*

Bedeckt

20 °C
Südost 2.5 km/h

Helmut Fleischhauer

Helmut Fleischhauer

Am Samstag endet die diesjährige Saison im Ostdeutschen Rosengarten, dann schließen die Kassen und Einlasskontrollen bis zum 1. Mai, dem Saisonbeginn 2018. Ob sich ein Besuch im Rosengarten noch lohnt? Natürlich lohnt es. Heute früh war es herbstlich frisch, die Sonne zeigte sich aber ab etwa 10:30 Uhr und es wurde in den windgeschützten Bereichen deutlich wärmer.

Nach dem Wahlkampf war es heute eines meiner Lieblingsziele zum Entspannen. Noch blühen viele Rosen und die Herbstblumen verzaubern mit leuchtender Farbenpracht. Der Herbst ist in diesem Jahr früh angekommen und hat Blätter bunt gefärbt. Sehr viele Besucher habe ich nicht angetroffen, mit einigen habe ich ein wenig geplaudert.

Begeistert waren die Besucherinnen und Besucher aus Berlin, aus der Umgebung, aus Sachsen und Thüringen trotz des herbstlichen Wetters. Das Rosengartenteam um die Teamleiterin Maja Avermann wird bis in den Dezember die Rosenstöcke winterfest machen, dann beginnt deren Arbeit wieder im Frühjahr mit langen Arbeitstagen.

Das Volk hat entschieden. Viele derer, die immer die hehren Werte der Demokratie hochhalten, haben allerdings ein Problem mit der Entscheidung der Wählerinnen und Wähler. Schuldige werden gesucht und wurden bereits gestern in der Sendung „Hart aber fair“ ausgemacht. Die Schuldigen sind also die Medien. In sich zu gehen und selbstkritisch darüber nachzudenken, ob die eigene Politik eine der Ursachen sein könnte, ist offenbar auch ein Problem.

In meinem Wahlkampf habe ich beim Werben um Unterstützungsunterschriften und danach mit etwa 1.000 Bürgerinnen und Bürgern gesprochen. Zu meinem Erstaunen wurde ich nur drei Mal nach meiner Einstellung zur Flüchtlingsproblematik gefragt. Kernthemen waren die Arbeitswelt und im Zusammenhang damit die Rente. Die ausufernden befristeten Arbeitsverträge, der Niedriglohnsektor, Leiharbeit, Werksverträge und das perfide System HARTZ IV waren die Bereiche, die die Menschen überwiegend beschäftigten. Junge Menschen am Beginn des Berufslebens, die Generationen derer Eltern und Großeltern machen sich Gedanken um die befristeten Arbeitsverträge, die eine vernünftige Zukunftsplanung unmöglich machen.

… und dann gab es das sogenannte TV-Duell. Eine geschlagene Stunde wurde das Thema Flüchtlinge und deren Rückführung in epischer Breite behandelt. Positionen der 'bekämpften' Partei wurden übernommen. Dieses Konzept hat aber nicht funktioniert, um den Zulauf zu der geschmähten Partei zu verhindern.

Das Thema Arbeitswelt kam tatsächlich auch vor …. vier Minuten lang.

So ist es, wenn man von der Bevölkerung so weit entfernt ist und sich für die tatsächlichen Sorgen nicht interessiert.

Wie viele Wählerinnen und Wähler, die den etablierten Parteien den Rücken gekehrt haben, für eine Partei oder gegen andere Parteien gestimmt haben, vermag ich nicht zu sagen. Am Ergebnis ändert es jedoch nichts. Es sollte die Parteien aufhorchen und in sich gehen lassen ... und über eigene Fehler nachdenken.

Falls jetzt irgendein Politiker beginnt, die Wähler zu beschimpfen, ist das der falsche Weg.

Die Politiker sollten endlich zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger handeln und öfters an einem Strang ziehen. Bei den Podiumsdiskussionen während des Wahlkampfes waren wir Direktkandidaten uns bei vielen Sachthemen einig. Das sollte auch im Bundestag nicht vergessen werden.

Nur gute Politik für die Bürgerinnen und Bürger ist die Lösung. Über 2.250 Stimmen habe ich im gesamten Wahlkreis Cottbus - Spree-Neiße = 1,75% erzielt. Haben sich dafür über 4 Monate Wahlkampf gelohnt?

Natürlich hat sich das gelohnt, zumindest aus meiner Sicht. Werde ich irgendwann gefragt: "Was hast Du getan?", muss ich nicht mit einem hilflosen Schulterzucken dastehen. Das ist mir wichtig.

Über 13.000 Leser haben meine Wahlwebseite aufgerufen, mit über 1.000 Bürgerinnen und Bürgern habe ich gesprochen und diskutiert. Ich hatte keine Partei hinter mir und nur ein schmales Wahlkampfbudget ... nicht mehr als eine der Parteien für eine Volksbelustigung mit Freibier ausgegeben hat.

Bin ich nun ein Narr, ein Exot oder was auch immer? Nein .. Ich bin Vollblutdemokrat und akzeptiere die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger.

Beschimpfungen gegen irgendwen werden Sie von mir nicht hören oder lesen.

In Zukunft werden Sie wieder häufiger von mir hören …. mit spitzer Feder.

Mit der Neugestaltung des Lindenplatzes in Forst (Lausitz) wurden auch Ladestationen für E-Bikes und Elektroautos eingeweiht. Besonders die Stationen für Radtouristen waren als Anreiz gedacht, Touristen in die Stadt zu holen. Leider werden diese Bemühungen durch Menschen, die offenbar große Lust verspüren, Dinge, die ihnen nicht gehören, zu zerstören oder zu beschädigen, torpediert. In den beiden Boxen der E-Bike Ladestation wurden die Steckdosen beschädigt, die Schlüssel abgebrochen und mit roher Gewalt Dellen in die solide gebaute Säule geschlagen.

Die Kosten für die Reparatur belaufen sich laut Stadtwerke Forst auf ca. 500 Euro. Die Liste dieser absolut sinnlosen Zerstörungen ist lang; seien es Bänke, Tische, Informationstafeln, verschmierte Wände und so weiter.

Heute früh sah ich ein Fotos einer Landwirtin, da wurden Silagesäcke auf einer Wiese aufgeschlitzt und das Futter damit unbrauchbar gemacht. Eine existenzielle Bedrohung für die Landwirtin. Irgendwer muss diese Schäden, die durch die sinnlose Zerstörungswut angerichtet werden, bezahlen. Handelt es sich um kommunales Eigentum, zahlen es die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Steuern. Außerdem fehlt das Geld an anderer Stelle.

An die, die das immer wieder anrichten …. denkt doch mal nach. Eure Wut richtet sich letztendlich gegen die Bürgerinnen und Bürger.

Ein Artikel in der BILD von heute mit dem Titel „BILD IN DER ÄRMSTEN KREISSTADT BRANDENBURGS“ hat in Forst nicht gerade Begeisterungsstürme ausgelöst. Natürlich hat Forst seit dem Niedergang der Tuchindustrie zu kämpfen und natürlich sind viele Bewohner der Arbeit hinterhergezogen. Nicht nur der Untergang der Tuchindustrie ist die Ursache, auch die Politik der Wendezeit war daran beteiligt.

