig. In ihrem Stück „Auf Eis“ erzählt die Autorin Petra Wüllenweber so eine Lebensgeschichte. Und diese Lebensgeschichte hat im Theater neue Bühne Senftenberg die Regisseurin Krystyn Tuschhoff sensibel erhellend inszeniert. Auch die Kostüme und die Bühne von Ausstatterin Nora Bräuer malen ein Bild vom Leben ganz normaler Jugendlicher. Das Paar Svenja (Marianne Helene Jordan), Tom (Simon Elias) und ihre Freundin Lea (Katrin Flüs) sind gute Freunde. Sie feiern gerne zusammen, wenn es geht ohne Ende. Sie lieben die Popmusik. Svenja und Tom wollen in einer Band spielen. Und da beginnen die Probleme. Tom wird nicht aufgenommen und in der Schule muss er ein Referat schreiben und kommt damit nicht klar. Lea ist eine gute Schülerin, aber niemand interessiert sich dafür. Für die drei ist alles Scheiße. Man muss mal wieder richtig Party machen. Aber dazu muss in Stimmung kommen. Tom besorgt Crystal Meth. Svenja ist skeptisch, denn sie will nicht süchtig werden will. Lea und Tom schlucken die Droge. Und zunächst ist scheinbar alles gut Tom kann seine Schulprobleme lösen und Lea kann endlos fröhlich feiern. Aber bald können sie Crystal nicht mehr leben und der Abwärtstrend beginnt. Svenja muss mit anschauen wie sich ihre Freunde verändern. Sie lügen und betrügen und prostituieren sich. Musik spielt für Tom keine Rolle mehr und damit Svenja auch nicht mehr. Er erpresst sie sogar, um an Drogen zu kommen. Svenja will aussteigen, aber es geht nicht. Sie ist im Strudel gefangen. Auch Svenjas Bruder Bastian (Robert Eder, der auch die Musik zum Stück geschrieben hat) wird tief verletzt. Sein geliebter Hund wird im Trubel ermordet. Am Ende ist alles kaputt. Keiner hat mehr Hoffnung. Wer kann helfen? Wir, die Gesellschaft oder der liebe Gott. Diese Inszenierung muss jeder sehen.

