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Cottbus Freitag, 23 Juli 2021 von [wp]

Fankultur in Cottbus

Fankultur in Cottbus

Auch wenn die dritte Regionalliga-Saison in Folge ansteht – die ersten Testspiele sind bereits absolviert – gehört Energie Cottbus immer noch zu den großen Traditionsvereinen in Deutschland. Das wird sicher auch zum kommenden Saisonauftakt deutlich, wenn endlich wieder Tausende von Fans in Stadion der Freundschaft strömen werden. Zwar mussten die Fans in der langen Vereinsgeschichte einige schwierige Jahre durchstehen, allerdings gelten die Energie-Anhänger als besonders loyal. Deutlich wird dies auch an den Fan-Freundschaften mit anderen Vereinen. Wir stellen zur Rückkehr der vollen Stadien die Freundschaften von Energie Cottbus vor.

Die Fan-Freundschaft mit dem VfB Stuttgart

Auf den ersten Blick verbindet den VfB Stuttgart und Energie Cottbus nicht viel. Die Fan-Freundschaft der beiden Vereine rührt aus der Saison 1996/97. Damals schaffte Cottbus als Regionalligist den sensationellen Einzug in das DFB-Pokalfinale gegen den VfB. Zwar ging das Spiel gegen den Bundesligisten mit 2:0 verloren, allerdings feierten beide Fanlager zusammen bis tief in die Nacht. Auffrischung erhielt die Freundschaft am letzten Spieltag der Bundesliga-Saison 2002/03. Obwohl Energie bereits als Absteiger feststand, rangen sie dem BVB noch ein Unentschieden ab und ermöglichten damit dem VfB den Sprung auf Platz zwei in der Tabelle, was damals noch mit der direkten Qualifikation für die Champions League belohnt wurde. Zusammen gefeiert wurde auch am letzten Spieltag der Saison 2006/07 als der VfB gegen Energie die Meisterschaft klar machte.

Fair Play mit Osnabrück

Seit mittlerweile zehn Jahren pflegen die Cottbusser Fans auch eine Freundschaft mit den Supportern des VfL Osnabrück. Bei der Zweitliga-Begegnung in der Saison 2010/11 verletzte sich ein Stürmer von Osnabrück schwer und musste minutenlang behandelt werden. Da nur noch wenige Minuten zu spielen waren, forderten beide Kapitäne den Schiedsrichter zum Spielabbruch auf. Auch die Fans verbündeten sich. Unter einem Nichtangriffspakt wurde die Partie zu Ende gespielt. Beide Fanlager würdigten die Spieler und Rettungssanitäter anschließend mit stehenden Ovationen. Seitdem sind sich beide Fangruppen bei Aufeinandertreffen freundlich gesinnt. Im Nachhinein wurden beide Fangruppen zudem mit einem Fair-Play-Preis ausgezeichnet.

Lange Freundschaft mit Union Berlin

Am längsten währt wohl die Fan-Freundschaft der Cottbusser mit dem 1. FC Union Berlin. Schon zu DDR-Zeiten entwickelte sich zwischen beiden Fanlagern eine Art Solidarität. Immer wieder mussten beide Vereine ihre Topspieler zu dem staatlich geförderten BFC Dynamo abgeben. Das Image des Außenseiters schweißte zusammen. Gefördert wird dieser Umstand auch durch die vereinte Abneigung gegenüber Hertha BSC. Zudem ist die große Identifikationsfigur des Ost-Fußballs, Torsten Mattuschka, in beiden Fanlagern anerkannter Publikumsliebling. Seine fußballerischen Anfänge verbrachte der Mittelfeldspieler bei Energie Cottbus, um dann gut zehn Jahre für Union aufzulaufen, ehe er noch einmal zu Energie zurückkehrte.

Das sind die großen Rivalen

Selbstverständlich pflegen die Fans von Energie Cottbus nicht nur Fan-Freundschaften sondern auch tiefe Rivalitäten mit anderen Vereinen. Vor allem im Osten Deutschlands herrscht mit den anderen Traditionsvereinen eine große Rivalität. Diese beruht in erster Linie auf dem Anspruch, die Nummer 1 im Osten zu sein. Wenn beispielsweise Spiele gegen Dynamo Dresden, Hansa Rostock oder Hertha BSC anstehen, ist immer Feuer drin. Vor allem die Hertha ist bei den Energie-Anhängern immer noch schwer verhasst. Dies mag nicht zuletzt auch mit der Verbundenheit von Energie Cottbus und Union Berlin zusammenhängen.

Was ist drin für Energie in der neuen Saison?

Die vergangene Spielzeit lief alles andere als nach Plan für Energie Cottbus. Nach zwei Trainerwechseln reichte es in der Liga nur für den achten Platz. Und auch im Landespokal war im Halbfinale gegen Babelsberg 03 Schluss. Damit wird Cottbus auch nicht im DFB-Pokal 2021/22 antreten. Favoriten sind hier zwar andere Mannschaften, Fans hätten sich jedoch sicherlich gefreut, ihr Team anfeuern zu können. Mit einer Wettquote von 2,75 sind die Bayern beispielsweise wieder der Topfavorit auf den Titel. Doch auch Borussia Dortmund hat gute Karten auf einen Sieg (Stand: 19.07.). Ohne die Doppelbelastung will Cottbus nun endlich wieder zurück ins Profigeschäft. Doch zunächst stehen erst einmal noch ein paar Personalentscheidungen an. Geschäftsführer Karsten Sachs hört nun doch schon bereits in diesem Sommer auf: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die ich in den zurückliegenden fast zweieinhalb Jahren beim FC Energie begleiten durfte und die mich auf diesem Weg begleitet haben. Es waren allzeit spannende, wenngleich auch niemals leichte Aufgaben, die wir hier gemeinsam bewältigt haben“, so Sachs zu seinem Abgang.

Anders als in den Vorjahren stellt die Regionalliga Nordost am Ende der Saison keinen direkten Aufsteiger. Stattdessen muss der Tabellenerste gegen den Meister der Regionalliga Nord ran. Neben Cottbus gehören allerdings auch Carl Zeiss Jena, BFC Dynamo und der Chemnitzer FC zu den Favoriten um den Aufstieg in die 3. Liga. Zum Auftakt in die neue Spielzeit geht es dann direkt in eine englische Woche.

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