Die ehemals volkseigenen Wohnungsgesellschaften wurden privatisiert und mussten auch die Schulden übernehmen. Diese Schulden waren im geschlossenen Wirtschaftssystem der DDR allerdings buchhalterische Schulden, die bei den ebenfalls volkseigenen Banken zwar als Kredite geführt aber nicht zurückgezahlt werden mussten. Nun waren es auf einmal reale Schulden und die Wohnungsgesellschaften standen vor dem Konkurs. 1994 erkannte die Bundesregierung das Dilemma und erließ diese fiktiven Schulden. Allerdings mit der Auflage der Privatisierung von Wohnungen und der Verpflichtung der Sanierung. Die Wohnungsgesellschaften bauten die Häuser um und verkauften Eigentumswohnungen. Die Eigentumswohnungen wurden für die Käufer mit 7.000 DM an verlorenen Zuschüssen gefördert. Besonders erfolgreich war der Verkauf in der August-Bebel-Straße. Die Sanierung der Mietwohnungen musste ebenfalls über Kredite realisiert werden und verschuldete die Wohnungsgesellschaften erneut. Die Finanzkrise, die Ende 1998 Deutschland erreichte, trieb viele mittelständische Betriebe, die Anfang der Neunziger gegründet wurden, in die Insolvenz und die Arbeitslosigkeit stieg. Viele Forster verließen ihre Heimat und der Leerstand der Wohnungen stieg und trieb die Wohnungsgesellschaften erneut in eine dramatische Schieflage.

Die Wohnungsgesellschaften erhielten wiederum Fördermittel um sie aus dem finanziellen Dilemma zu befreien, diesmal, um Wohnungen 'zurückzubauen', also abzureißen. Bei Gebäuden, in denen ein hoher Anteil an Eigentumswohnungen vorhanden ist, geht das nicht. Aber die Gebäude um den Marktplatz waren betroffen.

2006 war ein besonders schwieriges Jahr. Die Wohnungsgenossenschaft war mit 35 Millionen Schulden und 40% Leerstand im Konkurs, die Stadt Forst stand kurz vor der Zahlungsunfähigkeit und Zwangsverwaltung, der Finanzdezernent war nach dem abgelehnten Haushalt zurückgetreten, der Bürgermeister durch ein Volksbegehren abgewählt und die Arbeitslosigkeit betrug 23%. Die hochverschuldete Stadt musste eine 17 Millionen Euro Bürgschaft in Folge der Konkursverhandlungen der Wohnungsgenossenschaft übernehmen. Voraussetzung für die Genehmigung war unter anderem, dass 340 Wohnungen der ehemaligen Genossenschaft abzureißen sind.

Das Land Brandenburg hat durch politische Entscheidungen die Entwicklung von Forst (Lausitz) ebenfalls benachteiligt. Durch das Förderkonzept der „regionalen Entwicklungskerne“ sind die Fördermittel in Forst 5% unter denen der Entwicklungskerne. 2010 wurde das Land Brandenburg noch in zwei Förderregionen unterteilt, Nord und Süd. Die Grenze liegt etwa bei Eisenhüttenstadt. Der südliche Teil wird bezogen auf das Investitionsvolumen um 10% benachteiligt.

Durchaus ein Grund für Unternehmen, sich nicht in Forst anzusiedeln. Trotz all der Nachteile wurden in den vergangenen Jahren über 300 neue Arbeitsplätze geschaffen und über 400 Arbeitsplätze gesichert. Beispiele dafür sind die Unternehmen 'EEB', 'Spinnerei Forst GmbH', 'VIS Forst GmbH', 'FOR Werk GmbH' und die Firma 'Mrose'.

Forst (Lausitz) hat es nicht einfach, aber trotzdem Dinge zu bieten, die deutlich größere Städte nicht bieten können. Ich nenne hier einmal den Ostdeutschen Rosengarten (vergleichbar in etwa mit einem botanischen Garten in anderen Städten), ein Frei- und ein Hallenbad, ein Rad- und Reitstadion ein Naturschutzgebiet in unmittelbarer Nähe, ausgebaute Radwege, das in Brandenburg einmalige Textilmuseum und kulturelle Angebote (Beipiele: Forster Hof, komfor, Pavillon Genuss & Kunst, die Kulturkirchen und mehr).

Natürlich gibt es viel zu tun in Forst (Lausitz). Die Verwaltung, die Stadtverordnetenversammlung müssen an einem Strang ziehen. Aber auch die Landesregierung ist in der Pflicht und muss dringend das Förderkonzept überdenken und ändern. Wegen der kommenden Veränderungen (Thema Braunkohle) ist ebenfalls die Bundesregierung in der Pflicht. In der alten Bundesrepublik gab es die „Zonenrandförderung“, warum also nicht eine Förderung für durch den kommenden Strukturwandel besonders betroffe Regionen?

Der Beitrag in der BILD ist einseitig, geht kaum auf die vielen Ursachen ein und präsentiert Zahlen, über deren Herkunft ich verwundert bin. Da ist von Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 1 Million die Rede, es sind aber meines Wissens ca. 5 Millionen.

Es ist kein Problem, eine Stadt ausschließlich negativ darzustellen, Beispiel gibt es genug. Ob das aber sauberer Journalismus ist, daran habe ich meine Zweifel. Der Beitrag erinnert mich an eine Reportage bei PRO7 vor ein paar Jahren. Da wurde München und Cottbus verglichen, allerdings wurde in München in einem schicken Villenviertel und in Cottbus in Limberg und Neu Schmellwitz gedreht.

Gern auch nochmal zum nachlesen: Die hohe Kunst der Manipulation

 

Die Neißebrücke zwischen Zelz und Siedlec wurde am 5. September 2008 feierlich eröffnet. Über die Brücke sollten künftig auch Rettungsfahrzeuge fahren. Wichtig ist die Verbindung auch für die Entwicklung des grenzüberschreitenden Tourismus, da sie die in Brandenburg und Polen liegenden Teile des Geoparks „Muskauer Faltenbogen“ sowie Fahrradwege an der Neiße und im Spreewald mit dem polnischen Radwegenetz miteinander verknüpft. Für den Fahrzeugverkehr war sie gesperrt; absenkbare Poller auf der deutschen und polnischen Seite verhinderten das.

Zum Absenken benötigt man allerdings nur einen passenden Dreikantschlüssel. Auch Diebesbanden gefiel die Brücke als kurzer Weg über die Grenze. Anfang des Jahres wurden aus Preschen eine Reihe von landwirtschaftlichen Fahrzeugen gestohlen und über die Brücke transportiert. Um das zu verhindern, wurden Findlinge rechts und links der beiden Poller auf deutscher Seite platziert. Das schrecke aber Diebe mit Lieferwagen nicht ab, die die Poller absenkten und sich zwischen den Findlingen hindurchquetschten. Lackspuren zeugten davon, dass das ein wenig zu eng war.

Um auch das zu unterbinden, wurden auf deutscher Seite Vorrichtungen an den Pollern angebracht, die ein Absenken verhindern. Die Sperrung für Fahrzeuge ist folglich eine einfache aber wirkungsvolle Maßnahme gegen organisierte Kriminalität. Der hervorragenden Beziehung der Einwohner von Zelz und Siednec hat das keinen Abbruch getan, sie feiern nach wie gerne zusammen.

Seit der Eröffnung im Jahre 2008 ist übrigens kein einziges Rettungsfahrzeug über die Brücke gefahren. Baulastenträger der Brücke ist der Landkreis Spree-Neiße; leider konnte ich den zuständigen Amtsleiter noch nicht erreichen.  Sollten sich bei dem Gespräch notwendige Korrekturen ergeben, werden wir das auch hier ändern.

Jedwede Spekulationen über Verstimmungen zwischen den Nachbarn entbehren allerdings jeglicher Grundlage.

Ergänzung 08.08.17:

Der Landkreis Spree-Neiße hat sich auf Nachfrage zu der Thematik geäußert: "Im Baugenehmigungsverfahren ist von einer Fußgänger/Radfahrerbrücke ausgegangen worden. In diesem Zusammenhang wurde erweiternd festgelegt, dass die Brücke bei Großschadenslagen im Sinne des Katastrophenschutzes zur grenzüberschreitenden Hilfeleistung (Rettungsdienst sowie Brandschutz) genutzt wird, aber durch geeignete technische Vorrichtung (Poller) der dauerhafte Verkehr zu unterbinden ist.