Termine und Karten unter www.theater-senftenberg.de

Foto: Steffen Rasche

Der Intendant des Theaters neue Bühne Senftenberg Manuel Soubeyrand und der organisatorische Leiter des Amphitheaters Andreas Stanicki stellten jetzt den Spielplan 2017 für das Amphitheater am Senftenberger  See vor. Nach der bisher erfolgreichsten Saison im vergangenen Jahr mit mehr als 30.000 Besuchern wird die diesjährige Saison  am 30. Mai um 11.00 Uhr mit einem Familienkonzert  des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt. Die Familien können erleben, wie ihre Kuscheltiere Musik machen. Die gesamte Saison unter dem Motto DIE FETE ENDET NIE  und die Fete wird gefeiert, weil die neue Bühne seit 10 Jahren alleiniger Veranstalter im Amphitheater ist..  Insgesamt beinhaltet die Sommerspielzeit 65 Veranstaltungen sowie die traditionelle AMPHI-PARTY am Seestrand Großkoschen (8. Juli). Am 1. Und 2. Juni zeigt das Boulevardtheater Dresden zwei Vorstellungen von DIE FETE ENDET NIE. Das Musical mit den großen Hits der 80er Jahre von Michael Kuhn und Kenny Friedmann ist eine der angesagtesten Inszenierungen der Dresdener Bühne, die mit ihrem Rückblick voller Herzschmerz, Lachen und Liebe das Publikum regelmäßig aus den Sitzen reißt und den Abend zur Party werden lässt. Die neue Bühne zeigt mit LADIES NIGHT noch einmal ihre Erfolgsinszenierung aus dem vergangenen Jahr. Die Komödie von Stephen Sinclair und Anthony McCarten erzählt die Geschichte von sechs arbeitslosen Männern, die ihre Würde beim Strippen wiederfinden. Die Regie lag in den Händen von Marten Sand. Das Theater Auch wieder viele Gäste insgesamt 58 eingeladen. Hochkarätige Künstler geben sich bis Anfang September buchstäblich die Klinke in die Hand, aber auch engagierte Amateure seit Jahren der Spielstätte am Senftenberger See verbunden, bereichern das Angebot. So die Theatergruppe Großkoschen (23./24. Juni), die Kreismusikschule OSL mit ihrem Sommerkonzert LIEBE (11. Juni) bzw. die Musikschule Fröhlich, die zum zweiten Mal einen musikalischen Abend der besonderen Art anbietet (AKKORDEONORCHESTER TRIFFT BIGBAND, 10. Juni). Zu einem ersten Höhepunkt der Saison dürfte sich schon am 3. Juni das Konzert der Dresden Bigband gestalten: Unter dem Titel TRIPLE STEP ist die Band mit Pascal von Wroblewsky und Gunter Emmerlich zum ersten Mal im Amphitheater zu erleben. Damit bietet sich zweifellos eine ganz seltene Gelegenheit, die beiden Solisten von einer vielleicht bisher nicht gekannten Seite kennenzulernen. Weitere musikalische Höhepunkte sind unter anderen die Konzerte von RADIO DORIA & JAN JOSEF LIEFERS (28. Juli), von DIETER „MASCHINE“ BIRR & BAND (4. August), von GÖTZ ALSMAN  (27. August), von den 17 HIPPIES (7. Juli) oder die bereits legendäre Bee Gees Show von NIGHTFEVER (17. und 18. August) sowie das SWING DANCE ORCHESTRA, das unter Leitung von Andrej Hermlin in 2017 sein 30-jähriges Bestehen feiert (20. August). Zum ersten Mal begrüßt das Amphitheater am 1. September mit den MEDLZ die beste weibliche A Cappella-Popband Europas (Foto) Und SahneMixx wird die schönsten Songs von Udo Jürgens präsentieren (8. September). Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den beiden Dresdner Bühnen COMÖDIE Dresden und Boulevardtheater Dresden findet 2017 ihre Fortsetzung mit insgesamt 13 Gastspielen, wobei DIE HEXE BABA JAGA seit 2008 ununterbrochen im Spielplan steht und wie immer den Märchenwald zum Beben bringen wird. Neben den bereits erwähnten Kuscheltierkonzert gibt es weitere Angebote für Familien. MAX UND MORITZ (18.6.) von den Uckermärkischen Bühnen Schwedt, DAS DSCHUNGELBUCH (16. Juli) vom Theater Lichtermeer oder PIPPI LANGSTRUMPF (5. August) vom Boulevardtheater Dresden – und wie in jedem Jahr PITTIPLATSCH (23. Juli) und das REINHARD LAKOMY-Ensemble (2. Juli). Wenngleich nicht für die ganze Familie geeignet, sondern „erst ab 18“, dürften die beiden frivolen Komödien des Boulevardtheaters HERR DOKTOR, DIE KANÜLE KLEMMT! (7. und 8. August) und HERR PASTOR, IHRE KUTTE RUTSCHT! (21. und 22. August) zu umjubelten Höhepunkten werden. Wie in den Jahren zuvor werden sich die Gastspiele für die Freunde der Operette (EINE NACHT IN VENEDIG, 23. Juli) und des Schlagers (SCHLAGERSTERNE am 9. Juli und SCHLAGER-GALA 2017 am 13. August) großer Beliebtheit erfreuen. Auch die Freunde des Kabaretts kommen auf ihre Kosten. Es kommen  Tom Pauls (24. August), Uwe Steimle (30. Juli), die Herkuleskeule (5. August) und das Leipziger Kabarett academixer (14. Juli), Traditionell beendet der ZAPFENSTREICH am 10. September mit Südbrandenburger Musikvereinen die Spielzeit.

