Cottbus Montag, 26 Oktober 2015 von Redaktion

Angriffe auf Studenten und Ausländer in Cottbus. Drei Verletzte bei Messerattacke

Angriffe auf Studenten und Ausländer in Cottbus. Drei Verletzte bei Messerattacke

Am Samstag kam es kurz nach 01:00 Uhr in der Universitätsstraße nach einer verbalen Auseinandersetzung von mehreren Personengruppen zu gefährlichen Körperverletztungen. Zwei 17 und 18 Jahre alte Cottbuser erlitten Stichverletzungen am Oberschenkel, eine dritte Person musste nach vorhergegangenen Schlägen und Tritten auf Bauch und Kopf ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Laut Augenzeugen waren drei Studenten (zwei männliche und eine weibliche) der BTU von den Wohnheimen zu den Architekturateliers unterwegs. Zwei Gruppen (drei und vier) schwarz gekleideter Männer fielen durch "Hier ist keiner mehr, lasst uns gehen." auf, die vorher schon auf dem BTU Campus unterwegs waren. Nachdem diese die Gruppe Studenten entdeckt hatte, kam aus der Vierergruppe eine Person auf sie zu, eine verbale Auseinandersetzung begann, die unterstützt von den restlichen Personen in Schlägen und Tritten gegen einen der Studenten mündete. Der ging zu Boden, wurde dort aber weiter in Kopf und Bauch getreten.

"Scheiß Studentenschweine" wurde zwischendurch aus der 7er Gruppe heraus gerufen, im anschließenden Gerangel kam es zu dem Messerangriff, wobei zwei Personen aus der 7er Gruppe am Oberschenkel verletzt wurden. Die drei Studenten flüchteten in die Ateliergebäude der BTU und hinderten so die Angreifer ihnen zu folgen.

Zwei 23-Jährige mit russischer und deutscher Staatsbürgerschaft wurden als vermeintliche Tatverdächtige festgestellt. Sie klagten selbst über Schmerzen in Folge dieser Auseinandersetzung, einer wurde ins Krankenhaus gebracht.

Weitere Augenzeugen berichten, dass die 7er-Gruppe vorher schon zwei Personen an der Uni verfolgt hat, die sich aber ebenfalls in die Gebäude retten konnten.

Danach sammelte sich noch eine Gruppe von 10 - 15 Leuten auf der Universitätsstraße und liefen die Straße rauf- und runter, teilweise mit Baseballschlägern bewaffnet und um die Ateliers der BTU versteckt. Gegen 04:30 Uhr wurden Studenten aus einem Gebäude in der Universitätsstraße, die wegen der vorausgegangenen Auseinandersetzungen Angst hatten, durch die Polizei nach Hause begleitet.

Die Polizei informiert, dass die Beteiligten und Zeugen in den polizeilichen Erstbefragungen das Geschehen sehr unterschiedlich dargestellt haben, so dass jeweils Anzeigen und Gegenanzeigen vorliegen. Es bedarf weiterer intensiver Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei, um den Geschehensablauf, die Tatbeteiligungen zu klären und den Sachverhalt so aufzuhellen.   

In den sozialen Netzwerken wurde am Samstagmorgen verbreitet, dass es sich um Asylbewerber handele, die in der Nacht zwei Deutsche niedergestochen hätten, dies stellte sich als Lüge heraus.

Weitere Vorfälle wurden aus der Karl-Marx-Straße gemeldet wo Flüchtlinge untergebracht sind. Dort wurde von einer Gruppe heraus Böller auf ein Gebäude geworfen.

Am späten Freitagabend gab es in der Gelsenkirchener Allee eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen drei Cottbusern und sechs ausländischen Personen. Zwei von den drei Deutschen sind einschlägig polizeilich bekannt. Sie sollen als „Scheiß Nazis“ beschimpft und beworfen worden sein. In der Zielona-Gora-Straße skandierten etwas später am Abend mehrere Personen ausländerfeindliche Parolen vor der Wohnung eines Asylbewerbers und warfen Kastanien und Steine. Kurz vor Mitternacht wurden vier Personen, eriträischer Herkunft in der Berliner Straße aus einer Gruppe von über 20 Personen ausländerfeindlich beschimpft. Die Kriminalpolizei hat auch hier weitere Ermittlungen übernommen.

Am heutigen Montag warnte Oberbürgermeister Holger Kelch vor einer Eskalation von Hass und Gewalt in Cottbus. Anlass ist eine Auseinandersetzung in der Nacht zum Sonnabend auf dem Campus der BTU Cottbus-Senftenberg. Dabei waren zwei Personen durch Messerstiche verletzt worden. Zum Tathergang gibt es unterschiedliche Darstellungen.

Holger Kelch forderte die Ermittlungsbehörden auf, den Vorfall unvoreingenommen und umfassend zu untersuchen. Er rief mögliche Zeugen auf, sich bei der Polizei zu melden, um den Vorfall umfassend beleuchten und Motive herausarbeiten zu können. Der Oberbürgermeister betonte, dass alle Cottbuserinnen und Cottbuser das Recht haben, sich in der Stadt sicher zu fühlen. Das gelte auch für die Studentinnen und Studenten aus der ganzen Welt, die das Leben in der Stadt bereichern.

 

 

 

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