Eine solche Hilfeleistung setzt die Genehmigung durch das Innenministerium des Landes Brandenburg bzw. polnischer Behörden voraus. Einen solchen Abruf gab es bisher für die Brücke Zelz noch nicht.

Seit 2008 waren immer wieder Diebstähle von PKW, Agrarfahrzeugen und Arbeitsmaschinen über die Brücke Zelz zu verzeichnen gewesen. Diebstahlshandlungen erreichten zuletzt mit einem 14-tägigen Rhythmus ihren Höhepunkt. Beratungen mit  Bürgern von Zelz, der  Polizei und dem LKSN brachten keine effizienten Lösungen am Bauwerk.

Der LKSN beauftragte mehrfach  zusätzliche Sicherungsmaßnahmen an den versenkbaren Pollern. Diese wurden immer wieder mit  brachialer Gewalt unbrauchbar gemacht. Zur Beruhigung der angespannten Lage erfolgte am 06.07.2017 im LKSN die Entscheidung, dass ein Findlingspaar die beiden Pollersicherungen auf der deutschen Seite unterstützen sollen. Ziel ist es, vorübergehend eine Behinderung für mehrspurige Kraftfahrzeuge zu erzeugen. Der Radverkehr kann  weiterhin ungehindert den Brückenübergang passieren.

Diese Maßnahme und Weitere, auf die der LKSN nicht näher eingehen möchte, wurden am 28.07.2017 durch die Kreisstraßenmeisterei Spremberg umgesetzt. Für das jährlich statt findende Brückenfest , was in diesem Jahr auf polnischer Seite angekündigt worden ist, wird die ungehinderte Befahrbarkeit  wieder hergestellt."

Es war ein spannender Tag im Rad- und Reitstadion in Forst (Lausitz). Sieben Gespanne kämpften im Europakriterium um eine Platz auf dem Treppchen.Teamarbeit der Mannschaften aus Deutschland, den Niederlanden waren gefragt. Leider konnte nur ein Schweizer, Peter Jörg (SUI) hinter René Aebi (SUI), an dem Rennen als Einzelkämpfer teilnehmen. Schon im ersten Lauf über 30 km schenkten sich die Fahrer nichts, galt es doch, sich einen guten Platz zu sichern. Der zweite Lauf über 40 km war an Spannung kaum zu überbieten. Erst in der allerletzten Runde gelang es Stefan Schäfer mit seinem Schrittmacher Peter Bäuerlein das niederländischen Gespann Patrick Kos hinter Willem Fack auf den zweiten Platz zu verweisen.

Sieger beim Europakriterium der Steher

1. Stefan Schäfer (GER) – Peter Bäuerlein (Ger)

2. Patrick Kos (NED) - Willem Fack (NED)

3. Franz Schiewer (GER) - Gerd Gessler (GER)

Vor dem Sichtungsrennen über 40 km wurde die Schweizer Schrittmacherlegende  René Aebi verabschiedet. Der 70-Jährige fuhr heute sein letztes Rennen. Beim Sichtungsrennen ging es um die Auswahl zur Europameisterschaft. Natürlich wollte jeder der deutschen Fahrer sich diese Chance nicht entgehen lassen und so betrug die Duchschittgeschwindigkeit über die 40 km 65,63 km/h.

Sieger beim Sichtungsrennen des Bundes Deutscher Radfahrer

1. Daniel Harnisch (Leipzig) - Lutz Weiß (Leipzig)

2. Robert Retschke (Aachen) - Holger Ehnert (Chemnitz)

3. Nico Heßlich (Cottbus) - André Dippel (Bielefeld)

Haben Sie sich, verehrte Leserinnen und Leser, schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie so ein tolles Fest überhaupt stattfinden kann?

Es beginnt lange vor dem Fest mit der Planung und der Sammlung von Ideen. Dann geht es an die Details, da alles innerhalb eines festgelegten Budgets bleiben muss. Künstlerinnen und Künstler werden sehr früh kontaktiert. Es muss terminlich passen, sie müssen im Rosengarten auftreten wollen und die Auftritte müssen bezahlbar sein. Da die Verträge oft erst wenige Wochen vor dem Fest tatsächlich unterschrieben werden, ist das Einplanen von Alternativen ein Muss. Verhandlungen mit vielen Unternehmen und Organisationen: Technik und technisches Personal, Zelte ausleihen und auf- und abbauen, Security, Marktbeschicker und Schausteller, THW, Rotes Kreuz, Feuerwehr, Polizei, Feuerwerker, Versicherung, individuelle Versorgung des leiblichen Wohles der Künstler, Moderatoren und noch viel mehr. Mit allen Beteiligten müssen präzise Vereinbarungen getroffen werden.

Die Werbemittel und das Programm werden schon mal in Rohform entworfen, in den Druck können sie aber erst gehen, wenn wirklich alles unter Dach und Fach und sicher verzurrt ist.

Trotzdem bleibt Ungewissheit. Was, wenn ein Künstler, eine Künstlerin wenige Tage vor der Veranstaltung krank wird und absagen muss?

Gleich nach dem Winter beginnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die Teamleiterin des Rosengartens, Maja Avermann, mit der Arbeit. Bei Sonne und Regen sind sie mit gebeugtem Rücken beim Herrichten beschäftigt. Die Frühblüher müssen in die Erde, die Beete zur Eröffnung der Saison in einem perfekten Zustand sein und die neuen Rosensorten müssen gepflanzt werden. All das immer mit einem Blick auf das Wetter, Frost in gerade beginnende Knospenbildung der Rosen könnte die erste Blüte verhindern.

Dann nähern sich die Rosengartenfesttage und alle Beteiligten sind fieberhaft bei der Arbeit. Letzte Feinheiten werden geklärt, die Werbung, das Programm und die Flyer nicht nur in deutscher Sprache müssen zum Druck fertiggestellt werden. Das Team im Rosengarten beginnt um 06:00 Uhr früh und arbeitet auch Samstag  und wenn nötig am Sonntag.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebsamtes unter Leitung von Roland Obst rücken mit Rasenmähern im Rosengarten an und pflegen auch die vielen Rosenbeete in der Stadt. Schließlich ist die Rosenstadt Forst (Lausitz) das den Gästen schuldig.

Sven Zuber als Hauptverantwortlicher der Organisation der Rosengartenfesttage schien überall gleichzeitig zu sein und Astrid Neumeister als Veranstaltungsprofi und zuständig für das Programm wirkt zumindest äußerlich wie immer gelassen und Parkmanager Stefan Palm hatte als stellvertretender Leiter des Eigenbetriebes „Kultur, Tourismus und Marketing“ alle Hände voll zu tun. In Wirklichkeit ist unter der scheinbaren Gelassenheit eine extreme  Anspannung, die erst nach den Festtagen abfällt.

Mein DANKE geht an alle Beteiligten der Organisation, an die, die ich namentlich bereits genannt habe und ganz besonders an das Team um Maja Avermann und den Teamleiter des Betriebsamtes Jens Avermann, an die Mitarbeiterinnen der Stadt, die im Orga-Büro, in dem das Telefon nie schwieg, ihren Dienst tun, die Leute des Roten Kreuzes, die bei gesundheitlichen Problemen prompt zur Stelle waren, die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und des THW, bereit, bei einem Problem sofort zur Stelle zu sein, den Beamtinnen und Beamten der Polizei, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Security, die stundenlang in glühender Sonne standen und trotzdem Besucher freundlich empfangen haben, an die Mitarbeiter der Technik, die Moderatoren, die Marktbeschicker, die neben tollen Mitbringseln auch für das leibliche Wohl sorgten, die Fahrgeschäfte …. und nicht vergessen möchte ich das Info-Team, das immer im Rosengarten unterwegs war und Besucherinnen und Besuchern kompetente Auskunft gaben.