Der Vorverkauf beginnt ab sofort an der Theaterkasse der neuen Bühne Senftenberg, Telefon 03573. 801 286 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und an den bekannten Vorverkaufsstellen. Den kompletten Spielplan findet man unter www.theater-senftenberg.de

Foto: Robert Jentzsch

Das Festival „Sturmfrei!“, das vom 27. bis zum 30.Januar im Theater neue Bühne Senftenberg stattfand, war ein großes Erlebnis für Festivalteilnehmer und die Zuschauer. Schon am ersten Abend stürmten 170 Laienkünstler aus Region Lausitz im Alter 7 bis 77 Jahren das Theater, So voll war das Foyer der Bühne noch nie. Die Theaterpädagogen Franziska Golk und Mai-An Nguyen, die das vorbereitet und konzipiert hatten, begüßten  die Festivalteilnehmer und die. Zuschauer. Der Intendant der neuen Bühne Manuel Soubeyrand begrüßte alle mit einer Videobotschaft und sagte: „Ziel des Festivals, sie die Darstellung der Vielfalt der künstlerischen Betätigungsfelder in der Lausitz, die Vernetzung der Künste und Künstler und der interdisziplinäre Austausch. Er dankte auch den Förderern, Unterstützern und Sponsoren Landkreis Oberspreewald Lausitz, dem Deutschen Kinderhilfswerk, der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Theaters neue Bühne Senftenberg, dem Kulturfreizentrum Pegasus Senftenberg, der Sodexo SSC GmbH, Snowtropolis, dem zirkuspädagogischen Zentrum Harlekids, den Johannitern und REWE Radke Senftenberg. Ohne die Unterstützer wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen. Auch der Amtsleiter für Kultur, Bildung und Soziales der Stadt Senftenberg  Falk Peschel begrüßte alle ganz herzlich. Er wies auf die Bedeutung des Theaters für die Region hin. Nach der Eröffnung zeigte die Musicalgruppe der neuen Bühne ihre erfolgreiche Inszenierung „SCWARZ. Weiss: ICH“, in der unterschiedliche sexuelle Orientierungen thematisiert wird. Am nächsten Morgen zeigte das Tanztheaterensemble Piccolo Theater Cottbus „The Wall“. Tänzerisch wird in bewegenden Bildern die Geschichte  von Jugendlichen aus Cottbus und deren inneren und äußeren Schutzmauern erzählt. Am Abend erzählten dann die Spieler des L.u.S.T vom Friedrich-Engels-Gymnasium vom Probenalltag in einem Amateurtheater. Es ist eben alles „Unfertig“. Dann gab es Artistik der Spitzenklasse. Das Kinder- und Jugendensemble ArTas Finsterwalde verzauberte mit „I`M Creating a dream“. Am Sonntagmorgen begeisterte der Konzertchor Senftenberg das Publikum. Sie sangen Klassik aus  aller Herren Länder, geistliche Musik und Spirituals. Am Abend wurden Geschichten erzählt. Die Tänzer der Chaotischen Idealisten des Kulturregen e. V. entführten in eine „Surreale Welt“ und erzählten dann auch „Lebensgeschichten“, die Garde des Karneval Club Annahütte 48 e. V. nahmen alle mit auf „Eine Reise durch Amerika“ und die Artisten der Harlekids zeigten, „Zirkus macht Schule“. Nach den Aufführungen feierten die Teilnehmer im Pegasus. Zwischen den Aufführungen im großen Saal, konnten die Teilnehmer an Workshops teilnehmen, um künstlerischen Fähigkeiten zu vervollkommnenden und neue Techniken kennenzulernen. Die Ergebnisse der Workshops wurden zum Abschluss des Festivals präsentiert, Alle jubelten und waren glücklich. Im nächsten Jahr muss wieder ein „Sturmfrei!“ Festival geben.