Danke auch an Susanne Joel, die die Presse immer mit aktuellen Infos versorgt hat.

Es kann durchaus sein, dass ich nun Irgendwen vergessen habe. Bitte, ich bin nicht perfekt. Ich bedanke mich wirklich bei ALLEN, die für das Gelingen der Rosengartenfesttage gearbeitet haben.

Eine Bitte an die Besucher des Ostdeutschen Rosengarten in Forst (Lausitz) aus nah und fern habe ich. Schenken Sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Ihre Eintrittskarten scannen oder den Frauen, die da mit gebeugten Rücken die Beete pflegen … schenken Sie ihnen ein Lächeln, ein paar anerkennende Worte. Ich versichere Ihnen, es tut nicht weh.

Als Titelbild dieses Beitrage habe ich ein Foto der „Rose der Einheit“ gewählt. Diese Rose möchte ich jedem Beteiligten symbolisch schenken.

Als Symbol dafür, dass nur etwas gelingen kann, wenn alle als Einheit an einem Strang ziehen.

In diesem Sinne ziehe ich meinen Hut vor Ihnen und verbeuge mich

Chapeau

Am Freitag um 20:30 Uhr war es soweit; Elisabeth I., die 26. Forster Rosenkönigin, krönte ihre Nachfolgerin Jessica I.

Elisabeth I. ließ ihre einjährige Amtszeit Revue passieren und bedankte sich bei allen Sponsoren und Unterstützern, der Stadt Forst (Lausitz) und nicht zuletzt bei ihrem Mann Matti, ihrer Familie und ihren Freunden. In Zukunft wird sie nach einem unvergesslichen Jahr wieder mehr Zeit für ihre Lieben haben.

Nachdem ihre Krone abgenommen wurde, trat Jessica I., die 27. Forster Rosenkönigin ins Rampenlicht. Zwanzig Jahre alt ist die Studentin der Elektrotechnik, die im bürgerlichen Leben Jessica Schmidt heißt.

Elisabeth I. krönte sie und Jens Handrek, der stellvertretende Bürgermeister, legte ihr die Schärpe um. Mit diesen Insignien ihres neuen Amtes begrüßte sie alle Sponsoren und Besucher und lud sie zum Flanieren in dem romantisch illuminierten Rosengarten ein.

Wir wünschen Jessica I., der 27. Forster Rosenkönigin, ein wunderbares Jahr als Botschafterin für die Stadt Forst (Lausitz) und den Ostdeutschen Rosengarten.

Gestern um 18:00 Uhr wurde die Schnittrosenschau im Besucherzentrum eröffnet. „Floristik Romy Stock“, „Gartenbau – Baumschulen Paul Engwicht“, „Parkgärtnerei & Kerativ-Floristik Bernd Wolf“ sowie das Rosengartenteam um Mara Avermann haben mit ca. 3.000 Rosen in 93 Sorten kleine Gärten unter dem Motto „Grenzenlose Blütenträume – Mit der Rose durch Europa“ gestaltet. So sind deutsche, französische, italienische, spanische und englische Gärten vertreten und gleich zu Beginn links wartet der Garten Eden auf die Besucher.

Rosenkönigin Elisabeth I. gab nach einer Begrüßung den Startschuss und die Tür zur Schnittrosenschau öffnete sich. Bis zum Sonntag können die Rosen bewundert werden. Heute früh begann das Programm mit „Clown Natscha“ mit Spaß und Zauberei die begeisterten und gebannt zuschauenden Jüngsten.

Musikalische Unterhaltung während des Tages macht einen Besuch lohnenswert. Ab 20:30 Uhr steht dann ein Höhepunkt auf dem Programm, die Krönung der 27. Forster Rosenkönigin.

Von 26. bis 28. Mai war es wieder soweit, das Gartenfestival lockte Besucher aus nah und fern zum Erleben, Schauen, Kaufen. Das Wetter meinte es sehr gut mit dem 7. Gartenfestival und den Besuchern. Nur am Sonntag war es bei über 30° fast schon zu gut gemeint. Die 56 Händler boten auf dem Gelände der historischen Schlossgärtnerei ihre Produkte an und überall leuchteten Blüten. Nicht nur Pflanzen boten die Baumschulen und Gärtnereien an, auch Kunstvolles für Garten oder Wohnung, Kulinarisches und Wissenswertes. Bei Händlervorträgen konnten Interessierte zu vielen Themen etwas erfahren, über Stauden und Kräuter als Bienen- und Insektenweidepflanzen, die Kletterkünste der Clematis, biologischen Anbau im heimischen Garten oder Wissenswertes zur Rosenveredelung, um nur einige der Vorträge zu nennen. Geduld mussten die Besucherinnen und Besucher allerdings mitbringen. Schlangen an den Kassen und bei den Versorgungsständen. Das schöne Wetter entschädigte für die Wartezeiten und so nahmen es die Besucher gelassen hin.

Fotos: Helmut Fleischhauer

Das Programm für die diesjährigen Rosengartenfesttage vom 23.-25.06.2017 ist nun fertig und es dürfte für jeden Geschmack von jung bis alt etwas dabei sein. Am Dornröschenspielplatz gibt es Spiel & Spaß mit dem LÖWENZÄHNCHENbauwagen & HUND KEKS von ZDF TIVI für die Kleinen. Die Comedian Harmonists Today interpretieren Evergreens mit dem charmanten Witz der wilden „Goldenen Zwanziger“ wie "Veronika, der Lenz ist da", "Ali Baba", " Mein kleiner grüner Kaktus".

Nach den großen Feuerwerk am Samstag spielen smith&smart LIVE ...mit anschliessendem dj-set…

In diesem Jahr beginnen die Festtage bereits am Donnerstag mit der Eröffnung der Schnittrosenschau um 18:00 Uhr. So können Besucher am Freitag schon vormittags in Ruhe die kunstvollen Arrangements betrachten.

Zwei Besonderheiten wird es in diesem Jahr geben. Ein kostenloser Busshuttle vom Bahnhof zum Rosengarten und zurück wird angeboten. Der Nachtshuttle fährt auch bis zum Hauptbahnhof Cottbus, damit auswärtige Besucher wieder nach Hause kommen ohne auf ein Auto angewiesen zu sein.

Wichtig ist auch diese Neuerung. Es werden in den einzelnen Bereichen des Rosengartens Schilder mit Nummern aufgestellt! Diese Schilder können Leben retten. Falls wer gesundheitliche Probleme hat, 112 anrufen und sagen "Rosengarten, Bereich (Nr). Dann wissen die Rettungskräfte sofort, wohin sie müssen und müssen nicht eine Wegbeschreibung erfragen.

Willkommen im Ostdeutschen Rosengarten zu den diesjährigen Festtagen. Das gesamte Programm und den Fahrplan des kostenlosen Busshuttles finden sie als PDF-Dateien hier → http://www.rosensorten.org/rosen/aktuelles-50218.php

Beim gestrigen Museumstag hatte das Brandenburgische Textilmuseum in Forst (Lausitz) auch einen großen Flohmarkt organisiert. Das Wetter war kooperativ; Sonnenschein aber nicht zu heiß. Bereits um halb neun wuselten die Teilnehmen des Flohmarktes auf dem Gelände und bauten die Stände auch. Das Textilmuseum stellte Tische denen zur Verfügung, die keine mitbringen konnten. Es war eine fröhliche Atmosphäre mit gegenseitiger Hilfe.  Als der Markt offiziell um 10:00 Uhr begann, hatten die Profitrödler natürlich schon ihren Rundgang gemacht, ob es vielleicht ein Schnäppchen zum anderweitigen Wiederverkauf zu finden war.

Die Besucher kamen so schubweise und der Verkaufserfolg höchst unterschiedlich. Das Textilmuseum hatte sehr gute Besucherzahlen und so manches historische Buch wurde an deren Stand verkauft.

Einige der Profitrödler verließ den Flohmarkt früher, ihnen war der Verkaufserfolg nicht gut genug. Die Amateure sahen es gelassener. Ein Schwätzchen hier und dort, neue Menschen kennenlernen und dann noch mit etwas Gewinn wieder nach Hause. Ingrid Ebert brachte ihre Drehorgel mit und spielte immer wieder ein paar Stücke.

Am Donnerstag besuchte eine britische Expertengruppe den Ostdeutschen Rosengarten in Forst (Lausitz). Der Gartenarchäologe Brian Dix, auch Vorsitzender des Internationalen Fachbeirats der Pückler-Parks Muskau-Muzakowski und Branitz, war bereits im Spätsommer 2015 schon einmal im Rosengarten zu Gast und leitete die Expertengruppe, die vornehmlich aus Gartenhistorikern besteht. Parkmanager Stefan Palm führte die Gruppe durch den Rosengarten und erläuterte Entstehung und Geschichte des Rosengartens.

Gartenarchäologe Brian Dix im Rosengarten ForstAm Froschbrunnen war ein Fototermin vorgesehen. Auf meine Frage an Brian Dix, ob zur Gartenarchäologie auch die Erforschung der Gärten antiker Reiche gehöre und wie sich Gartenarchäologie und Gartengeschichte unterscheiden oder ergänzen, antwortete er: "Gartenarchäologie und Gartengeschichte sind miteinander verwandt. Zur Geschichte gehört Archäologie, um Erkenntnisse zu gewinnen, die man aus historischen Dokumenten nicht in Erfahrung bringen kann. Zur Archäologie wiederum gehört die Geschichte. Natürlich sind Gärten vergangener Imperien genau so wichtig und interessant wie Gärten aus der Zeit der Griechen, Römer und bis in die Neuzeit. Es ist ein sehr weites Feld und wir möchten auch in Erfahrung bringen wie sich Gärten für die Öffentlichkeit im Laufe der Zeit entwickelt haben."

Die Frage an die Teilnehmer nach dem Eindruck des Rosengarten auf sie folgten sehr euphorische Antworten. Es ist schön, wenn auswärtige Besucher von dem wunderbaren Ostdeutschen Rosengarten begeistert sind.

Am 13. Mai 2017 um 12:02 Uhr erblickte Pamina Ruff, Tochter der 23. Forster Rosenkönigin Romy I., im Forster Krankenhaus das Licht der Welt. Mutter und Tochter konnten am Dienstag das Krankenhaus verlassen und so kam es zu dem heute selten gewordenen Fototermin der nun fünf Generationen am Dienstag. Im Forster Stadtpark trafen wir uns und die Damen waren sichtlich bewegt. Anja Ruff, frischgebackene Oma, meinte strahlend: „Die Geburt meiner Enkelin hat mich emotional viel stärker bewegt, als ich das erwartet hätte.

(v.l.n.r) Anja Ruff (1969), Oma von Pamina, Christa Reyke (1929), Ururoma mit der kleinen Pamina (2017), Romy Ruff (1987), die stolze Mama und Uroma Sabine Holste (1949)

Am Freitag traten Anja Sonntag & Stefan Gocht im Forster komfor mit ihrem Programm „Frau Sonntag und ihr ständiger Begleiter - In der Ehe ist man so alt wie man sich fühlt“ auf. Da sie keine Unbekannten im Kompetenzzentrum sind, war die Veranstaltung bereits im Vorverkauf bis auf wenige Plätze ausverkauft.

Bekannte Schlager, Chansons und Pop Songs wurden mal mit humorvollen, mal mit ironischen oder gesellschaftskritischen Texten vorgetragen und mit kabarettistischen Einlagen verknüpft.

Mit kraftvollen Stimmen erzählten sie musikalisch von Situation, die jeder, der in einer langen Beziehung lebt oder sie zumindest erlebt hat, in irgendeiner Weise kennt. Ein etwas anders interpretiertes  „Du lässt dich geh'n“ von Charles Aznavour, die musikalische Geschichte über das „Hausschwein“, vor dem kein Kühlschrank sicher ist, den Ehemann, der seine Frau zum Fitnesstraining animieren möchte und ihre stolze Antwort „Bei mir hat jedes Gramm den perfekt richtigen Platz“.

Den Besucherinnen und Besuchern waren die Situationen nicht fremd, das war an den Gesichtern, dem Lachen und dem begeisterten Applaus zu erkennen.  Zugaben konnten sich  Anja Sonntag und Stefan Gocht nicht entziehen, dafür war die Begeisterung zu groß.

Nach der Veranstaltung erzählte ich Anja Sommer noch ein Gedicht, das ich mal irgendwo aufgeschnappt habe …

 

„Wohl gerundet sei das Weib

zart gepolstert sei ihr Leib

denn es wär' ja deppert

wenn Mann sie in den Arm nimmt

und es scheppert“

 

Sie musste herzhaft lachen und meinte: „Das ist Klasse, das merke ich mir.“

Es passt ja auch zu ihrem Lied über jedes Gramm an den perfekt richtigen Stellen.

Ich bin sicher, dass sich Paare auf dem Heimweg Geschichten aus der eigenen Zweisamkeit in Erinnerung riefen und immer wieder lachen mussten.

Es war ein wunderbarer Abend.

Es wird immer von Demokratie gesprochen .. die Demokratie, die wir schützen müssen als unsere hehren Werte. Erlauben Sie mir, verehrte Leserinnen und Leser, die Frage zu stellen, ob wir tatsächlich in einer Demokratie im Sinne des Begriffes 'Demokratie' leben oder in einer Herrschaft der Parteien.
Alle vier Jahre dürfen die Deutschen bei der Wahl ihre Kreuzchen machen, ein Kreuzchen für den Direktkandidaten des Wahlkreises und ein weiteres Kreuzchen für eine Partei. Leider wissen viele Wählerinnen und Wähler nicht genau was das bedeutet.
Mit der Erststimme wird ein Direktkandidat gewählt, mit der Zweitstimme wird der Anteil einer Partei gewählt. Nun ist es so, dass in Deutschland die Direktkandidaten der Parteien so gut wie immer über die Landeslisten abgesichert sind. Geben Wähler also die Erststimme einem Kandidaten, der ebenfalls auf Platz eins oder zwei oder drei der Liste der Partei steht, wird eine Wahlmöglichkeit verschwendet. Es sei denn, der Wähler möchte eine bestimmte Partei stärken und einen Kandidaten unterstützen, den er zwar nicht kennt, vielleicht auch nicht in seinem Wahlkreis beheimatet ist, er aber glaubt, die Partei hätte schon die Richtigen auf die Landesliste gesetzt.
Der gewählte Direktkandidat hat ja ein Mandat errungen und kommt in den Bundestag, sein Platz auf der Liste ist also hinfällig. Durch die Zweitstimme kann aber eine Partei einen höheren Anteil erhalten als sie Mandate direkt erobert hat. Das führt dann zu einer etwas skurrilen Situation.
Je Wahlkreis gibt es einen gewählten Kandidaten, dann wird der Anteil der Parteien ermittelt. Ist der Stimmanteil für eine Partei höher als die direkt gewählten Kandidaten, werden weitere Kandidaten der Listen der Parteien in den Bundestag entsandt. Das sind dann die sogenannten Überhangsmandate. Die Grundidee ist ja durchaus gut, allerdings kann so ein Parlament von wie derzeit über 600 Mitgliedern ganz schnell auf über 700 aufgebläht werden. Denke, da gibt es Handlungsbedarf. 500 Abgeordnete reichen meines Erachtens aus. Alles was darüber hinaus geht, sind eher Pfründe für verdiente Parteimitglieder, helfen aber nicht, das Parlament handlungsfähiger zu machen. Wie heißt es doch .. „Viele Köche verderben den Brei“.