Foto: Steffen Rasche

In wenigen Tagen ist Weihnachten. Die Christenheit gedenkt an diesem Fest der Geburt des Erlösers (Messias) und Friedensfürsten Jesus Christus im Stall von Bethlehem. In der Bibel erzählen die Evangelisten Lukas und Matthäus vom Geschehen in den Tagen vor und nach der Geburt. Tiere, die sicher auch im Stall von Bethlehem waren, werden nicht erwähnt. Der Autor Norbert Ebel lässt in seinem Stück “Ox und Esel“ den Ochsen und den Esel die Weihnachtsgeschichte erzählen. In einer szenischen Lesung im Rangfoyer der neuen Bühne leihen nun die Schauspieler Catharina Struwe (Esel) und Roland Kurzweg (Ox) den Tieren ihre Stimme. Wer auf die kleine Bühne im Rangfoyer schaut, glaubt wahrhaftig in einen Stall zu schauen. Jeder Besucher erliegt der Illusion mit im Stall zu sitzen. Ox hat Probleme als er hungrig in den Stall kommt. In der Krippe aus der fressen will liegt ein Menschenkind. Was tun? Er ruft nach seinem Kumpel Esel. Aber der brüllt nur markerschüttern IA und erzählt vom Dorfklatsch. Und dann streiten beide was mit Kind machen soll. Soll es einfach rausgeschmissen werden oder soll man die Eltern suchen. Esel meint, es könnte ja das Jesuskind sein. Er hat so allerlei gehört, von Josef und der Mutter Mechthild oder Maria oder von irren Königen, die einem Stern nachgelaufen sind. Esel und Ox verfallen in ein komisch endloses Wortgeplänkel, das immer wieder vom weinenden Kind unterbrochen wird. Schließlich entschließen sie sich: Wir wollen Vater und Mutter sein. Mit viel Liebe, Humor und großer Menschlichkeit erzählen die beiden Schauspieler die tierische Weihnachtsgeschichte. Am Premierentag waren die Kinder, aber auch die Erwachsenen begeistert. Es ist wunderbares Spiel für die ganze Familie. Alle Termine für die Weihnachtsgeschichte und Karten unter www.theater-senftenberg.de. Die Vorstellung am 18.Dezember um 11.00 ist für Kinder eine kostenlose Adventslesung. Die neue Bühne Senftenberg bedankt sich beim Förderverein des Theaters für die freundliche Unterstützung.

Foto: Steffen Rasche

Wer jetzt in der Weihnachtszeit eine Nacht mit Peterchen, Anneliese und Herrn Sumsemann auf dem Mond sein möchte, muss in die neue Bühne Senftenberg gehen. Regisseurin Samia Chancrin hat dort den Klassiker der deutschen Kinder-und Jugendliteratur von Gerdt von Bassewitz „Peterchen Mondfahrt“ inszeniert. In Senftenberg wird die Bühnenfassung von Phililipp Löhle gespielt. Die Regisseurin, der Bühnen- und Kostümbildner Andreas Hartmann und der Musiker Mirko Warnatz haben genial zusammengewirkt und für das Märchenspiel eine stimmige fantasievolle Atmosphäre geschaffen. Die Geschichte beginnt im Kinderzimmer von Anneliese und Peterchen. Die beiden Kinder werden von Alrun Herbing und Wolfgang Tegel gespielt. Man glaubt, dass sie wahre Kinder sind. Beide müssen tief in die Kinderseele geschaut haben. Die beiden Kinder necken sich bein Schlafengehen und plötzlich fliegt der behäbige Maikäfer Sumsemann (Eva Kammigan, liebevoll, ängstlich) in die Stube. Und diesem Käfer fehlt ein Bein. Warum nur? Der Käfer erzählt seine Familiengeschichte. In uralten Zeiten fällte ein Holzdieb eine Birke. Aber schlug nicht nur Birke, sondern auch ein Käferbein ab. Für seinen Diebstahl wurde samt Birke mit dem Käferbein auf dem Mond verbannt und muss dort als grausiger Mondmann leben. Die tierliebenden Kinder Peterchen und Anneliese wollen Sumsemann natürlich helfen das Bein vom Mond zurückzuholen. Sie fliegen gemeinsam zum Mond. Und nun beginnt die abenteuerliche Geschichte richtig. Was sie dort erleben, ist einzigartig schön und auch gruselig. Sie müssen Ängste überwinden, besonders der Käfer ist ein Angsthase, sie werden alle dann auch mutig. Die Liebe zueinander und ihr Ziel schweißen sie immer enger zusammen. Auf ihrer Reise treffen sie den Sandmann, jeder lernt seinen persönlichen Stern kennen, auf der Weihnachtswiese treffen Weihnachtsmann und den Weihnachtswichtel, lernen die Nachtfee und den Nachtvetter kennen und lassen sich schließlich vom Kanonier auf den Mondberg zum Mondmann schießen. Hier beginnt der Kampf um das Käferbein. Alle die hier genannten anderen Personen werden von den Schauspielern Daniel Borgwardt, Simon Elias und Friedrich Rößiger dargestellt. Das ist ganz toll und einzigartig. Bei der Premiere jubelten kleine und große Kinder, Papa und Mama, Oma und Opa. Es ist wirklich wunderbares Familienstück. Vorstellungstermine und Karten unter www.theater-senftenberg.de

Foto: Steffen Rasche

Das Theater Senftenberg wird 70 Jahre feiert mit einem großen Fest. Seit dem 24.September können die Besucher an jedem Wochenende bis zum 12. November (Termine und Karten unter www.theater-senftenberg.de) gemeinsam mit den Theaterleuten feiern. Auf einem roten Teppich über den auch Stars des Hauses schreiten erreichen die Gäste das Theater und werden mit einen Glas Sekt begrüßt. Wer zeitig kommt kann vor dem Beginn des Theaterabends einen ersten Blick auf die von Hans-Peter Rößiger kuratierte Ausstellung „70 Jahre Theater in Senftenberg“ werfen. Eröffnet wird der Theaterabend mit dem Stück „Bornholmer Straße“. Der Zuschauer kann miterleben, was an diesem Grenzübergang vor 26.Jahren am 9. November nach der Pressekonferenz von Schabowski mit der Bekanntgabe der Reisefreiheit geschah. Regisseurin Sonja Hilberger hat wunderbare Bilder geschaffen. Sie sind erhellend, satirisch und tragisch zu gleich. Die Bürokratie die am Kontrollpunkt herrscht wird aufs Korn genommen. Für alles gibt es Vorschriften und was getan wird geschieht nicht ohne Befehl. Alles ist ganz einfach. Und dann ist plötzlich ein Hund im Grenzgebiet. Was nun? Er wird eingefangen und wie menschlicher Grenzverletzer behandelt. Das ist absurd und zeigt zu gleich die Hilflosigkeit der Männer an der Grenze. Die Hilflosigkeit wird noch größer als die Worte Schabowskis gehört werden. Ist das ein Witz oder Wahrheit? Was tun? Es gibt keinen Befehl und die ersten Menschen kommen schon zur Grenze. Es wird versucht einen Befehl zu bekommen. Aber von den Vorgesetzten hört man nur hilfloses Gestammel. Die Männer müssen allein Lösung finden. Das trifft vor allen diensthabenden Offizier (Friedrich Rößiger) zu. Er ist Pragmatiker. Er will den Menschen, die an der Grenze stehen, mit Vernunft und alten Regeln beikommen. Andere Offiziere setzen auf Gewalt. Es gibt einen skurrilen Streit. Aber immer mehr Menschen kommen an die Grenze und der Diensthabende befiehlt: Öffnet den Schlagbaum. Die Menschen strömen nun in den Westen. Eine beeindruckende Inszenierung. Im zweiten Teil stehen 3 Stücke zur Auswahl. In das „Phantom (Ein Spiel)“ von Lutz Hübner und Sarah Nemitz werden aktuelle Probleme unseres Landes behandelt. Hübner und Nemitz haben viel recherchiert und Stück geschrieben das ganz nahe an der Realität. Die Zuschauer sind vom Geschehen betroffen und müssen Stellung beziehen. In einem Burger-Restaurant wird ein ausgesetztes Baby gefunden. Wie kommt es dort hin, wer hat es ausgesetzt? Die Roma oder die Assis? Alle Spieler sind von der Situation betroffen. Mit spielerischen Improvisationen simulieren mögliche Handlungsabläufe. Die Spieler verwanden sich wechselnd in die unterschiedlichsten Protagonisten. Da ist die Bulgarin Blanca, klug und intelligent, die von der Großmutter und den Eltern nach Deutschland geschickt wird, um Geld zu verdienen und die Familie nachzuholen. Erst wird sie von ihrem Vetter abgezockt, dann von den deutschen Geschäftemachern Das sind unter anderen Vermieter und Spargelbauern. Bedrängt wird sie auch von ihrer