Wie geht das nun so in den Fraktionen? Ein Abgeordneter ist ja primär seinem Gewissen verantwortlich. So steht es zumindest im Grundgesetz. Die Realität sieht aber anders aus.
Bei anstehenden Abstimmungen wird in den Fraktionen über das Abstimmungsverhalten diskutiert und das dann beschlossen. Wer anders abstimmt, wird mit einer feinen Abstufung von Sanktionen belegt. Er wird nicht mehr als Redner vorgeschlagen, wird aus Ausschüssen entfernt und so weiter. Wenn das alles nicht wirkt, kann er auch aus der Fraktion ausgeschlossen werden. Der gute Listenplatz bei der nächsten Wahl ist auf jeden Fall dahin.

Wie ist das nun bei geheimen Abstimmungen? Da stimmen die Abgeordneten mit farbigen Kärtchen ab. Am Eingang steht dann wer von der Partei und spielt mit einem Kärtchen 'rum. So als Erinnerung wie geheim abgestimmt zu werden hat. Wenn dann das Ergebnis nicht stimmt, beginnt die Suche nach dem Abtrünnigen, dem Abweichler.

Nun werden Sie Sich fragen, woher ich das weiß. Von einem langjährigen ehemaligen Abgeordneten, der irgendwann wegen dieser Art von Machenschaften die Fraktion freiwillig verlassen hat. Die Gespräche mit ihm waren für mich aufschlussreich und Bestätigung zugleich.

Es ist ja immer wieder zu lesen, dass bei einer Abstimmung der „Fraktionszwang“ aufgehoben wurde. Sehr interessant, da offenbar das im Grundgesetz verankerte Recht der Abgeordneten, nur ihrem Gewissen verantwortlich zu sein, von den Parteien geregelt wird.

Nun darf man nicht übersehen, dass das Grundgesetz den Parteien einen besonderen Status einräumt. Das ist deutlich in dem Gesetz zur Parteienfinanzierung.

Zitat der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: „Da die Parteien die für die Demokratie wichtige Funktion der „Willensbildung des Volkes“ übernehmen, ist der Staat an ihrer Finanzierung beteiligt.
Die Parteien erhalten für bis zu vier Millionen Wählerstimmen 85 Cent pro Stimme, wenn sie bei den Bundestags- und Europawahlen mindestens 0,5 Prozent, bei den Landtagswahlen mindestens 1 Prozent der Stimmen erreichen. Ziel dabei ist es, den kleineren Parteien die gleichen Chancen wie den großen zu ermöglichen. Für jede Stimme, die zu den vier Millionen hinzukommt, werden den Parteien weitere 70 Cent pro Stimme überwiesen. Außerdem erhalten sie für jeden Euro, der über Beiträge oder Spenden eingenommen wurde, 38 Cent, allerdings nur für Zuwendungen bis zu 3.300 Euro je natürlicher Person.“

Sehr interessant oder auch verwundert lese ich also, dass die Parteien die „Willensbildung des Volkes“ übernehmen. Ich dachte immer, das Volk könne das selbst.

Tritt ein Kandidat als Einzelbewerber an, der nicht in einem Parteigefüge verankert ist und nur den Wählern und seinem Gewissen verantwortlich ist, erhält er eine einmalige Wahlkampfkostenerstattung nur dann, wenn er mindestens 10% der Stimmen erreicht. Diese einmalige Wahlkampfkostenerstattung beträgt pro gültige Wählerstimme Euro 2,80. Dieser Betrag wird allerdings nur auf Antrag gezahlt. Der Antrag muss innerhalb von 2 Monaten eingereicht werden.

Parteien erhalten ein niedrigere Wahlkampfkostenerstattung ab 0,5% der gültigen Stimmen, allerdings pro Jahr der Legislaturperiode. Einzelkandidaten können keine Gesetzesentwürfe einbringen, erst in der 2. Lesung dürfen sie Änderungen einbringen. Einzelkandidaten sind folglich massiv benachteiligt und haben leider kaum eine Chance, direkt gewählt zu werden.

Zurück zur Demokratie. Was wäre nun, wenn in Deutschland über 30, also gut 5%, unabhängige Einzelkandidaten, die nur den Wählern und ihrem Gewissen verpflichtet sind, in den Bundestag einziehen weil die Bürger regen und überlegten Gebrauch von der Erst- und Zweitstimme machen? Wenn sich davon 20 oder mehr mit sehr ähnlichen Idealen fänden, könnten sie ein Fraktion bilden. Für die etablierten Parteien wäre das ein Fiasko, für echte Demokratie ein Segen. In dieser Fraktion gälte der Grundsatz: „Nur den Wählern und dem eigenen Gewissen verpflichtet“. Ein Fraktionszwang wäre ausgeschlossen, da die Mitglieder der Fraktion ja keiner Partei angehören und ihren Sitz ohne die Hilfe einer Partei und somit auch ohne Listenplatz direkt erobert haben. Eine Unterordnung entfiele, da kein Abgeordneter einen aussichtsreichen Listenplatz verlieren kann. Die Wiederwahl kann ein Einzelkandidat nur dann erreichen, wenn er den Bürgerinnen und Bürgern glaubhaft vermitteln kann, dass sein Abstimmungsverhalten mit seinem Gewissen vereinbar und das Wohl der Bürgerinnen und Bürger den Ausschlag gegeben hat.

Es wäre also wünschenswert, wenn die Wählerinnen und Wähler von der Wahl über die Erst- und Zweitstimme regen Gebrauch machen und genügend Einzelkandidaten den Mut haben, sich zur Wahl zu stellen. Zum Wohle der Demokratie in unserem Land.

Derzeit kursieren Emails mit angeblichen Gutscheinangeboten über Euro 250,- von LIDL. Schon der Domainname sollte mißtrauisch machen: www. lidle. de-gutscheine. com (NICHT ANKLICKEN).

Der Domainname ist folglich de-gutscheine.com und hat mit LIDL absolut nichts zu tun. Lidl ist lediglich eine Subdomain. Der Namen de-gutscheine.com wurde am 06.01.2017 über eine US-Registrierungsstelle registriert. Allerdings von einem Unternehmen, dass sich WhoisGuard, Inc. nennt und ihren Sitz in Panama hat. Geschäftszweck des Unternehmens ist die Registierung von Domainnamen für Kunden, die nicht öffentlich in Erscheinung treten möchten.

WhoisGuard, Inc. hat zwar eine Telefonnummer in Panama aber eine Faxnummer in Peru. ALSO, FINGER WEG !!!

Für Technikinteressierte, hier die WOIS-Daten für DE-GUTSCHEINE.COM

Domain name: de-gutscheine.com
Registry Domain ID: 2087804725_DOMAIN_COM-VRSN
Registrar WHOIS Server: whois.namecheap.com
Registrar URL: http://www.namecheap.com
Creation Date: 2017-01-06T09:00:33.00Z
Updated Date: 2017-01-06T09:35:00.00Z
Registrar Registration Expiration Date: 2018-01-06T09:00:33.00Z
Registrar: NAMECHEAP INC
Registrar IANA ID: 1068
Registrar Abuse Contact Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Registrar Abuse Contact Phone: +1.6613102107
Reseller: NAMECHEAP INC
Domain Status: clientTransferProhibited
Domain Status: addPeriod
Registrant ID:
Registrant Name: WhoisGuard Protected
Registrant Organization: WhoisGuard, Inc.
Registrant Street: P.O. Box 0823-03411
Registrant City: Panama
Registrant State/Province: Panama
Registrant Postal Code: 0
Registrant Country: PA
Registrant Phone: +507.8365503
Registrant Phone Ext:
Registrant Fax: +51.17057182
Registrant Fax Ext:
Registrant Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Admin ID:
Admin Name: WhoisGuard Protected
Admin Organization: WhoisGuard, Inc.
Admin Street: P.O. Box 0823-03411
Admin City: Panama
Admin State/Province: Panama
Admin Postal Code: 0
Admin Country: PA
Admin Phone: +507.8365503
Admin Phone Ext:
Admin Fax: +51.17057182
Admin Fax Ext:
Admin Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tech ID:
Tech Name: WhoisGuard Protected
Tech Organization: WhoisGuard, Inc.
Tech Street: P.O. Box 0823-03411
Tech City: Panama
Tech State/Province: Panama
Tech Postal Code: 0
Tech Country: PA
Tech Phone: +507.8365503
Tech Phone Ext:
Tech Fax: +51.17057182
Tech Fax Ext:
Tech Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Name Server: andy.ns.cloudflare.com
Name Server: nadia.ns.cloudflare.com
DNSSEC: unsigned
URL of the ICANN WHOIS Data Problem Reporting System: http://wdprs.internic.net/

Foto: Robert Müller  / www.pixelio.de

Donnerstag, 24 November 2016 16:33

Weihnachtliches Forst

Weihnachten steht vor der Tür und somit auch die Adventszeit mit stimmungsvollen Dekorationen, Märkten und zahlreichen Veranstaltungen in der Rosenstadt Forst (Lausitz):

Überraschung – Vierbeiniger, dekorativer Nachwuchs in der Vorweihnachtszeit

Am Berliner Platz erstrahlten im vergangenen Jahr erstmalig zwei Rentiere im Lichterglanz hunderter Lämpchen. Dank der Unterstützung von Unternehmen aus Forst, Cottbus und Berlin wurden die Rentiere zur Verschönerung der Forster Innenstadt angefertigt. In diesem Jahr können sich die Forster Bürger und Besucher der Stadt auf eine Überraschung freuen, denn die Rentiere bekommen Nachwuchs! Ab dem 1. Adventswochenende funkeln sie wieder im Kreuzungsbereich am Berliner Platz, diesmal zu dritt.

2. Wunschbaum-Aktion Forst (Lausitz)

Am Montag, den 21.11.2016 um 11.30 Uhr war es nun soweit. Die 2. Wunschbaumaktion startete am 22.11.2016 in Forst (Lausitz). Die Wunschbäume befinden sich an den folgenden 3 Standorten: im Neuen Rathaus, in der Hufeland Apotheke und in der Apotheke Cottbuser Straße. Hier können Interessierte eine Patenschaft über einen vorweihnachtlichen Kinderwunsch übernehmen. Die „goldenen Kugeln“ sind mit Vornamen und Alter des Kindes, dem Weihnachtswunsch sowie einer Nummer versehen. Wer diese Aktion unterstützen möchte, kann sich ein Wunschkärtchen vom Baum nehmen und mit einem kleinen Geschenk einem Forster Kind eine große Freude bereiten! Abzugeben sind die Geschenke bis zum 14. Dezember 2016 am jeweiligen Standort des Wunschbaumes.

Partner der diesjährigen Aktion sind NIX e.V., Apotheke Cottbuser Straße, Hufeland Apotheke, Forster Tafel, Familientreff Paul Gerhard Werk, Netzwerk Gesunde Kinder, Flüchtlingsnetzwerk/ Forster Brücke, SOS Kinderdorf/ Mehrgenerationenhaus, Stadtteilmanagement, Stadt Forst (Lausitz).

Unterstützt wird die Aktion „Wunschbaum“ über das Förderprogramm Soziale Stadt.

9. Forster Adventskalender

Vom 1. bis  24. Dezember 2016 wird der Forster Adventskalender zum 9. Mal durchgeführt. Den Adventskalender eröffnet am 1. Dezember der Bürgermeister im Alten Rathaus (Promenade 9). Für die weiteren 23 Türchen, welche zu Öffnen bieten zahlreiche Einrichtungen Einblick in ihr Tun und Räumlichkeiten umrahmt von weihnachtlichen Angeboten und Aktionen.

Hinter einigen Türchen gelangt man auch an Stellen im Stadtgebiet, welche im Alltag nicht als offene Tür zur Verfügung stehen können. Es gibt weihnachtliche Aktivitäten mit den Kindern, der  Weihnachtsmann und hinter jedem Türchen auch ein Mehrwert an Bildungseffekt. Die Idee des Forster Adventskalender wurde vom "Lokalen Bündnis für Familie in der Stadt Forst (Lausitz)" ins Leben gerufen. Die Stadt Forst koordiniert die Zusammenstellung des Adventskalenders und begleitet die Durchführung.

Großes Advents- und Weihnachtssingen

Das 23. Advents - und Weihnachtsliedersingen findet wieder traditionell am 2. Adventsonntag, 04.12.2016, 16 Uhr in der Forster Stadtkirche St. Nikolai statt. Am Programm sind 11 Forster Chöre mit rund 250 Sängerinnen und Sänger sowie der Bläserchor der evangelischen Kirchgemeinde beteiligt. Die Chöre und Instrumentalisten bringen bekannte Advents- und Weihnachtslieder zu Gehör und laden zum Mitsingen ein.

Der Eintritt ist frei - eine Spende zur Förderung der Arbeit der Chöre wird erbeten.

Forster Weihnachtsmarkt

Rund um die Stadtkirche St. Nikolai findet vom 08.-11.12.2016 der alljährliche Weihnachtsmarkt der Rosenstadt Forst statt. Täglich von 14.00 - 20.00 Uhr lädt der Forster Weihnachtsmarkt zu einem stimmungsvollen Bummel mit winterlichen-kulinarischen Köstlichkeiten, weihnachtlichen Angeboten und Geschenkideen, Konzerten und einen vielfältigen Rahmenprogramm ein. Die Eröffnung des Weihnachtsmarktes findet am Donnerstag, 08.12.2016, um 14 Uhr durch den Bürgermeister der Stadt Forst (Lausitz) Philipp Wesemann, Pfarrer Christoph Lange, Gewerbevereinsvorsitzenden Andreas Wolff und dem Weihnachtsmann statt. Sie wird musikalisch umrahmt von der evangelischen Integrationskita „Talitha Kumi“ und der Bläsergruppe Cottbus.

Im Anschluss folgen Bühnenprogramme und ein vielseitiges Rahmenprogramm u.a. mit Drehorgelmusik, Weihnachtszoo und Ponnyreiten, Märchenwald, Kinderkarussell , dem Besuch des Weihnachtsmannes  sowie Weihnachtsfeuer und Stockbrot.