Familie, die nach Geld ruft. Blanca lernt schnell, wie Deutschland funktioniert. Aus dem naiven Mädchen wird eine liebenswerte selbstbewusste Frau. Auf ihren Wegen begegnet sie auch der Deutschen Annica, die so ganz anders ist. Sie hat kein Selbstwertgefühl, sie ist Hartz-IV-Empfängerin und lässt sich gehen. Dann ist sie auch schwanger und damit kommt sie auch nicht klar. Blanca führt ihr den Haushalt, hilft bei der Geburt, bei der Betreuung des Babys und hilft so, dass sie menschenwürdig leben kann. Eines Tages als Blanca von Arbeit kommt, steht ihre Tasche vor der Tür und aus Wohnung ist kein Kindergeschrei zu hören. Wo ist das Kind? Die Frage wird nicht beantwortet. Hier ist die Fantasie des Zuschauers gefragt. Eine Inszenierung, die nachdenklich und betroffen macht. Regisseur Tilo Esche hat die Schauspieler Anita Iselin, Tom Bartels, Robert Eder, Marianne Helen Jordan und Nadine Ehrenreich (Foto) wunderbar geführt. Ihr Spiel bewegt die Herzen die Zuschauer, man denkt an biblische Gleichnisse. Die szenische Collage „Der Senftenberger Weg“ (Uraufführung), Textzusammenstellung Jörg Hückler, ist eine Reise durch die Geschichte des Theaters und der Region Senftenberg. Regisseurin Esther Undisz hat eine tolle Revue mit Spiel, Tanz und Musik geschaffen. Für den musikalischen Sound sorgen Mirko Warnatz und Sigurd Noack, auch mit Liedern von Gundermann. Wer die Revue miterlebt, wird mit hineingezogen in die Geschichte des Theaters. Szenen aus allen wichtigen Inszenierungen vom Faust über Müllers „Klettwitzer Bericht“ bis hin zu Gabriele Kappes „Camping, Camping“ werden angespielt. Texte von Erwin Strittmatter, Christoph Hein, Volker Braun, Heiner Müller, Brigitte Reimann, Hartmut Krug, Peter Hacks sind zu hören. Auch berühmte Theaterleute, die einst in Senftenberg waren kommen zu Wort. Ein Erlebnis für alle Theaterfreunde. Auch das dritte Stück ist eine Uraufführung. Oliver Bukowski schrieb für das Fest „Birkenbiegen“. Eine brandaktuelle Geschichte. Eine Familie, die nach der Wende in den Westen ging, kehrt zurück, weil sie Geschäfte mit dem Familiengrundstück am See machen will. Sie schleppen Tochter Ruby, die sich provokativ als Thälmannpionier verkleidet, mit Sie kommen an und werden freudig begrüßt. Ruby trifft auf den Ostsohn Karl, der ist schwul und Musterschüler des Engelsgymnasiums ist. Der Traum vom glücklichen erfüllten Leben im Osten zerplatz bald. Das Grundstück ist nicht nutzbar. Überall stehen Schilder: Betreten verboten. Lebensgefahr. Und das Schlimmste ist, Birken, die Bezugs- und Heimatpunkt für die ganze Familie waren sind gefällt. Es gibt keine Hoffnung mehr. Ruby und Karl kommen sich näher. Ruby will etwas für Karl tun, der immer wieder verprügelt wird und stellt sich mit einer Burka bekleidet, den braunen Mopp entgegen. Sie verprügelt kommt ins Krankenhaus. Karl holt sie da raus. Sie fahren auf ihre Trauminsel im See. Sie träumen, die Vögel zwitschern. Gibt es doch noch Hoffnung? In Szene gesetzt wurde die Geschichte von Samia Chancrin. Ihre Inszenierung ist stimmiges erhellendes Familienporträt.