Am Abend sind die Besucher zu den Weihnachtsmarkt –Spezial Konzerten eingeladen:

08.12.2016, 18 Uhr - Donnerstags-Spezial | Auwangu Sons–Band: Internationaler Mix mit Titeln u.a. von Eric Clapton, Beatles und Jethro Tull

09.12.2016, 18 Uhr - Freitags-Spezial | DoubleVoices: Gesangsduo - Best of Pop, Rock, Charts, Schlager & Oldies

10.12.2016, 19 Uhr - Samstags-Spezial | Regina Thoss: DDR-Stargast mit großen Hits aus dem Jubiläumsalbum „Danke“ und berührenden Weihnachtsmelodien

11.12.2016, 16 Uhr - Sonntags-Spezial | Roland Kaiser  „Double-Show“ mit Steffen Heidrich – Deutschlands beliebtestes Roland-Kaiser-Double präsentiert Schlagerhits & Weihnachtsmelodien

Weihnachtliche Angebote im Brandenburgischen Textilmuseum

Am 9. Dezember findet ab 17 Uhr ein vorweihnachtlicher Filzworkshop statt. Ab 10. Dezember läuft die Weihnachtsausstellung unter dem Titel „Damit hab ich auch mal gespielt“. Diese wird integriert in die verlängerte Ausstellung „Handwerk in Forst – Tradition und Zukunft“. Beide Ausstellungen enden dann am 22. Januar 2017. Am 20. Dezember – Forster Adventskalender mit Weihnachts- und Adventsliedern gespielt von Forster Musikern und gemeinsames Singen bei Kerzenschein mit Tee und Plätzchen.

Öffnungszeiten zum Jahresende: 24.12. geschlossen, 25. und 26.12. 14-17 Uhr, 27.-29.12. 10-17 Uhr, 30.12. 14-17 Uhr; 31.12. und 1.1. geschlossen.

Es wird weihnachtlich – Angebote der Einzelhändler und Gewerbetreibenden Nach Information des Gewerbeverein Rosenstadt Forst e.V. laden Einzelhändler und Gewerbetreibende zu 2 Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit ein. Am 1. Advent, dem 27.11.2016, findet das 5. Lichterfest im Stadteil Eulo statt. Am 4. Advent, dem 18.12.2016, gibt es ein vorweihnachtliches Quartiersfest am Robert-Koch-Platz. Glühwein, Stollen, weihnachtliches Gebäck und vielseitige Geschenkideen warten auf die Besucher.

Am 24. November 2007 begann das Abenteuer der regionalen Bürgerzeitung NIEDERLAUSITZ aktuell. Vorab wurden Zeitungsleser befragt, warum sie eine Tageszeitung abonniert haben. Die Antworten waren fast alle identisch, aktuelle Lokalnachrichten waren der Hauptgrund. Überregionale Nachrichten kannten sie ja bereits auf den Funk- oder Fernsehnachrichten.

Also lag der Schwerpunkt bei der neuen Internetzeitung bei Nachrichten aus der Niederlausitz, eingeteilt nach Kreisen, Städten, Gemeinden und Ortsteilen. Nur gelegentlich wurden Nachrichten aus Brandenburg veröffentlicht falls sie für die Niederlausitz relevant waren.

Zum Start am 24. November 2007 waren bereits über 100 Artikel im System, eine fast leere Webseite wäre kaum einladend gewesen.

Die Regeln für Artikeln waren einfach aber strikt: Eine Nachricht ist wertneutral und wird so wiedergegeben, die persönliche Meinung hat darin nichts zu suchen. Dafür gibt es das Ressort 'Kommentare', da das Wort ja bereits aussagt, dass es sich dabei um die Meinung des Autoren handelt. Konträre Meinungen in Nachrichten werden wiedergegeben und miteinander verlinkt, damit sich die Leser ihr eigenes Bild machen können.

Das Startbudget betrug Euro 0,- und in den ersten Monaten waren die Leserzahlen deprimierend. Nach etwa 4 Monaten änderte sich das, die Leserzahlen stiegen rasant an und immer mehr Freiwillige beteiligten sich an dem Abenteuer. Dazu gehörte auch Benjamin Andriske.

Natürlich wurde NIEDERLAUSITZ aktuell zuerst belächelt. Eine Zeitung gemacht von 'Amateuren'? Ach .. zum Scheitern verurteilt. Es kam aber ganz anders, die Zeitung erwarb sich Respekt in allen politischen Lagern gerade wegen der fairen, ausgewogenen und nicht manipulierten Nachrichten. Dazu kam die Beliebtheit der wirklich lokalen Nachrichten aus den Dörfern und Stadtteilen für die es in anderen Publikationen keinen Platz gab. Bei veröffentlichten Pressemitteilungen stand immer die Quelle dabei, damit die Leser das zuordnen konnte.

Die Zahl der Leser nahm zu, nicht zuletzt wegen der Aktualität. Erinnere mich an das Hochwasser im Kreis Elbe-Elster. Jeden Morgen gegen 04:30 Uhr und am Nachmittag gegen 14:30 Uhr kamen die aktuellen Straßen- und Brückensperrungen der Einsatzzentrale per Email. 15 Minuten später waren diese Informationen bei NIEDERLAUSITZ aktuell zu lesen. Kurz danach waren oft weit über 2.000 Leser online. Offenbar Pendler, die wissen wollten, welche Umwege sie einplanen mussten. Diese Leser erzählten es Kolleginnen und Kollegen und die Zahl der täglichen Leser stieg weiter an.

Die Webseite wurde immer wieder etwas umgestaltet und erweitert. Eine regionale Bildergalerie kam hinzu und dann eine historische Galerie, Kolumnen und weitere Bereiche. Über 100 freiwillige Schreiberlinge engagierten sich für das Abenteuer. Viele Amateure, die sich aber durchaus mit den Profis messen konnten.

Benjamin Andriske richtete eine Seite bei facebook ein  … wir waren so stolz auf die ersten 100 'Gefällt mir' Angaben, dann stand da 1.000 …. und nun steht dort über 10.500. 

Am 1. April 2013 übergab ich Benjamin Andriske das Ruder des zuerst mitleidig belächelten Abenteuers und er führt es seither sicher durch die Untiefen der Nachrichtenlandschaften.

Im April 2014 wurde das Layout komplett neu gestaltet und irritierte so manchen Leser. Alles benötigt eben seine Zeit, auch die Sehgewohnheiten der Leser.

Und im kommenden Jahr steht der erste runde Geburtstag an …..

Abbildung: Der Bildschirmausdruck stammt aus dem August 2013 und ist neben weiteren ca. 160 Bildschirmausdrucken aus den ersten 9 Jahren in der „WayBackMachine“ zu finden.

Nach über 26 Jahren als Herausgeber des „Forster Wochenblattes“ lud Ullrich Otto Kohlstock heute zu einem Abschiedsempfang und stellte auch seine Nachfolger vor. Die erste Ausgabe des „Forster Wochenblattes“ nach der Wende erschien am 1. Mai 1990. Das übliche Rentenalter hat er bereits überschritten und ich bin sicher, dass ihm dieser Schritt trotzdem nicht ganz einfach gefallen ist. Und auch in Zukunft wird er die Entwicklung 'seines Babys' aufmerksam verfolgen. Vor einiger Zeit sagte er mir als ich ihn darauf ansprach: „Die Entscheidung ist gefallen, es gibt kein Zurück.“

Nun geht er also, diese journalistische Forster Institution. Voll war es heute, da die Forster aus Politik und Wirtschaft kamen, um ihn in der Ruhestand zu verabschieden.

Lena Paul, ursprünglich Bürokauffrau, die aber schon immer den Wunsch hatte zu schreiben und inzwischen mehrere Romane veröffentlicht hat und Jens Dräger, gelernter Schneider, der in das Druckereigewerbe wechselte und auch zwei Bücher veröffentlicht hat, werden das Ruder des Forster Wochenblattes nun in die Hand nehmen.

Ich wünsche dem Urgestein „Ulli“ einen wunderbaren 'Un'ruhestand und Lena und Jens ein gutes Händchen für die Zukunft des Wochenblattes.

Foto: Ulli Kohlstock (rechts) mit Andreas Wolff

Seite 1 von 828