Nach Beendigung der Stücke nehmen Schauspieler die Zuschauer an die Hand führen sie in den großen Ballsaal, der im Zuschauerraum und auf der großen Bühne geschaffen wurde. Intendant Manuel Soubeyrand und Friedrich Rößiger begrüßen die Gäste zu einer rauschenden Ballnacht. Sie holen die Damenband aus Berlin auf Bühne, die mit ihrem Spiel und ihrem Gesang, die Gäste betören und zum Tanzen animieren. Auch die Schauspieler verzaubern die Gäste noch mit einer Tanzrevue. Gäste und Schauspieler tanzen bis in die frühen Morgenstunden. Ein toller Ball. So etwas hat es in den letzten Jahrzehnten in Senftenberg nicht gegeben.

Die Geburtstagsfeier des Theaters ist ein großes Erlebnis. Niemand sollte sie verpassen.

Foto: Steffen Rasche

Was ist Liebe? Darüber kann man viel nachdenken. Der Jugendspielclub der neuen Bühne hat das gemeinsam mit seinen Regisseuren Mai-An Nguyen und Friedrich Rößiger getan. Und sie haben mit ihrer Inszenierung „Erstausgabe: Liebe“ ein einzigartiges menschliches bewegendes Kunstwerk geschaffen. Ehrlich und offen über alle Facetten der Liebe zu reden, das kann nicht jeder. Aber die jungen Leute tun das und bewegen damit die Herzen und Sinne der Zuschauer jeden Alters. Die Fragen, die gestellt werden hat jeder. Ist Liebe das Zusammensein eine Jungen und Mädchen, die sich verstehen und gleiche Interessen und Sex steht nicht im Mittelpunkt? Oder ist Sex das wichtigste und mann mit seinen Sexpraktiken vor den Freunden glänzen. Und ist es Liebe, wenn sich zwei Mädchen oder zwei Jungs lieben. Wann muss sich schämen? Wer ist ein richtiger Mann, wer eine richtige Frau? Wie lernt man sich kennen, wenn man schüchtern? Wie verwirklicht man seine Träume? Und das alles kann auf der Bühne zeigen? Die jungen Spieler können es. Sie haben kluge, sinnliche Texte entwickelt. Die Spielszenen sind wunderbar choreografiert und erzählen über viel über die Befindlichkeiten der Personen. Die Pointen sind klug gesetzt. Das Publikum wird direkt angesprochen und muss zur Liebe bekennen. Zu einem runden Programm gehört natürlich auch Musik. Jugendspielclub hat eine tolle Collage zum Thema Liebe geschaffen. Ich musste lachen, weinen und nachdenken.

Foto: Seffen Rasche

Das Amphitheater am Senftenberger See in Großkoschen feiert in diesem Jahr seinen 15.Geburtstag. Es ist 9 Spielzeit in der die Neue Bühne Senftenberg alleiniger Betreiber dieser Spielstätte ist. Übrigens das Theater Senftenberg feiert in diesem Jahr auch seinen 70.Geburtstag. Im vergangenen Jahr kamen 27.000 Besucher ins Amphitheater. Diese Zahl soll in diesem Jahr überboten werden. Und das ist bei dem tollen Programm durch realistisch. Ein besonderes Highlight ist Gastspiel der Prinzen (Foto)am 17.Juni mit ihrem Jubiläumskonzert „25 Jahre auf Bewährung“, auch Axel Prahl und sein Inselorchester und Reinald Grebe & die Kapelle der Versöhnung kommen nach Großkoschen. Eröffnet wird die Saison vom Kindermusical Cottbus mit „Zauber der Magie“. Am 28. Mai beginnt das Sommertheater der Neuen Bühne. Premiere hat die Komödie von Stephen Sinclair und Anthony McCarten „Ladies Night“. Erzählt wird die Geschichte von sechs arbeitslosen Männern, die  ihre Würde beim Strippen wiederfinden. Regie führt Marten Sand. Das Bühnenbild wird von Mike Hahne kreiert. Von ihm stammte auch Ausstattung der vorjährigen Erfolgsinszenierung „MS Madagaskar“, die wider im Spielplan steht. Auch regionale Künstler gastieren, wie Musikschule Oberspreewald-Lausitz mit „farbenspiele“ (12.Juni), die Theater Großkoschen (14./25.Juni), die Chaotischen Idealisten des Kulturregenvereins (2. – 5.August), die Musikschule Fröhlich (18.Juni) und zum Abschluss der Saison am 11September die Südbrandenburger Musikvereine mit dem Zapfenstreich. Im Sommer gibt es auch ein Wiedersehen mit Künstlern, die schon am See waren und die vielfach auf eigenen Wunsch wieder gastieren. Es sind Konstantin Wecker, Tom Pauls, Uwe Steimle, die 17 Hippies, das Swing Dance Orcestra mit Andrej Hermlin, die norwegische Sängerin Randi Tyytingava, die Hexe Baba Jaga, das Boulevardtheater Dresden, die Dresdner Comödie und viele mehr. Auch Freunde der Operette und des Schlagers kommen auf ihre Kosten. Besonders zu empfehlen ist noch die „Violin-Music-Show-Sixtention“ am 26.August. Die Show ist eine weibliche Antwort auf David Garrett. Den kompletten Spielplan kann man unter www.theater-senftenberg.de abrufen. Dort gibt es auch alle Informationen zum Kartenerwerb bekommen. Der Vorverkauf hat begonnen. Gehen sie am besten gleich in ihre bekannte Vorverkaufsstelle.

Foto: Olaf Heine

Eine Krebserkrankung verändert alles, beim Erkrankten, bei seinen Freunden und bei seiner Familie. Wie soll man damit leben? Diese Frage ist Gegenstand von Lutz Hübners Theaterstück „Nellie Goodbye“. In Senftenberg es feinfühlig und zu Herzen gehend von Samia Chancrin inszeniert worden. Erzählt wird die Geschichte von fünf Jugendlichen, von ihren Sehnsüchten, von Freundschaft, Liebe und Verrat. Für die Band bestehend aus dem Gesangsstar Nellie (Marianne Helene Jordan), Cora (Marlene Hoffmann), Tina (Hanka Mark), Jonny (Sebastian Volk) und Danny (Johannes May) an einem Bandwettbewerb teilzunehmen, um berühmt zu werden. Sie proben jeden Tag und werden nominiert. Alles ist wunderbar. Dann bricht Nellie bei einer Probe zusammen. Cora schleppt ihre Freundin zum Arzt. Die Ungewissheit legt die Nerven im Proberaum blank. Und dann kommt die Gewissheit die Sängerin hat einen Gehirntumor.  Der gemeinsame Traum wird zwischen kleinen Streitereien aufgerieben. Der Tumor dringt in die geschlossene Welt des Proberaums ebenso unverhofft ein wie kurz zuvor in Nellies Kopf. Er stellt die Band vor eine Zerreißprobe und drückt jeden einzelnen an die Wand. Der Text des Songs, den Nellies Freund Jonny geschrieben hat, in dem es u. a.  heißt, in meiner Welt sehe ich Gespenster und alles ist leer, ist plötzlich blutige Realität. Was soll nun werden? Der Traum vom Sieg beim Wettbewerb ist immer noch da. Aber dürfen sie ihn ohne Nellie weiter träumen? Alle haben Angst und sind hilflos. Damit setzt sich jeder auf eine ganz spezifische Weise auseinander. Cora ist eine echte Freundin, die Nelly auf all ihren Wegen begleitet und mit Ihr durch die Hölle geht. Sie kommt ans Ende ihrer Kräfte und braucht Trost. Den findet sie bei Jonny, einen Menschen auf der Suche nach einem wahrhaftigen Leben ist. Tina singt Nellies Lieder ganz toll, aber mit schlechten Gewissen. Danny, der Bandleader und Arrangeur ist ein Zweckoptimist, der Sehnsucht nach Liebe und Erkennung hat und Nellie verführt. Die Nellie wird von der wunderbaren Schauspielerin Marianne Helene Jordan verkörpert. Sie zeigt alle Facetten der Person. Die Entwicklung der Sängerin vom lustigen aufmüpfigen Mädchen zur einsamen von der Krankheit gekennzeichnet Frau wird sensibel vorgeführt. Man ist zu Tränen gerührt, wenn man sieht, wie Nelly zur Band zurückkehrt, um Ihre Rechte kämpft, die Bandkollegen anklagt und ihnen wieder verzeiht. Sie will singen, aber kann nicht mehr, denn der Tumor hat auch Teile ihres Gehirns zerstört. Sie geht weg und kommt wieder und verabschiedet von der Band. Tränen fließen, nicht nur bei den Musikern, sondern auch beim Publikum. Ja, es eben nicht einfach im Angesicht des Todes weiterzuleben. Menschen, die an Gott glauben haben es da leichter. Die Inszenierung ist bedrückend und zugleich ein wunderbares Theatererlebnis. Die live gespielte Musik war mitreißend und kommentierte die  Handlung. Komponiert wurde sie vom musikalischen Leiter Jan Maihorn. Die tiefgründigen Songtexte schrieb Samia Chancrin. Die Musik war wunderbar, das Premierenpublikum applaudierte solange bis die Band eine Zugabe spielte. Die Senftenberger Schauspieler sind begnadete Sänger und Spieler.

Termine für weitere Vorstellungen und Karten gibt es unter www.theater-senftenberg.de

Foto: Steffen Rasche

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